Samstag, 03. Dezember 2016


Gedämpfte Stimmung bei Fabrikatshändlern

Kaufzurückhaltung im Gebrauchtwagenmarkt

(lifePR) (Würzburg, ) Der Boom im Mini- und Kleinwagen-Verkauf kostete die Bundesregierung fünf Milliarden Euro. Doch was die Vertragshändler 2009 aufgrund der Umweltprämie erlebten, bleibe eine krasse Ausnahme, erklärt ZDK-Präsident Robert Rademacher. Das jährliche Normalmarktvolumen werde sich in Zukunft auf rund drei Millionen Neuzulassungen einpendeln. Den weitgehend gesättigten Markt bekamen viele Fabrikatshändler bereits im letzten Monat zu spüren. So verbuchte gut ein Drittel der Betriebe niedrigere Umsätze im Neuwagengeschäft als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Dies ergab eine Umfrage der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK) und der Redaktion »kfz-betrieb«.

Pessimismus für die Zukunft

Eher pessimistisch beurteilen rund 50 Prozent der Befragten ihre zukünftigen Absatzerwartungen. Sie prognostizierten, dass die Erlöse im Neuwagenverkauf auch im nächsten Monat sinken. Zudem leiden die Fabrikatshändler unter der deutlichen Kaufzurückhaltung im Gebrauchtwagenmarkt: Nur zwölf Prozent der markengebundenen Unternehmen registrierten im Verkauf von Secondhand-Autos höhere, ein Drittel gleichbleibende und jeder zweite Betrieb sinkende Umsätze. Ergebnis der gedämpften Stimmung: Der Indexwert der Fabrikatsbetriebe sinkt unter die 100-Punkte-Marke.

Leichter Gewinn für freie Servicebetriebe

Leicht verbessert hat sich dagegen der Index der freien Servicebetriebe, der im Vergleich zum Vormonat um drei Punkte zulegte. Auf die Frage "Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation ihres Unternehmens?" antwortete ein Drittel der Inhaber von markenunabhängigen Werkstätten mit "gut" und knapp die Hälfte mit "befriedigend". Dennoch verbuchten gut 40 Prozent von ihnen im letzten Monat niedrigere Serviceumsätze als im Vorjahr. In Ostdeutschland verzeichneten sogar rund 50 Prozent der Befragten sinkende Erlöse im Werkstattgeschäft.

Autohauskunden im Gebrauchtwagengeschäft binden

"Die Stimmung in der Branche sinkt sukzessive, wenngleich die Zahl der Neuzulassungen auch im Befragungsmonat erneut deutlich über den Zahlen des Vormonats liegen", kommentiert Dr. Hermann Frohnhaus, Sprecher des Vorstands der BDK. Zwar würden die Händler nach wie vor Neuwagen zulassen, doch resultiere ein Großteil davon noch aus den Bestellungen, die im Zuge der Umweltprämie getätigt wurden. Ein Blick auf die Besitzumschreibungen zeige deutlich, dass sich der Gebrauchtwagenmarkt nach wie vor nicht erholt habe, ergänzt Frohnhaus. Die Zahlen liegen unter Vorjahresniveau. Hier bestehe Handlungsbedarf. Um die Kundenbindung zu erhöhen und zusätzliche Erträge zu generieren, seien Finanzdienstleistungen für den Handel keine Möglichkeit mehr, sondern ein Muss.

»kfz-betrieb« ist das meistgelesene Fachmagazin im Kfz-Gewerbe und informiert seit 99 Jahren den automobilen Handel und Service. »kfz-betrieb« ist offizielles Organ des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK), der berufsständischen Interessenvertretung für rund 40.000 Autohäuser und Werkstätten. Tagesaktuelle News aus der gesamten Kfz-Branche gibt es unter www.kfz-betrieb.de sowie im täglichen Newsletter. Das Stamm-haus Vogel Business Media, Würzburg, ist einer der führenden deutschen Fachinformationsanbieter mit rund 100 Fachzeitschriften, 60 Webseiten sowie zahlreichen internationalen Aktivitäten.
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