Hilfe im Gehirn für Bewegungsfreiheit

Ein innovatives System zur tiefen Hirnstimulation hilft Brigitte K., ihren Alltag wieder den ganzen Tag selbstständig zu meistern

(lifePR) ( Wiesbaden, )
Es begann schleichend, doch als Brigitte K. (Name geändert) ihr Gesicht nicht mehr steuern konnte, ging sie zum Arzt. Sie erhielt die Diagnose Morbus Parkinson. Nach Jahren des Leidens und der Unselbstständigkeit hat sie dank des innovativen InfinityTM-DBS-Systems ihren Körper und ihr Leben nun wieder selbst unter Kontrolle.

Zitternd zur Unselbstständigkeit

Brigitte K. war gerade Mitte 40, als die ersten Symptome anfingen. „Es begann mit einer Lähmung im Gesicht“, erinnert sich die heute 60-Jährige und erzählt weiter: „Irgendetwas stimmte mit meinem Körper nicht, selbst das Trinken fiel mir irgendwann schwer.“ Sie suchte einen Arzt auf, um ihre Beschwerden kontrollieren zu lassen. Der damalige Arzt stellte relativ schnell fest, dass Brigitte K. an Morbus Parkinson erkrankt war. „Das war ein Schock für mich, weil ich wusste, dass Parkinson nicht wieder geheilt werden kann.“

Medikamente und doch keine Linderung

Um die Symptome wie Zittern, Sprachstörungen und die Bewegungseinschränkungen im Zaum zu halten, musste Brigitte K. viele Medikamente nehmen. „Die Dosierungen wurden mit den Jahren immer höher. Ich glaube, es waren irgendwann über 20 Tabletten am Tag. Trotzdem ging es mir nicht besonders gut“, so die Frührentnerin. Immer wenn die Wirkung der Medikamente nachließ, fing das starke Zittern wieder an, das Sprechen fiel schwerer und Brigitte K. war auf Hilfe angewiesen. Aufgrund der körperlichen Einschränkungen konnte sie ihrem Beruf als Verantwortliche im Produktionsprozess in einem Chemieunternehmen nicht mehr nachgehen. „Ich verlor immer mehr meine Eigenständigkeit, konnte mich zum Schluss nicht einmal mehr ohne Gehhilfe allein bewegen. Ständig musste ich eine Umhängetasche mit mir tragen, da meine Hände nie frei waren. Ich habe mich furchtbar gefühlt, so unselbstständig und hilflos, ich war so unglücklich.“ Selbst nachts fand sie keine Ruhe, denn ihr Körper konnte sich nachts im Liegen nicht entspannen. Morgens fühlte sie sich deshalb regelmäßig wie gerädert.

Neue Stadt – neue Hoffnung

Nach einem Umzug nach Leipzig schöpfte Brigitte K. neue Hoffnung, als sie sich an die Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum in Leipzig wandte und sich in der dortigen Sprechstunde bei Prof. Dr. med. Dirk Winkler, stellv. Klinikdirektor, Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie und Oberarzt Privatdozent Dr. med. David Weise vorstellte. In einem Beratungsgespräch erklärten ihr die Fachärzte, dass es noch andere Möglichkeiten der Behandlung von Parkinsonsymptomen gibt als Medikamente. „Bei Brigitte K. wirkten die Medikamente anfangs sehr gut, die Behandlung mit Medikamenten unterlag jedoch im Verlauf ständigen Schwankungen. Das ist eine bekannte und sehr häufige Nebenwirkung der medikamentösen Therapie. Bei diesen sogenannten ‚motorischen Fluktuationen‘ hilft die Medikation eine kurze Weile dabei, die Symptome der Parkinsonerkrankung wie das Zittern und die Bewegungsverlangsamung zu unterdrücken. Dazwischen kommt es jedoch zu einer überschießenden Wirkung, d. h. ein Zuviel an Bewegungen, und teils plötzlich Phasen der fehlenden Wirksamkeit. Im Alltag der Betroffenen stellt dies ein großes Problem dar und wirkt sich auch auf den psychischen Zustand der Patienten aus, denn sie werden in ihrer Selbstständigkeit stark eingeschränkt“, erklärt der Facharzt und ergänzt: „Viele Symptome der Parkinsonerkrankung, einer Erkrankung des Nervensystems, die zu Dopaminmangel im Gehirn führt, können durch die sogenannte tiefe Hirnstimulation, englisch Deep Brain Stimulation (DBS), erfolgreich behandelt werden. Dies ermöglicht den Betroffenen eine wesentliche Verbesserung der eigenen Bewegungsfreiheit und Selbstständigkeit.“

Hilfe mit gezielter Hirnstimulation

Um herauszufinden, ob der Einsatz der tiefen Hirnstimulation bei Brigitte K. im Rahmen der Behandlungsmöglichkeiten infrage käme, erfolgten unterschiedliche Untersuchungen wie die Testung des Ansprechens auf die Dopaminersatztherapie (L-Dopa-Test). Mithilfe dieser Untersuchungen wird geprüft, ob eine tiefe Hirnstimulation für den individuellen Patienten infrage kommt. „Bei Brigitte K. zeigte sich im Test eine deutliche Verbesserung der motorischen Fähigkeiten unter L-Dopa-Therapie, daneben bestanden die ausgeprägten Schwankungen der Beweglichkeit und keine Gegenanzeigen, weshalb wir uns dazu entschieden, eine Operation zur tiefen Hirnstimulation mit dem Infinity-DBS-System von Abbott zu empfehlen“, bemerkt Dr. Weise. Durch dieses innovative Stimulationssystem mit einer speziellen, segmentierten Elektrode können Parkinsonpatienten mit der tiefen Hirnstimulation wesentlich gezielter behandelt werden, als es noch vor rund drei Jahren der Fall war. „Dank dieser neuen Methode reduzieren wir mögliche Nebenwirkungen der Stimulation“, sagt Dr. Weise.

Mit DBS zur körperlichen Eigenständigkeit zurückkehren

In einer Wach-Operation ermittelten Prof. Dr. Winkler und Dr. Weise mit einem interdisziplinären Ärzteteam zunächst, ob die Platzierung der dünnen segmentierten Elektrode die gewünschte Stimulationswirkung erzielen würde. Nachdem dieser Bereich bei Brigitte K. präzise ermittelt worden war, folgte die Implantation des Stimulators in einer Operation unter Vollnarkose. „Der Stimulator wird bei der Operation im Bereich des Oberbauchs oder der Brust eingesetzt. Über die Elektrode leitet er die Impulse bis ans Gehirn“, verdeutlicht der Facharzt. „Ich habe schon direkt nach der Operation eine Veränderung bemerkt. Es war unglaublich, ich konnte meinen Körper wieder besser steuern und zitterte kaum noch. Das war plötzlich so ein neues, schönes Gefühl“, erinnert sich Brigitte K. Nach rund vier Wochen Genesung im Krankenhaus folgten Reha-Maßnahmen, damit sie lernte, ihren Körper wieder einzusetzen. „Schonen musste ich mich nicht, aber am Anfang habe ich alles etwas langsamer gemacht und aufgepasst.“ Zu den Maßnahmen gehörten unter anderem Ergo- und Physiotherapie, logopädische Therapie und Sport.

Wieder aktiv im Leben stehen – ohne Hilfe

Heute ist die mittlerweile 60-Jährige wieder aktiv. „Ich gehe schwimmen und fahre Fahrrad, das war vor dem Einsatz des Infinity-DBS-Systems gar nicht möglich. Selbst das Autofahren fällt mir wieder leichter. Die Stützschienen zum Laufen brauche ich auch nicht mehr und habe so wieder beide Hände frei. Das ist wirklich sehr schön. Hausarbeiten erledige ich auch allein, das geht zwar etwas langsamer als früher, aber das stört mich nicht, denn das Gefühl, eigenständig zu sein, ist das Wichtigste für mich.“ Um die Stimulationsstärken in einem gewissen Rahmen selbst zu steuern und die Werte des Stimulationszustandes abzulesen, erhielt Brigitte K. ein Apple iPod[[1]1] als externes Steuersystem. „Die Bedienung ist einfach und die Anzeigen sind leicht zu verstehen, das fällt mir gar nicht schwer“, meint die Frührentnerin erfreut. Statt über 20 Tabletten benötigt Brigitte K. nur noch vier Tabletten am Tag und sie findet nachts auch wieder Ruhe, schläft durch und wacht morgens erholt auf.

 
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