Mittwoch, 18. Juli 2018


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Windhorst: Patienten profitieren von besseren Weiterbildungs-Möglichkeiten für Ärzte

Abrechnungsbürokratie behindert Qualifikation auf breiter Basis

Münster, (lifePR) - Angehende Fachärzte sollen sich nicht nur im Krankenhaus, sondern verstärkt auch in der Praxis niedergelassener Ärzte weiterbilden können. Dafür spricht sich der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst, aus. "In der Weiterbildung zum Hausarzt ist es längst selbstverständlich, dass junge Ärztinnen und Ärzte nach einem Rotationsplan in beiden Versorgungsbereichen mit ihren jeweils besonderen Bedürfnisse der Patienten arbeiten." Das solle auch bei anderen Weiterbildungsgängen zum Facharzt unterstützt werden. "Denn die Qualität der künftigen Gesundheitsversorgung hängt entscheidend von der Qualifikation der Ärzte ab. Von einer breiteren Weiterbildungs-Basis profitieren die Patienten unmittelbar." Noch fehle es jedoch vor allem an der Finanzierung solcher Weiterbildungs-Möglichkeiten. Kammerpräsident Windhorst favorisiert deshalb seit langem ein "Rucksack-Modell", bei dem jeder Arzt und jede Ärztin in Weiterbildung die individuellen Finanzmittel für seine jeweilige Weiterbildungs-Stelle in Krankenhaus und Arztpraxis "mitnehmen" kann. Dieses Geld müsse direkt aus dem Gesundheitsfonds kommen, um die Finanzierung unabhängig zu machen. Bislang behindern zudem die starren Abrechnungsmöglichkeiten, die eine Ausweitung der in einer Arztpraxis erbrachten Leistungen strikt begrenzen, in der ambulanten Versorgung die Einrichtung ärztlicher Weiterbildungsstellen. "Es muss möglich sein, dass eine Praxis die gute Arbeit eines jungen Kollegen von den Krankenkassen auch entsprechend honoriert bekommt", fordert Dr. Windhorst. Im Klinikbereich sei dies schließlich seit jeher eine Selbstverständlichkeit. "Wie sollen wir junge Kollegen für eine Tätigkeit in der ambulanten Versorgung begeistern, wenn die Abrechnungsbürokratie dazu führt, dass ihnen der Einblick in dieses wichtige Arbeitsfeld bis zur eigenen Niederlassung verwehrt bleibt?"

Bei der Organisation der ärztlichen Weiterbildung setzt die Ärztekammer Westfalen-Lippe auch für angehende Fachärzte auf das erfolgreiche Modell der Weiterbildungsverbünde, von denen bereits über 50 in Westfalen-Lippe arbeiten bzw. sich in Gründung befinden. Die Ärztekammer fördert und begleitet diese Initiativen, bei denen sich niedergelassene Mediziner und Krankenhäuser zusammenschließen, um jungen Ärztinnen und Ärzten - zumeist in der Allgemeinmedizin - eine strukturierte Weiterbildung nach einem festen Rotationsplan zu ermöglichen.

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