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Pressemitteilung BoxID: 343790 (Ärztekammer Westfalen-Lippe)
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Windhorst: Der soziale Konsens in der Gesundheitsversorgung wird bewusst aufgegeben

Kammervorstand rügt GKV-Sparprogramm / Kassen wollen auf Rücken der Patienten sparen / Affront gegen die Wertschätzung ärztlicher Arbeit

(lifePR) (Münster, ) Gegen die von den Krankenkassen geforderten Kürzungen in der Versorgung hat sich der Vorstand der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) einstimmig ausgesprochen. Es dürfe nicht sein, dass die Kassen auf dem Rücken der Patienten sparen. Kammerpräsident Dr. Theodor Windhorst nennt das einen "absolut unsinnigen und kontraproduktiven Vorschlag". Wer insgesamt 2,2 Milliarden Euro aus der medizinischen Versorgung der Bevölkerung herausziehen wolle, trete letztendlich den Patienten vor das Schienbein. "Das ist die Aufkündigung und bewusste Aufgabe des sozialen Konsens in der Gesundheitsversorgung", kritisiert Windhorst.

Der Vorstand der ÄKWL sieht zudem in den Kassen-Plänen einen Angriff auf die gesellschaftliche Wertschätzung der ärztlichen Arbeit, der auch gefährliche Auswirkungen auf den medizinischen Nachwuchs haben kann. Wer seine ärztliche Arbeit nicht mehr gewürdigt sehe, werde sich von der Patientenversorgung abwenden. Windhorst: "So lassen sich die Jungmediziner nicht im System halten. Wenn der Patientenversorgung die notwendigen Gelder entzogen werden, schreckt das den Nachwuchs ab. Ein derzeit noch effizientes und qualitativ hochstehendes Versorgungssystem wird damit abgewrackt."

Die Sparschrauben seien so weit angezogen, dass es vielen niedergelassenen Praxen bereits an die Existenz gehe, stellte der gesamte Kammervorstand fest. Es sei deshalb rechtens, wenn sich die Ärzteschaft wehre, so das Kammergremium im Vorfeld der Sonder-Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung am kommenden Samstag in Berlin, auf der das Thema behandelt werden soll. Die Patienten hätten Anspruch auf eine weiterhin hochqualifizierte Versorgung, argumentiert der Vorstand der ÄKWL.