Montag, 21. April 2014


Württembergischen Weinerzeugergemeinschaft im VdAW, sie wird der Herausforderungen der Zukunft gemeinsam mit Leidenschaft begegnen

(lifePR) (Stuttgart, ) Bestimmende Themen waren die gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union und Strategien. Diese standen auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung der Württembergischen Weinerzeugergemeinschaft im VdAW vergangener Woche in Untergruppenbach, um künftige Herausforderungen im Weinbau erfolgreich zu meistern.

Der Jahrgang 2011 war ein guter, resümierte Jürgen Willy, Vorsitzender der Württembergischen Weinerzeugergemeinschaft in seiner Eröffnungsrede bei der Mitgliederversammlung der Weinerzeugergemeinschaft in der gut besuchten Stettenfelshalle. Mit 13 Millionen Kilogramm Trauben war die Ernte um 30 Prozent höher als im Vorjahr. Nach den beiden schwachen Jahrgängen 2009 und 2010 lag die Erntemenge damit etwa im Durchschnitt der früheren Jahrgänge, ein großer Teil der Ernte erreichte Prädikatsweinniveau. Dabei fiel der Ertrag allerdings regional sehr unterschiedlich aus. Während sich die Weingärtner im Stuttgarter Raum und im Remstal über eine reiche Ernte freuen konnten, war das Kocher-, Jagst- und Taubertal vom Frost stark betroffen und der Ertrag dementsprechend gering.

Die Kunden mit Qualität und Leidenschaft ansprechen

Willy wies darauf hin, dass steigende Arbeits-, Energie- und Materialkosten die Produktion verteuerten und es schwierig sei, weniger als fünf Hektar Rebfläche im Vollerwerb zu betreiben. Ein gesundes Wachstum sei für die Weinbaubetriebe schwer zu erreichen, die Arbeit für die junge Weingärtnergeneration nicht wirtschaftlich genug. "Kämpfen Sie für die Preise", so sein Aufruf an die Weingärtner - ein adäquater Preis für gute Qualität sei unerlässlich - andernfalls sei auch keine Investition in den ökologischen Weinbau möglich. Willy forderte die Weingärtner auf, die Leidenschaft für den Wein zu nutzen, um die Konsumenten mit allen Sinnen anzusprechen. Kunden würden immer kritischer, hochwertige Weine und eine innovative Marken- und Produktpolitik seien die Antwort darauf. Momentan stammen 43 Prozent der gekauften Weine hierzulande aus deutscher Produktion, dieser Anteil müsse erhöht werden.

EU-Agrarreform beschäftigt die Weingärtner

Beim Grußwort von Weinbauverbands-Präsident Hermann Hohl kam das Thema EU-Agrarreform zur Sprache. Die Anpassung des deutschen Weinrechts an die Vorgaben der EU lässt noch viele Fragen offen. Die Hoffnung liegt auf einer Verlängerung des Anbaustopps für neue Rebflächen bis zum Jahr 2025. Hohl regte Nachbesserungen im Bereich Pflanzenschutz an - Nachschulungen zum Sachkundenachweis sollten flexibler erbracht werden können, beispielsweise über Fachveranstaltungen.

Ministerialdirektor Wolfgang Reimer ist zuversichtlich, eine Verlängerung des Anbaustopps in Brüssel durchsetzen zu können, dämpfte allerdings die Erwartungen hinsichtlich der Frist. Zum Thema Sachkundenachweis Pflanzenschutz merkte Reimer an, dass die neuen EU-Vorschriften für Deutschland positiv zu werten seien, da viele Wettbewerbsverzerrungen abgeschafft würden. Andere EU-Staaten müssten nun auf Altwirkstoffe verzichten, die in Deutschland schon lange verboten sind. Bezüglich der Nachschulungen warb er um Verständnis - Einzelnachweise seien notwendig, um Konzessionen bei schweren Verstößen gegen das Pflanzenschutzgesetz auch wieder entziehen zu können. Der Ministerialdirektor versprach, zur Organisation der Nachschulungen eine praktikable Lösung anzustreben.

Strategien für die Zukunft

Reimer beleuchtete vor dem Hintergrund der EU-Agrarreform drei mögliche Strategien für die Weinerzeuger, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein: Kostenführerschaft, Premiumprodukte und Diversifikation - die Verbindung des traditionellen Weinbaus mit zusätzlichen Standbeinen. Die Strategie der Kostenführerschaft erfordere Überlegungen, welche Branchenzusammenschlüsse gebildet werden können. Eine enge Zusammenarbeit hinsichtlich Qualitätsprüfung oder Vermarktung eröffneten neue Chancen. Im Bereich Premiumprodukte sieht Reimer gute Möglichkeiten. Baden-Württemberg habe viel Kaufkraft und auch im Ökoanbau könnten noch zusätzliche Wertschöpfung erzielt werden. Das größte Potenzial liegt nach Ansicht des Ministerialdirektors in der Strategie der Diversifikation. Zusätzliche Aktivitäten im Bereich Tourismus, wie Weinlehrpfade und Weinkultur, würden gut in die Region passen. Als Best Practise-Beispiel nannte Reimer die Region Unterfranken.

Dr. Ernst Weinmann vom Weinbauinstitut Freiburg beleuchtete in seinem Vortrag Entwicklungsmöglichkeiten im Weinbau unter dem Aspekt der Arbeitswirtschaft und Kosten. Im Arbeitskreis Betriebswirtschaft wurden bei zwei ausgewählten Betrieben betriebswirtschaftliche Berechnungen vorgenommen. Ziel ist, das Berechnungsprotokoll praxistauglich zu machen und Betrieben ein Excel-Programm zur Verfügung zu stellen, das eine gute Entscheidungsgrundlage liefert.

Positive Bilanz des vergangenen Jahres

Erich Reich, Geschäftsführer des VdAW, zog in seinem Geschäftsbericht eine positive Bilanz. Der Weinverkaufsumsatz der Vertragskellereien aus der Weinerzeugergemeinschaft lag im vergangenen Jahr bei über 30 Millionen Euro. Die Preise konnten in den vergangenen zwei Jahren leicht angehoben werden, vor allem im höheren Qualitätsniveau konnten die Vertragskellereien am Markt Erfolge verbuchen. Dank der Leistungsfähigkeit der privaten Weinkellereien in Württemberg konnten den Traubenerzeugern gute Preise für ihre Traubenlieferungen bezahlt werden.
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Über den Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V.

Im VdAW, Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft e. V., sind die privaten mittelständischen Unternehmer des Agrargewerbes organisiert, das sind Landtechnischer Handel und -Handwerk, Motorgerätefachbetriebe, die Land- und Forst-wirtschaftlichen Lohnunternehmer, Landesproduktenhandel, Getreidemühlen, Weinkellereien, Fruchtsaftbetriebe, Großschlächter und der Vieh- und Fleischhandel

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