Windhorst: Zukünftige Qualität der Patientenversorgung hängt von der heutigen Qualifizierung des medizinischen Nachwuchses ab

Westfälischer Ärztetag: Ärzteschaft stärkt ärztlichen Nachwuchs

(lifePR) ( Münster, )
Die Anforderungen der neuen Ärztegenerationen an ihren Beruf, nämlich die Versorgung der Patienten, haben sich grundlegend geändert und sind andere als noch vor wenigen Jahrzehnten. Deshalb werden nach Ansicht der Ärztekammer Westfalen-Lippe dringend neue Strategien benötigt, um Jungmediziner für ihre Aufgabe zu begeistern und an die Patientenversorgung zu binden. Der "gestandene Mediziner" muss nach Ansicht von Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst die jungen Kolleginnen und Kollegen "mitnehmen und für den Einsatz am Patienten motivieren". Insbesondere hätten die Weiterbilder eine besondere Verantwortung und eine Vorbildfunktion: "Gedanken- und Meinungsaustausch sowie Wissenstransfer zwischen Jung und Alt sind wichtig. Im Dialog müssen vorhandene Zukunftsängste abgebaut und funktionierende Berufskonzepte entwickelt werden.

"Das Arzt-Sein muss für den medizinischen Nachwuchs wieder attraktiver werden. Denn die zukünftige Qualität der Patientenversorgung hängt von der heutigen Qualifizierung des medizinischen Nachwuchses ab", sagt Windhorst im Vorfeld des fünften Westfälischen Ärztetages in Münster, der sich am kommenden Freitag mit innovativen Arbeits- und Weiterbildungsmodellen zur Sicherung der ärztlichen Zukunft beschäftigt.

Derzeit sei die Arbeit des Mediziners durch die Anforderungen des medizinischen Fortschritts, den demographischen Faktor und durch wachsende Bürokratie, steigende Arbeitsverdichtung in Praxen und Kliniken sowie die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf belastet. "Wenn die jungen Mediziner Bürokratieabbau und die Verbesserung der ärztlichen Arbeitsbedingungen fordern, ist das ihr gutes Recht", sagt Windhorst. "Die nachrückenden Ärztinnen und Ärzte, die Medizinstudierenden und die jungen Berufsanfänger haben ganz legitime und nachvollziehbare Vorstellungen davon, wie sie den Arztberuf ausüben wollen."

Es sei demnach notwendig, stärker als bisher die jungen Kolleginnen und Kollegen bei der Regelung der ärztlichen Berufsausübung einzubeziehen. "Wir wollen die generelle Zufriedenheit der Ärzte und der Patienten erhalten", so Windhorst. In einer Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hätten schließlich 98 Prozent der Ärzte ihre Arbeit als nützlich und sinnvoll bewertet und 90 Prozent seien mit ihrer Arbeit zufrieden, 82 Prozent würden ihren Beruf wieder ergreifen. "Das soll so bleiben", sagt der Kammerpräsident. Auch die in Umfragen immer wieder bestätigte Patientenzufriedenheit mit den Ärzten - wie etwa das Gesundheitsbarometer 2010 von Ernst & Young, wonach 87 Prozent der Bundesbürger die Gesundheitsversorgung in ihrer Region positiv bewerteten, insgesamt 92 Prozent der Befragten die medizinische Versorgung bei praktischen Ärzten und bei Fachärzten 90 Prozent als gut oder eher gut bezeichneten - weiter gewährleistet werden. "Das wollen wir nicht aufs Spiel setzen", so Windhorst.

Die Frage, wie Arbeitsbedingungen und Weiterbildungsstrukturen so gestaltet werden, dass die jungen, aber auch berufserfahrene Kolleginnen und Kollegen Spaß und Zufriedenheit bei der Ausübung ihres Berufs empfinden können, werde von den Ärztekammern als Standesvertretung aufgenommen. Windhorst: "Wir nehmen das ernst und kümmern uns darum. Beispielsweise in dem vom Kammervorstand erstmals eingesetzten Arbeitskreis 'Junge Ärztinnen und Ärzte' oder mit unserer Koordinierungsstelle Aus- und Weiterbildung."

Auch der traditionelle Westfälische Ärztetag widme sich diesem Thema, "um die Diskussion in diese Richtung produktiv voranzubringen", indem innovative Arbeits- und Weiterbildungsmodelle als "Modelle gelebter Wirklichkeit" vorgestellt würden.

Unter anderem befasst sich der diesjährige Westfälische Ärztetag mit der Frage, wie Kliniken heute ihre Strukturen und Angebote auf die Bedürfnisse ärztlicher Mitarbeiter ausrichten und wie ihnen Mitarbeiterakquise und -bindung gelingt. Oder welche Möglichkeiten die ambulante Versorgung bietet, wenn es darum geht, der sogenannten "Work-life-balance" mehr Gewicht zu geben. Auch mit Aspekten der ärztlichen Weiterbildung befasst sich die Veranstaltung - laut Windhorst "ein ganz zentrales Themenfeld der Ärztekammern nicht nur unter dem Motto 'Qualität durch Qualifikation', sondern auch unter dem Aspekt, wie ärztliche Weiterbildung für junge Ärztinnen und Ärzte auf hohem Niveau leistbar und darstellbar bleiben kann". Windhorst: "Die Weiterbildungsbefugten benötigen ein gutes Händchen für die Integration der Assistenten in den Arbeitsalltag."
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