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Pressemitteilung BoxID: 345527 (Ärztekammer Westfalen-Lippe)
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Windhorst: Versichertenstatus spielt bei Organvergabe keinerlei Rolle - "Private werden nicht bevorzugt"

Verantwortungslose Profilierungssucht schadet den Patienten auf der Warteliste

(lifePR) (Münster, ) Mit heftiger Kritik reagiert der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, auf aktuelle öffentliche Äußerungen des Grünen-Gesundheitspolitikers Dr. Harald Terpe, wonach Privatpatienten bei der Vergabe von Spenderorganen bevorzugt würden. "Wer sich jetzt zu diesem Thema äußert, sollte wissen, wovon er redet. Er sollte Wahrscheinlichkeitsrechnung von Zufallsstatistik unterscheiden können. Verant-wortungslose Profilierungssucht schadet den Patienten auf der Warteliste." Vielmehr müsse das System der Organspende in Deutschland nach der Aufarbeitung der Skandale zur Ruhe kommen. "Wir brauchen einen Neuanfang", so Windhorst.

Bei der Vergabe von Spenderorganen spielt nach Aussage des Kammerpräsidenten Windhorst der Status des Versicherten - ob er also privat oder gesetzlich versichert ist - "keinerlei Rolle". Die für die Vergabe verantwortliche Institution Eurotransplant habe überhaupt keine Kenntnis über den Versichertenstatus. "Deshalb kann Eurotransplant auch niemanden begünstigen. Private werden nicht bevorzugt." Die Stiftung Eurotransplant ist als Service-Organisation verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in sieben europäischen Ländern und arbeitet hierzu eng mit den Organspende-Organisationen, Transplantationszentren, Laboratorien und Kranken-häusern zusammen. Organe würden rein nach medizinischer Notwendigkeit und ethischen Gesichtspunkten zugeteilt, so Windhorst. Darauf könnten sich potentielle Organspender auch weiterhin verlassen.

Die Zahlen, die Terpe vorlege, basierten auf einer "Milchmädchenrechnung, die einem verantwortungsvollen Politiker nicht unterlaufen darf", sagt Windhorst. Er verweist auch auf Daten der Deutschen Stiftung für Organtransplantation, nach denen 91 Prozent der Transplantierten gesetzlich und nur neun Prozent privat versichert gewesen wären. Da in Deutschland aber insgesamt zwölf Prozent der Versicherten privat versichert seien, "ist die Zahl der Privatversicherten bei der Organtransplantation keineswegs überproportional".

Windhorst abschließend. "In diesem Fall zu schweigen statt heiße Luft zu verbreiten, hätte von Verantwortungsbewusstsein und Wissen gezeugt. Unangebrachte Kritik am dualen Versicherungssystem und damit an einer vermeintlichen Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Versorgung sind fehl am Platz. Organspende benötigt jetzt Unterstützung, keinen Absturz."