Ärztekammerpräsident begrüßt Initiative zum Einsatz Arbeitsloser in der Pflege Demenzkranker - aber:Arbeit im Pflegedienst muss freiwillig sein

(lifePR) ( Münster, )
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe begrüßt den Vorschlag, mehr Menschen mit Aufgaben bei der Pflege von Demenzkranken zu betrauen. "Menschlicher Kontakt und Zuwendung sind für demente Menschen von enormer Bedeutung. Davon kann es nicht genug geben", bestätigt Ärztekammer-Präsident Dr. med. Theodor Windhorst. "Es wäre gut, wenn die schwierigen Aufgaben der Pflege auf möglichst viele Schultern verteilt würden." Gleichzeitig warnte Windhorst eindringlich davor, einen solchen Einsatz verpflichtend durch Langzeitarbeitslose vorzuschreiben. "Wer sich in der Pflege engagiert, muss dies unbedingt auf freiwilliger Basis tun. Für diese Arbeit braucht es Fingerspitzengefühl - und das lässt sich nicht von der Agentur für Arbeit verordnen."

Das Pflegeweiterentwicklungsgesetz eröffnet Heimen die Möglichkeit, zusätzliches Personal für die Pflege demenzkranker Menschen einzustellen. Für diese Tätigkeit sollen bis zu 10.000 künftige Pflegeassistenten in 100 Theorie- und 60 Praxisstunden ausgebildet werden. "Das ist im Vergleich zu einer regulären pflegerischen Berufsausbildung knapp bemessen, sichert aber ein Mindestmaß an professionellem Umgang mit den Demenzpatienten."

Der Einsatz von Pflegeassistenten müsse, so Kammerpräsident Dr. Windhorst weiter, das derzeitige Betreuungsangebot für Demenzkranke erweitern. Keinesfalls jedoch dürften die Assistenten als kostengünstiger Ersatz für voll ausgebildete Pflegekräfte missbraucht werden. "10.000 Pflegeassistenten zur Entlastung der Fachkräfte wären ein großer Fortschritt für die Versorgung dementer Patienten, 10.000 ,Billigpfleger' als Ersatz für reguläre Kräfte wären eine Katastrophe."
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