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Pressemitteilung BoxID: 413531 (4SC AG)
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4SC gibt Fortschritte in der klinischen Entwicklung seines wichtigsten Krebswirkstoffs Resminostat bekannt

(lifePR) (Planegg-Martinsried, ) .
- Präsentation der Ergebnisse des Phase I Teils der SHORE-Studie bei fortgeschrittenem Darmkrebs (CRC) auf bevorstehender ASCO Konferenz in Chicago: Resminostat-FOLFIRI-Kombinationstherapie bestätigt Sicherheit und zeigt Hinweise auf klinischen Behandlungsnutzen
- Neuer Biomarker (ZFP64) identifiziert, dessen Expression in Phase-II-Studien bei Leberkrebs (HCC) und Hodgkin Lymphom (HL) mit Überlebenserwartungen von Resminostat-behandelten Patienten korreliert
- Der Hauptfokus der weiteren Entwicklung von Resminostat soll insbesondere auf einem Zulassungsprogramm in der Erstlinienbehandlung von fortgeschrittenem HCC unter Einbeziehung eines ZFP64-Biomarkerprogramms liegen

Das Biotechnologie-Unternehmen 4SC AG (Frankfurt, Prime Standard: VSC), das zielgerichtete, niedermolekulare Medikamente gegen Krebs- und Autoimmunerkrankungen erforscht und entwickelt, gibt heute eine Reihe positiver Entwicklungsfortschritte in der klinischen Entwicklung von Resminostat, seinem Leitwirkstoff in der Krebsmedizin bekannt.

Phase-I-Ergebnisse der SHORE-Studie bei fortgeschrittenem Darmkrebs (CRC)

4SC wird am 2. Juni 2013 auf der ASCO Konferenz in Chicago (USA) positive Ergebnisse zur Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik aus dem Phase-I-Teil der SHORE-Studie präsentieren. Die Studie wurde aufgelegt, um Resminostat in Kombination mit der FOLFIRI-Chemotherapie als Zweitlinienbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem KRAS-mutiertem Darmkrebs (CRC) zu untersuchen.

Resminostat zeigte sich in allen verabreichten Dosierungen als sicher und gut verträglich. Dabei wurde Resminostat bis zu einer maximalen Tagesdosis von 600 mg (bei einmal täglicher Gabe) bzw. von 800 mg (bei zweimal täglicher Gabe von je 400 mg) in seinem Standard-Dosisschema (5+9) in Kombination mit der empfohlenen Standarddosierung von FOLFIRI verabreicht. FOLFIRI ist eine aus mehreren Komponenten bestehende Chemotherapie, die u.a. die Wirkstoffe 5-Fluorouracil (5-FU) und Irinotecan enthält.

Die Ergebnisse bestätigen erneut das gute Sicherheitsprofil von Resminostat in Kombinationsanwendung mit etablierten Krebstherapien. Beobachtete Nebenwirkungen waren i.d.R. mild bis moderat in ihrer Ausprägung und traten erwartungsgemäß insbesondere im gastrointestinalen und hämatologischen Bereich auf.

Es traten keine Dosis-limitierenden Toxizitäten (dose-limiting toxicities, DLT) auf; entsprechend konnte bis zur höchsten getesteten Dosierung von 800 mg Resminostat pro Tag (zweimal täglich 400 mg) formal keine maximal verträgliche Behandlungsdosis (maximum tolerated dose, MTD) der Kombinationsbehandlung ermittelt werden. Das bekannte Nebenwirkungsprofil von FOLFIRI wurde durch die Zugabe von Resminostat nicht verändert. Des Weiteren konnte das gute pharmakokinetische Profil von Resminostat, das sich unter anderem in der Dosis-Proportionalität der Resminostat-Blutspiegel zeigt, bestätigt werden. Pharmakologische Wechselwirkungen von Resminostat mit Komponenten der FOLFIRI-Therapie wurden nicht beobachtet.

Zudem zeigten sich bereits ermutigende Hinweise auf die klinische Aktivität der Behandlung. So wurde bei Patienten häufig eine Stabilisierung der Tumorerkrankung als klinischer Nutzen beobachtet; entsprechend konnte die Kombinationsbehandlung bei einer ganzen Reihe von Patienten über längere Zeiträume von mehreren Monaten hinweg verabreicht werden: sieben der 15 auswertbaren Patienten wurden für jeweils mindestens 12 Wochen und bis maximal 33 Wochen unter Stabilisierung der Tumorerkrankung behandelt.

Der Vorstandsvorsitzende der 4SC AG, Enno Spillner, sagte: 'Wir haben das Studienziel des Phase-I-Teils der SHORE-Studie klar erreicht. Die Ergebnisse bestätigen erneut das gute Sicherheitsprofil von Resminostat in Kombinationsanwendung mit etablierten Krebstherapien. Zum anderen haben wir bereits vielversprechende Hinweise auf den möglichen klinischen Nutzen durch die Kombinationstherapie von Resminostat und FOLFIRI bei Darmkrebs gewonnen. Nach den überzeugenden Phase-II-Ergebnissen in unserer Hauptindikation Leberkrebs im letzten Jahr haben wir mit den Phase-I-Daten bei Darmkrebs erneut das große klinische Potenzial von Resminostat verdeutlicht.'

Mit Beginn der Präsentation am 2. Juni 2012 um 8:00 Uhr Ortszeit Chicago (15.00 Uhr MESZ) wird das ASCO-Poster unter www.4sc.de/de/produktpipeline/publikationen-poster/resminostat abrufbar sein.

Wie bereits vor kurzem angekündigt, wird sich 4SC fortan primär auf die Weiterentwicklung von Resminostat als Erstlinienmedikament für fortgeschrittenen Leberkrebs (HCC) auf dem Weg zur Marktzulassung konzentrieren. Das Unternehmen arbeitet derzeit an einem pivotalen klinischen Entwicklungsplan für Resminostat, angewandt in Kombinationsbehandlung mit dem Krebsmedikament Sorafenib als HCC-Erstlinientherapie, und wird danach die notwendigen Entwicklungsschritte mit potenziellen Partnern und Zulassungsbehörden in der EU und den USA erörtern.

ZFP64 als möglicher, für das Patientenüberleben indikativer Biomarker in klinischen Resminostat-Studien bei Leberkrebs (HCC) und Hodgkin Lymphom (HL) identifiziert

4SC berichtet ebenfalls vielversprechende Biomarker-Daten aus zwei klinischen Phase-II-Studien mit Resminostat bei fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC) (SHELTER-Studie) sowie im Hodgkin Lymphom (HL) (SAPHIRE-Studie). Beobachtungen bei HCC- und HL-Patienten weisen auf eine Anwendbarkeit der Expressionsmuster eines bestimmten Gens - des sog. Zink-Finger-Protein 64 (ZFP64) - als Biomarker hin, um einen möglichen Therapieerfolg beim klinischen Verlauf dieser Krebserkrankungen unter der Behandlung mit Resminostat anzuzeigen.

Ein vielversprechender Zusammenhang zwischen den Expressionsmustern des ZFP64-Gens in peripheren Blutzellen von HCC- und HL-Patienten vor Resminostat-Behandlungsstart (baseline) und dem erzielten klinischen Ergebnis wurde beobachtet: So stand eine hohe ZFP64-Expression vor Behandlungsstart einem erhöhten späteren klinischen Behandlungsnutzen gegenüber, d.h. Patienten erzielten mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Stabilisierung ihrer Erkrankung. Insbesondere aber zeigten Patienten, die vor Behandlungsstart höhere ZFP64-Werte aufwiesen, auch ein deutlich längeres Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zu Patienten mit niedrigeren ZFP64-Werten.

Diese Ergebnisse wurden in Patientengruppen aus zwei Phase-II-Studien mit Resminostat in zwei unterschiedlichen Krebsindikationen ermittelt, Leberkrebs (häpatozelluläres Karzinom, HCC) und Hodgkin Lymphom (HL). Daraus könnte sich ein gemeinsamer biologischer zellbasierter Mechanismus in beiden Krebsarten ableiten lassen, der möglicherweise für ein höheres Ansprechen auf die Resminostat-Behandlung verantwortlich ist. Eine Patentanmeldung wurde bereits eingereicht, um einen angemessenen Schutz des geistigen Eigentums an diesen Ergebnissen sicher zu stellen. ZFP64 wird in der wissenschaftlichen Literatur als Transkriptionsfaktor und Co-Aktivator des sog. Notch-Proteins beschrieben, welches einen für die Entstehung und das Wachstum von Krebs zentralen Signalübertragungsweg reguliert.

Ermittelt wurden diese Ergebnisse aus einer Analyse von Änderungen in Genexpressionsmustern auf die Behandlung mit Resminostat - sowohl in Monotherapie (SAPHIRE-Studie in HL und SHELTER-Studie in HCC) als auch in Kombinationstherapie mit Sorafenib (Nexavar(R)) (SHELTER-Studie in HCC). Das ursprüngliche Ziel der Biomarkeranalyse war es zu untersuchen, ob Änderungen dieser in peripheren Blutzellen gemessenen Genexpressionsmuster als pharmakodynamische Marker dienen können, um die Untersuchung der pharmakologischen Aktivität von Resminostat zu unterstützen.

Dr. Bernd Hentsch, Entwicklungsvorstand der 4SC AG, kommentierte: '4SC wird nun weitere Studien durchführen, um diese erfreulichen Erkenntnisse zu bestätigen. Es ist unser Ziel, Resminostat idealerweise zusammen mit der Verwendung von Biomarkern als personalisierte Krebstherapie zur Marktzulassung zu bringen. Als ein Teil dieser Strategie werden wir die neuen Erkenntnisse über ZFP64 in einem integrierten Biomarker-Programm im Rahmen der weiteren Entwicklung von Resminostat als HCC-Erstlinientherapie nutzen und die resultierenden Optionen mit potenziellen Partnern und Zulassungsbehörden weiter erörtern.'

Informationen zur Poster-Präsentation:

Abstract Nr.: 3625 Abstract Titel: Phase I dose escalation of the oral histone deacetylase inhibitor (HDACi) resminostat in combination with FOLFIRI in colorectal cancer (CRC) patients: the SHORE trial Zeit und Ort der Präsentation: Sonntag, 2. Juni 2013, 8:00-11:45 Uhr Ortszeit Chicago (CDT) (entspricht 15:00-18.45 Uhr MESZ), S Hall A2 Poster Session: General Poster Session, Gastrointestinal (Colorectal) Cancer Autoren: H. Schulze-Bergkamen1, D. Jäger1, HG Kopp2, M. Bitzer2, A. Mais3, K. Resemann3, B. Hauns3, J. Asche3, S.W. Henning3, B. Hentsch3
(1 Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, 2 Universitätsklinikum Tübingen, 3 4SC AG, Planegg-Martinsried)

Über Resminostat

Resminostat (4SC-201), die onkologische Leitsubstanz von 4SC, ist ein oral verabreichter pan-Histon-Deacetylase (HDAC)-Inhibitor mit einem innovativen, epigenetisch vermittelten Wirkmechanismus, der die Substanz als neue zielgerichtete Tumortherapie sowohl in Monotherapie als auch insbesondere in Kombination mit anderen Krebsmedikamenten für ein breites onkologisches Indikationsfeld potenziell einsetzbar macht. HDAC-Inhibitoren verändern nachweislich die DNA-Struktur von Tumorzellen und lösen damit die Zelldifferenzierung und schließlich den programmierten Zelltod (Apoptose) aus. Dadurch besitzen HDAC-Inhibitoren einen Wirkmechanismus, der das Tumorwachstum stoppen und eine Rückbildung des Tumors bewirken kann. Zudem wird davon ausgegangen, dass Resminostat eine sogenannte '(Re-)Sensitivierung' von Tumorzellen gegenüber anderen Krebswirkstoffen bewirkt. Dadurch können bestimmte Toleranz- und Resistenzmechanismen, die Tumorzellen häufig gegen andere Krebsmedikamente entwickeln, unterdrückt bzw. umgekehrt werden. Durch die zusätzliche Behandlung mit Resminostat soll also die Wirksamkeit einer bereits zuvor verabreichten Krebstherapie, die keine ausreichende Wirkung mehr zeigte, wiederhergestellt oder deutlich verbessert werden; zum anderen soll die Kombination von Resminostat mit gängigen Krebstherapeutika bereits bei deren Therapiestart den Behandlungserfolg generell verbessern.

In einem breiten klinischen Phase-I/II-Entwicklungsprogramm wurde Resminostat bislang in den drei Indikationen Leberkrebs (HCC), Hodgkin Lymphom (HL) und Darmkrebs (CRC) untersucht. In der Phase-II-SAPHIRE-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem HL zeigte Resminostat als Monotherapie mit einer Tumoransprechrate von insgesamt 35,3% und einem klinischen Nutzen bei 55,9% der Patienten substanzielle Antitumor-Aktivität in einer sehr stark vorbehandelten Patientengruppe sowie sehr gute Sicherheit und Verträglichkeit. In der Phase-I/II-SHORE-Studie mit Resminostat in Kombination mit der FOLFIRI-Chemotherapie als Zweitlinienbehandlung von Patienten mit K-ras-mutiertem Darmkrebs werden positive Ergebnisse zur Sicherheit und Verträglichkeit auf der ASCO Konferenz 2013 in Chicago veröffentlicht. Zudem wurde Resminostat in der Phase-II-SHELTER-Studie in Monotherapie sowie in Kombination mit Sorafenib als Zweitlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC) untersucht, bei denen es nach einer Erstlinientherapie mit Sorafenib zu einem radiologisch bestätigten Fortschreiten der Erkrankung kam. Die Kombinationstherapie aus Resminostat und Sorafenib erreichte eine progressionsfreie Überlebensrate (PFSR) nach 12 Wochen von 70,0% und ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von 4,7 Monaten. Das mediane Gesamtüberleben bei der Kombinationstherapie lag bei 8,0 Monaten.

4SC befindet sich derzeit in Gesprächen mit Zulassungsbehörden und potenziellen Partnern für die Vorbereitung der nächsten fortgeschrittenen Entwicklungsschritte mit Resminostat in Kombination mit Sorafenib als Erstlinientherapie von fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC).

Rechtlicher Hinweis

Dieses Dokument kann Prognosen, Schätzungen und Annahmen im Hinblick auf unternehmerische Pläne und Zielsetzungen, Produkte oder Dienstleistungen, zukünftige Ergebnisse oder diesen zugrunde liegende oder darauf bezogene Annahmen enthalten. Jede dieser in die Zukunft gerichteten Angaben unterliegt Risiken und Ungewissheiten, die nicht vorhersehbar sind und außerhalb des Kontrollbereichs der 4SC liegen. Viele Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von denen abweichen, die in diesen zukunftsgerichteten Angaben enthalten sind.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.4sc.de

4SC AG

Der von der 4SC AG (ISIN DE0005753818) geführte Konzern erforscht und entwickelt zielgerichtet wirkende, niedermolekulare Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf in verschiedenen Autoimmun- und Krebsindikationen. Damit sollen den betroffenen Patienten innovative Therapien mit verbesserter Verträglichkeit und Wirksamkeit im Vergleich zu bestehenden Behandlungsmethoden für eine höhere Lebensqualität geboten werden. Die Pipeline des Unternehmens umfasst vielversprechende Produkte in verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung. Durch Partnerschaften mit Unternehmen der Pharma- und Biotechnologieindustrie setzt die 4SC auf zukünftiges Wachstum und Wertsteigerung. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und beschäftigte am 31. März 2013 insgesamt 86 Mitarbeiter. Die 4SC AG ist seit Dezember 2005 am Prime Standard der Börse Frankfurt gelistet.