Donnerstag, 19. Oktober 2017


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Langfristigen strukturellen Aussichten für Schwellenländer trotz der gegenwärtigen Volatilität gut

Die aktuelle Schwächephase bietet Chancen für Anlagen in hochwertige Unternehmen

Frankfurt am Main, (lifePR) - Für die derzeitigen Verluste an den Schwellenländermärkten können nicht nur die jüngsten Entscheidungen der US-Notenbank (Fed) verantwortlich gemacht werden, denn ihre Performance liegt bereits seit drei Jahren hinter derjenigen der Industrieländerbörsen, wohingegen die Gerüchte um eine Drosselung der quantitativen Lockerungsmaßnahmen der Fed die Anleger erst seit Mai letzten Jahres beschäftigen.

Neben dem so genannten "Tapering" belasten die Abkühlung der chinesischen Konjunktur und die seit einigen Jahren rückläufige Rentabilität der Schwellenländerunternehmen die Anlegerstimmung, so dass einige Beobachter bereits den Untergang der Schwellenländermärkte heraufbeschwören. Aber die fundamentalen Argumente für die Anlageklasse haben noch immer Bestand.

Tapering: Das starke Binnenwachstum in Verbindung mit einem Rückgang der Exporte hat zu einer Verschlechterung der Leistungsbilanz etlicher Schwellenländer geführt. Die kräftigen, durch die quantitative Lockerung in den USA ausgelösten Kapitalzuflüsse haben die Leistungsbilanzen der Schwellenländer zunächst gestützt, aber im Gegenzug deren Abhängigkeit von ausländischem Kapital erhöht, so dass sie nun für die Straffung der Geldpolitik der Fed und den Anstieg der US-Zinsen anfälliger sind.

Die Schlüsselfrage jedoch lautet, ob und wie diese Volkswirtschaften die Verknappung und die Verteuerung des Kapitals verkraften können. Die Schwellenländerwährungen sind jetzt günstiger, so dass die Exporte erneut anziehen könnten, während die höheren Zinsen das Binnenwachstum und die Importe drosseln werden. Dies könnte sich positiv auf die Leistungsbilanzen auswirken, so dass die Währungen gestützt werden und die Zinsen wieder sinken könnten. Zudem rufen die Erzeugnisse der letzten Monate der Politik in Erinnerung, dass es globales Kapital zu mobilisieren gilt, was sie dazu veranlassen könnte, weitere Reformen innerhalb der Schwellenländer voranzutreiben.

China: Zur Korrektur der fundamentalen Fehlallokation von Kapital, in deren Folge die Aufblähung des Kreditvolumens seit einigen Jahren immer weniger Wachstum zur Folge hatte, setzt die Regierung die Liberalisierung der Zinsen fort und fördert gezielt das konsuminduzierte Wachstum. Dies hat Konsequenzen für das Wachstum der Weltwirtschaft und der Schwellenländermärkte gleichermaßen, da sich das chinesische Wachstum abschwächt und eine Verlagerung bei den Importen erfolgt. Als Beispiel sei der durch die dynamische Investitionstätigkeit bedingte unersättliche chinesische Hunger nach Rohstoffen angeführt, der die Sorge um eine Blase in der Wirtschaft und insbesondere am Immobilienmarkt nährt.

Aber die Politik verfügt über den Spielraum und das Instrumentarium zur Stimulierung der Wirtschaft für den Fall, dass sie zu stark abkühlt. Die Kapitalausstattung des Bankensystems ist und bleibt gut genug, um die aktuellen Schwierigkeiten zu meistern. Letztendlich werden die Reformen, sofern fortgesetzt, bessere Investmentchancen in China eröffnen.

Rentabilität der Unternehmen: Die Rentabilität der Schwellenländerunternehmen ist gesunken, da sie mit der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und dem Druck auf die Margen im Gefolge von Kostensteigerungen zu kämpfen hatten. Im Gegensatz dazu konnten die Unternehmen in den Industriestaaten, insbesondere in den USA, ihre Rentabilität wahren, da sie die Kosten rigoros gesenkt und umfangreiche Aktienrückkaufprogramme umgesetzt haben.

Positiv ist hingegen, dass angesichts der jüngsten Schwierigkeiten, mit denen die Schwellenländerunternehmen konfrontiert sind, der Fokus des Managements wieder auf die Margen und den Abbau übermäßiger Kosten gerichtet sein wird. Konsequenterweise dürften die Umsätze sowie die Margen umso stärker steigen, sobald der Zyklus wieder nach oben dreht, so dass die Erträge der Unternehmen auch wieder kräftig anziehen dürften.

Die langfristigen Aussichten für die Schwellenländermärkte bleiben in fundamentaler Hinsicht gut. Die vorhandenen Ungleichgewichte sind weniger ausgeprägt als in einigen Industriestaaten: die Wirtschaft wächst dynamischer, die demografische Entwicklung ist generell positiv und die Unternehmen befinden sich finanziell in einer guten Verfassung und sind gut positioniert, um vom steigenden Wohlstand der Bevölkerung und den sich im Auslandsgeschäft bietenden Chancen zu profitieren. Ferner ist die Ansteckungsgefahr weitaus besser unter Kontrolle, da die Volkswirtschaften besser als früher aufgestellt sind, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Sowohl die Politiker als auch die Manager der Unternehmen in den Schwellenländermärkten haben Erfahrung in der Bewältigung vorübergehender Vertrauenskrisen, so dass wir zuversichtlich sind, dass sie auch die aktuellen Schwierigkeiten überwinden werden.

An den Schwellenländermärkten herrschte seit jeher Volatilität, aber Devan Kaloo, Head of Emerging Markets bei Aberdeen Asset Management, ist der Überzeugung, dass die Aussichten besser sind als sie von vielen Marktbeobachtern empfunden werden: "Es besteht kein Zweifel daran, dass die Schwellenländermärkte derzeit vor großen Herausforderungen stehen. Der allmähliche Ausstieg der Fed aus ihren quantitativen Lockerungsmaßnahmen führt den Schwellenländern vor Augen, dass sie in einem globalen Wettbewerb um Kapital stehen, das jetzt teurer wird. Die Sorge um eine Blasenbildung in der chinesischen Wirtschaft nährt die Angst vor einer Abschwächung des Wachstums und Schwellenländerunternehmen haben nur mit Verzögerung auf die Eintrübung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagier."

"Allerdings befinden sich die Schwellenländer heute in einer besseren wirtschaftlichen Verfassung als bisher. Nennenswerte ökonomische Ungleichgewichte sind keine vorhanden, die Verschuldung und die Staatshaushalte sind weit von Krisenniveaus entfernt, und auch die Leitzinsen sind noch immer sehr förderlich. Hinzu kommt, dass auch die Unternehmen sehr gut positioniert sind, um sich den geänderten Bedingungen anzupassen. Man muss berücksichtigen, dass die Schwellenländer bereits etliche Stressphasen und Krisen zu bewältigen hatten, so dass das, was auf die aktuelle Verunsicherung folgt, eher eine natürliche und gesunde Korrektur sein wird. Politiker und Unternehmensmanager sind für die Bewältigung dieses zyklischen Wandels bestens gerüstet, denn darin haben sie bereits Erfahrung. Die derzeitige Volatilität treibt Reformen sowohl auf der Ebene der Regierungen als auch auf der der Unternehmen an. Und weder die

chinesische Wachstumsverlangsamung noch die Kursblasen sollten eine Gefahr für das Finanzsystem des Landes darstellen. Diese Volatilität ist weit davon entfernt, den Tod der Schwellenländermärkte zu bewirken, sondern bietet vielmehr Chancen für Anlagen in hochqualitative Unternehmen, denn der Großteil der schlechten Nachrichten ist bereits in den Kursen eingepreist. Wir sind der Überzeugung, dass sich dieser Fokus auf die Fundamentaldaten für die Anleger auf lange Sicht auszahlen wird."

Aberdeen Asset Management Deutschland AG

Aberdeen ist ein globaler Asset Manager, der seit 1991 an der London Stock Exchange (seit 2012 unter den FTSE-100) gelistet ist. Das Unternehmen wurde ursprünglich 1983 in Aberdeen, Schottland, gegründet. Aberdeen investiert im Auftrag von Kunden weltweit in die vier Hauptanlageklassen Aktien, Renten, Immobilien und alternative Anlagen. In allen Anlagelösungen verfolgt Aberdeen eine klare und transparente Anlagestrategie und legt größten Wert auf gründliches, hauseigenes Research und eine langfristige Perspektive. Aktuell verwaltet Aberdeen mit über 2.100 Mitarbeitern in 24 Ländern ein Vermögen von rund 233 Mrd. Euro weltweit.

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