Sonntag, 22. April 2018


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4SC-202 - ein vielversprechender Partner für kombinierte Krebstherapie

Zwei Posterpräsentationen auf dem AACR Annual Meeting, 1. bis 5. April 2017, Washington, D.C., USA

Planegg-Martinsried, (lifePR) - Die 4SC AG (4SC, FWB Prime Standard: VSC) gab heute bekannt, dass sie zwei Poster mit Daten zu dem Krebswirkstoff 4SC-202 auf dem American Association for Cancer Research (AACR) Annual Meeting [http://www.aacr.org/MEETINGS/PAGES/MEETINGDETAIL.ASPX?EVENTITEMID=105#] präsentieren wird, das vom 1. bis 5. April 2017 in Washington, D.C., USA, stattfindet. Die Daten unterstützen die Entwicklungspläne für 4SC-202, einer Substanz mit einzigartigem epigenetischen Wirkmechanismus, die sowohl das Protein Lysin-spezifische Demethylase (LSD1) als auch Klasse I Histon-Deacetylasen (HDAC 1, 2 und 3) hemmt.

Die beiden Poster werden am 3. bzw. 4. April 2017 auf der Homepage von 4SC [unter Wissenschaft -> Publikationen, Präsentationen und Poster -> 4SC-202] veröffentlicht.

4SC-202 und Checkpoint-Inhibitoren - Stärkung des Immunsystems im Kampf gegen Krebs

"In einem ersten Ansatz haben wir untersucht, wie stark und auf welche Weise 4SC-202 sowohl allein als auch in Kombination mit Antikörpern gegen PD1 und PD-L1 in Mäusen mit intaktem oder beeinträchtigtem Immunsystem gegen Krebs wirkt. Beide Antikörper sind sogenannte Checkpoint-Inhibitoren. Schon Behandlung mit 4SC-202 allein zeigte Aktivität gegen das Krebsgewebe, aber besonders im Zusammenspiel mit den Checkpoint-Inhibitoren wurde das Immunsystem stimuliert und die Anzahl an zytotoxischen T-Zellen in der Tumorumgebung erhöht, die Krebszellen abtöten können. Dieser Effekt wurde erzielt, ohne die gegen den Tumor gerichteten T-Zellen zu schädigen - eine Eigenschaft, die 4SC-202 wesentlich von anderen HDAC-Inhibitoren unterscheidet", fasste Dr. med. Frank Hermann zusammen, Chief Development Officer bei 4SC.

"Diese vielversprechenden präklinischen Daten bilden eine solide Grundlage für die weitere klinische Entwicklung von 4SC-202. Da 4SC-202 sehr gut mit Checkpoint-Inhibitoren zusammenwirkt, sollten wir die zusätzliche Behandlung mit 4SC-202 bei Patienten untersuchen, die nicht auf eine Behandlung mit Checkpoint-Inhibitoren allein ansprechen. Bei diesen Patienten könnte 4SC-202 das Immunsystem dabei unterstützen, den Krebs wieder zu bekämpfen."

Abstract #2632 / Poster #21: 4SC-202 induces inflamed tumor microenvironment, strongly enhances tumor infiltration with cytotoxic T cells and primes tumors for anti-PD-1/PD-L1 therapy

Datum: Montag, 3. April 2017, Uhrzeit: 13:00 - 17:00 Uhr EDT, Ort: Section 25

4SC-202 - vielleicht ein spannender Wirkstoff gegen akute myeloische Leukämie (AML)

"In einem zweiten Ansatz haben wir eine andere Eigenschaft von 4SC-202 untersucht: die Fähigkeit, in Zelllinien für akut myeloische Leukämie (AML) Differenzierung zu induzieren. Das ist ein therapeutischer Ansatz, der bereits verwendet wird, um diese Krankheit zu behandeln. Um eine geeignete Kombination herauszufinden haben wir analysiert, wie 4SC-202 allein oder in Kombination mit verschiedenen Zytokinen gegen die Krebszellen wirkt", so Dr. Roland Baumgartner, Chief Scientific Officer bei 4SC.

"Behandlung mit 4SC-202 allein hat dazu geführt, dass sich die AML-Zellen weiter ausdifferenziert haben. Durch Kombination mit dem Zytokin Interferon-γ (IFN-γ) wurde außerdem eine verstärkte Tumor-spezifische T-Zell-Antwort ausgelöst. Diese Immunreaktion kann bösartige AML-Zellen beseitigen, die bei einer vorhergehenden Behandlung übriggeblieben sind - ein weiteres Beispiel für das Potenzial von 4SC-202, das Immunsystem im Kampf gegen Krebs zu stärken."

Abstract #3088 / Poster #5: Combination of 4SC-202 and IFN-γ restores mature APC phenotype in AML cells

Datum: Dienstag, 4. April 2017, Uhrzeit: 8:00 - 12:00 Uhr EDT, Ort: Section 3

Über 4SC-202

4SC-202 ist ein oral verabreichter niedermolekularer Wirkstoff zur Behandlung von Krebs. 4SC-202 hat einen einzigartigen epigenetischen Wirkmechanismus und hemmt sowohl das Protein Lysin-spezifische Demethylase (LSD1) als auch Klasse I Histon-Deacetylasen (HDAC 1, 2 und 3), die eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Signalwegen in entarteten Krebszellen spielen.

4SC-202 wurde in einer Phase-I-Studie mit 24 intensiv vorbehandelten Patienten mit verschiedenen weit fortgeschrittenen Blutkrebsarten untersucht und hat sich als verträglich erwiesen. Mit einer 28 Monate anhaltenden vollständigen und einer 8 Monate anhaltenden teilweisen Remission konnten bereits vielversprechende Anzeichen auf Wirksamkeit beobachtet werden.

In präklinischen Untersuchungen hat 4SC-202 die Tumor-gerichtete Immunantwort verstärkt. Die Behandlung mit 4SC-202 verändert dabei die Umgebung der Tumorzellen und bewirkt, dass mehr Immunzellen in den Tumor eindringen. Weitere präklinische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kombination von 4SC-202 mit Checkpoint-Inhibitoren besser gegen Krebs gewirkt hat als die Behandlung mit Checkpoint-Inhibitoren allein. Damit bieten sich vielversprechende Chancen für die weitere klinische Entwicklung von 4SC-202 bei Patienten, die nach der Behandlung mit Checkpoint-Inhibitoren wieder rückfällig werden oder gar nicht erst auf eine solche Behandlung ansprechen.

Über Checkpoint-Inhibitoren

Das körpereigene Immunsystem reguliert sich über eine Vielzahl von Mechanismen selbst, um übermäßige oder fehl gerichtete Abwehrreaktionen zu verhindern. Tumore machen sich diese Immunkontrollpunkte oder auch "Checkpoints" zu nutzen, um die gegen sie gerichtete Immunabwehr abzuschalten. Hier wirken Checkpoint-Inhibitoren: Sie hemmen die Signalwege, lösen also die "Bremsen" der Immunzellen, sodass die Immunzellen das Krebsgewebe wieder angreifen können.

Ein weltweit erfolgversprechend in klinischen Studien untersuchtes Beispiel für Checkpoint-Inhibitoren sind Medikamente, die den Rezeptor PD-1 (Programmed Death-1) auf der Oberfläche von Immunzellen blockieren. Der Rezeptor PD-1 interagiert mit seinen Liganden PD-L1 oder PD-L2 auf der Oberfläche von Krebszellen und hindert die Immunzellen daran, den Tumor anzugreifen. Wird der Rezeptor PD-1 oder sein Ligand PD-L1 blockiert, entkommen die Krebszellen der Immunantwort nicht mehr.

Über epigenetische Krebstherapie

Epigenetische Veränderungen beeinflussen den Aktivitätszustand von Genen und bewirken, dass diese vermehrt oder weniger stark abgelesen werden, verändern jedoch nicht die Erbinformationen in der DNA selbst. Durch diesen Mechanismus können differenzierte Zellen, wie zum Beispiel der Lunge, Nerven oder Haut, trotz identischer genetischer Informationen sehr unterschiedliche Funktionen ausüben.

Beim Übergang einer Zelle zur Krebszelle spielen epigenetische Veränderungen eine ebenso wichtige Rolle wie Genmutationen. Die Epigenetik beeinflussen zu können, ist für die Krebstherapie äußerst vielversprechend. Epigenetische Wirkstoffe wie Resminostat und 4SC-202 von 4SC können diese epigenetischen Modifikationen wieder rückgängig machen. So unterbrechen oder bekämpfen die epigenetischen Krebswirkstoffe den für die Krebsentstehung verantwortlichen Mechanismus und machen die Krebszellen für das körpereigene Immunsystem sichtbar oder empfänglicher für eine immuntherapeutische Krebsbehandlung.

Epigenetische Wirkstoffe gelten als wachstumsstarker Zukunftsmarkt der Onkologie, da sie sowohl für monotherapeutische Ansätze als auch für die Kombination mit immunologischen Krebsmedikamenten und anderen therapeutischen Wirkstoffen vielversprechende Perspektiven bieten. Laut einem Bericht des Forschungs- und Beratungsunternehmens Grand View Research vom Oktober 2015 wird für den weltweiten Epigenetik-Markt im Jahr 2022 ein Umsatz von 16 Mrd. US-$ nach 4 Mrd. US-$ im Jahr 2014 erwartet.

Zukunftsbezogene Aussagen

Diese Pressemitteilung enthält bestimmte zukunftsbezogene Aussagen, die Risiken und Unsicherheiten beinhalten und der Einschätzung von 4SC zum Veröffentlichungszeitpunkt entsprechen. Derartige zukunftsbezogene Aussagen stellen weder Versprechen noch Garantien dar, sondern sind abhängig von zahlreichen Risiken und Unsicherheiten, von denen sich viele der Kontrolle von 4SC entziehen, und die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von denen abweichen, die in diesen zukunftsbezogenen Aussagen in Erwägung gezogen werden. 4SC übernimmt ausdrücklich keine Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen hinsichtlich geänderter Erwartungen der Parteien oder hinsichtlich neuer Ereignisse, Bedingungen oder Umstände, auf denen diese Aussagen beruhen, zu aktualisieren oder zu revidieren.

4SC AG

Das biopharmazeutische Unternehmen 4SC AG (www.4SC.de) entwickelt niedermolekulare Medikamente, die Krebskrankheiten mit hohem medizinischen Bedarf durch epigenetische Mechanismen bekämpfen. Diese Medikamente sollen den Patienten innovative Behandlungsmöglichkeiten bieten, die erträglicher und wirksamer sind als bestehende Therapien und eine bessere Lebensqualität bieten.

Die Pipeline des Unternehmens ist durch ein umfangreiches Patentportfolio geschützt und umfasst vielversprechende Produkte in verschiedenen Phasen der präklinischen und klinischen Entwicklung. Durch Partnerschaften mit Unternehmen der Pharma- und Biotechnologieindustrie setzt 4SC auf zukünftiges Wachstum und Wertsteigerung. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und beschäftigte am 31. Dezember 2016 insgesamt 49 Mitarbeiter. 4SC ist seit Dezember 2005 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet.

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