Freitag, 23. Februar 2018


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Trendforscher: "Stuttgart 21 wird überall sein"

Leiter des 2b AHEAD ThinkTanks hält die Schlichtung für eine Methode der 80er Jahre und erklärt, wie Bürgerbeteiligung der Zukunft aussehen wird

Leipzig, (lifePR) - Der Trendforscher Sven Gábor Jánszky hält die morgen zu Ende gehende Schlichtung beim Großprojekt Stuttgart 21 für überholt und eine Methode der 80er Jahre. "Stuttgart 21 ohne Schlichtung war aus den 50ern, mit Schlichtung ist die Denkweise der Projektverantwortlichen aus den 80ern. Mit Zukunft hat das was Mappus und Geißler dort machen, kaum etwas zu tun. Dieses Denken ist 30 Jahre alt. Die Lebenswelten der Bürger haben sich gewandelt und das Denken der Politik ist stehengeblieben. Zu Recht wird jedes Ergebnis der Schlichtung unbefriedigend bleiben", sagte Jánszky am Montag.

Der Leiter des 2b AHEAD ThinkTanks versammelt seit zehn Jahren die Innovationschefs der deutschen Wirtschaft in seiner Denkfabrik und gilt aktuell als einer der renommiertesten Trendforscher in Deutschland. Nach seinen Worten ist die Schlichtung eine Denkweise aus einer vergangenen Welt. Mitbestimmung als Konzept des Ausgleichs und Kompromisses zwischen zwei konträren Positionen zu verstehen, sei ein Überbleibsel aus der bipolaren Welt des kalten Krieges und der Industriegesellschaft, so der Trendforscher.

Die Mitbestimmung der Zukunft werden hingegen sogenannte "Open Innovation" Methoden sein, wie sie bereits heute in den Innovationsprozessen von Unternehmen angewendet würden. In diesen wird die Lösung für ein Problem von Beginn an gemeinsam und aktiv von allen Beteiligten erarbeitet. Die Rolle der Autoritäten wechsele dabei von einer durchsetzenden in einer moderierende Rolle.

Jánszky verwies auf das Beispiel des ersten Bürger-OpenSpaces in Deutschland, den der 2b AHEAD ThinkTank gemeinsam mit zehn Innovationschefs unterschiedlicher Branchen bereits 2009 durchgeführt hatte. Mit der "OpenSpace"-Methode waren damals mehr als 500 Bürger zusammen gekommen und hatten an einem Tag die Zukunftsideen für ihre Stadt entwickelt. Jánszky wörtlich: "Dabei sind großartige Ideen und Lösungsvorschläge für konkrete Probleme entstanden. Vor allem ist aber das Gefühl entstanden, dass die Menschen gemeinsam Lösungen erarbeitet haben und jeder Bürger der Stadt sich einbringen konnte. Dies ist exakt jenes Lebensgefühl, das schon heute die Lebenswelten der Menschen prägt. Die Politik wird hart daran arbeiten müssen, ihre Entscheidungsprozesse entsprechend anzupassen. Ansonsten wird Stuttgart 21 demnächst überall sein."

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