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Pressemitteilung BoxID: 686850 (AbL - Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.)
  • AbL - Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.
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Molkereien müssen jetzt Milchmenge bremsen

Preis-Absturz verhindern. AbL sieht gerade norddeutsche Molkereien gefordert

(lifePR) (Bremen / Hamm, ) Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert die Molkereien auf, jetzt konkrete Maßnahmen gegen den starken Anstieg der Milcherzeugung einzuleiten, um den von einigen Molkereivertretern bereits angekündigten neuerlichen Absturz der Milcherzeugerpreise zu verhindern.

„Seit dem Sommer übersteigt die Milcherzeugung in Deutschland die Vorjahreswerte. In Norddeutschland werden mittlerweile sogar die fatalen Rekordmengen des Jahres 2015 überschritten. Wir müssen schleunigst auf die Bremse treten, sonst melken wir uns den derzeit noch relativ guten Milchpreis kaputt“, mahnt Ottmar Ilchmann, Milchsprecher der AbL und Milchbauer in Ostfriesland. In Niedersachsen liege die Milcherzeugung derzeit um 8%, in NRW um 7% über dem Vorjahreswert, teilt die AbL mit.

Die EU und das Bundeslandwirtschaftsministerium hätten es trotz der guten Erfahrungen mit Reduzierungsmaßnahmen vom Herbst 2016 versäumt, zeitlich befristete wirksame Kriseninstrumente einzuführen. Umso mehr seien jetzt die Molkereien gefordert.

„Wir rufen besonders die norddeutschen Molkereien wie das Deutsche Milchkontor (DMK) auf, den Milcherzeugern, die ihre Erzeugung in den kommenden Monaten noch steigern, starke Preisabzüge für die Übermengen anzukündigen. Im Gegenzug sollte ein befristeter Bonus für eine leichte Verringerung der einzelbetrieblichen Milchmenge eingeführt werden. Die größte niederländische Molkerei FrieslandCampina hat solche Maßnahmen für Anfang 2018 schon beschlossen, sollte die Menge weiter steigen. Unsere Molkereien sollten diesem Beispiel folgen“, erläutert Ilchmann.

Die AbL reagiert mit ihren Forderungen auch auf die Äußerung des DMK-Chefs Ingo Müller, dass die Milchpreise für die Bauern im kommenden Jahr wieder deutlich fallen würden.[1]

„Gerade weil seit einigen Wochen mehrere Marktindikatoren wie die Preisentwicklungen für wichtige Molkereiprodukte und die Börsennotierungen auf Rot stehen, ist jetzt aktives Gegensteuern gefragt. Auskömmliche Milchpreise behalten wir nur mit einem aktiven Mengenmanagement. Dazu brauchen wir mutige Molkereispitzen“, so der Milchsprecher der AbL.