Freitag, 25. April 2014


Mitgliederversammlung der Fachgruppe Vieh und Fleisch des VdAW

Tierschutzplan bürgt hohe Kostenbelastungen

(lifePR) (Stuttgart, ) Seit Juli letzten Jahres ist das neue Fleischwerk der Lebensmittelkette EDEKA für die Vertriebsregion Südwest in Rheinstetten in Betrieb. Am 30. März bot das Unternehmen der Fachgruppe Vieh und Fleisch des Verbands der Agrargewerblichen Wirtschaft im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung Einblick in die Produktion. Mehr als 60 Mitglieder und Gäste ließen sich diese Möglichkeit einer Besichtigung des über 20 Hektar großen Geländes nicht entgehen.

In seiner Eröffnungsansprache kritisierte der Vorsitzende der Fachgruppe, Hartmut Huber, den kürzlich vorgelegten Tierschutzplan der Bundeslandwirtschaftsministern Ilse Aigner, nach dem zukünftig die so genannten nicht kurativen Eingriffe an Nutztieren verboten werden sollen. Zwar sei ein Hinarbeiten auf ein Verbot des Schwänzekupierens bei Schweinen grundsätzlich zu begrüßen, jedoch fehle es an wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie das Problem des Schwanzbeisens in der Praxis angegangen werden kann. Im Hinblick auf das Jahr 2013, ab dem die Gruppenhaltung tragender Sauen vorgeschrieben ist, sieht Huber eine enorme Belastung auf kleinere Betriebe zukommen. Vor allem Betriebsinhabern, die kurz vor der Rente stehen, seien keine Alternativen oder Übergangsfristen geboten, weshalb diese Betriebe zur Aufgabe der Ferkelproduktion gezwungen würden.

Dies bestätigte auch Daniel Weeber vom VdAW in seinem Geschäftsbericht. Je nach Region rechnet der Verband mit einer Aufgabe der Sauenhalter zwischen zwanzig und dreißig Prozent.

Beim Thema Fahrzeughöhe von Tiertransportern haben die Länder Niedersachsen, Nordrhein-Westphalen und Hessen die Erlasse der jeweiligen Ministerien wieder zurückgenommen, nach denen Transporte über 4,00m de facto nicht mehr möglich waren. Weeber begrüßte dies und verwies auf die Notwendigkeit einer Genehmigung der Transporthöhe auf 4,20m, da Rindertransporte nur so tierschutzgerecht und wirtschaftlich zugleich erfolgen könnten.

In einem Gastvortrag erläuterte Dr. Claus-Ulrich Honold vom Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz die zukünftige Rolle der Tierproduktion im Land. Besonders ging er auf die Auswirkungen der Gemeinsamen Agrarpolitik 2014-2020 ein.

Außerdem war der Experte für den Terminmarkt, Wolfgang Sabel von der Cloppenburger Kaak Terminhandel GmbH, eingeladen. Er erklärte die Funktionsweise der Warenterminbörse und verdeutlichte an Beispielen die Preisabsicherung am Lebendmarkt für Schweine.

Bei der anschließenden Wahl des Vorstandes und des Vorsitzenden wurde Hartmut Huber in seinem Amt als Vorsitzender der Fachgruppe erneut bestätigt.
Diese Pressemitteilung posten:

Website Promotion

Weitere Pressemitteilungen dieses Herausgebers

Disclaimer