Montag, 26. Februar 2018


  • Pressemitteilung BoxID 662735

Nur jedes vierte Rabattarzneimittel ist zuzahlungsfrei

Berlin, (lifePR) - Nur noch knapp jedes vierte Rabattarzneimittel (23,7 Prozent) ist zur Jahresmitte teilweise oder komplett von der gesetzlichen Zuzahlung befreit. Zehn Jahre nach Inkrafttreten der Verpflichtung der Apotheken zur Abgabe von Rabattarzneimitteln im Jahr 2007 ist die Befreiungsquote kontinuierlich gesunken – von 60 Prozent (2008) über 42 Prozent (2012) auf 23 Prozent (2016). Nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) nehmen die Zuzahlungen für Arzneimittel, die gesetzliche Krankenkassen ihren Versicherten in den Apotheken abverlangen, derweil zu: Im Jahr 2007 waren es noch 1,6 Mrd. Euro, 2012 schon 1,9 Mrd. Euro, inzwischen sind es mehr als 2,1 Mrd. Euro (2016).

„Die Versorgung der Patienten durch die Apotheken wird durch Rabattverträge teilweise erschwert, und es gibt zusätzlichen Erklärungsbedarf. Aber die Krankenkassen sparen dadurch jedes Jahr mehrere Milliarden Euro ein“, sagt DAV-Patientenbeauftragter Berend Groeneveld. „Es ist unverständlich, warum die Krankenkassen ihre Versicherten nicht an diesen Ersparnissen beteiligen.“ Groeneveld weiter: „Jede Krankenkasse hat bei jedem Rabattvertrag die Chance, ihre Versicherten zu entlasten, indem sie ihnen die Zuzahlung erlässt, zumal die Kostenvorteile aus den Rabattverträgen weiter ansteigen.“

Zum Hintergrund: Ein Rabattvertrag zwischen Krankenkasse und Pharmahersteller führt dazu, dass die Versicherten der Krankenkasse auf Rezept nur die Medikamente ihres Vertragspartners erhalten, während der Pharmahersteller für diese Zusage einen Mengenrabatt gewährt. Die Krankenkassen können jeweils entscheiden, ob sie ihre Versicherten bei den rabattierten Medikamenten von der gesetzlichen Zuzahlung in Höhe von 5 bis 10 Euro pro rezeptpflichtiger Packung entbinden - entweder komplett oder zur Hälfte. Im Jahr 2016 haben die Krankenkassen durch Rabattverträge rund 3,9 Mrd. Euro eingespart. Im ersten Quartal 2017 beliefen sich die Ersparnisse schon auf 950 Mio. Euro.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Aktionstag "Körper-Scan": Schmerzen zuordnen, Symptome deuten

, Gesundheit & Medizin, Christophsbad GmbH & Co. Fachkrankenhaus KG

Jeder kennt es. Es zwickt mal hier, es zwickt mal da. Einige Beschwerden gehen schnell vorüber, andere halten sich und gehen in chronische, immer...

Alles über das künstliche Knie

, Gesundheit & Medizin, Klinikum Esslingen GmbH

Wenn das Knie dauerhaft Probleme macht und das Laufen beschwerlich ist, stellt sich für viele Betroffene die Frage, ob ein künstliches Kniegelenk...

Welche Wundauflagen sind weiterhin erstattungsfähig?

, Gesundheit & Medizin, Initiative Chronische Wunden e.V.

Bericht über die Sachverständigen-Anhörung zur Änderung der Arzneimittel-Richtlinie beim Gemeinsamen Bundesausschuss am 20.02.2018 Nach der...

Disclaimer