Mittwoch, 28. September 2016


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Brandenburg barrierefrei

Qualitätsmerkmal und Erfolgsfaktor vom Ruppiner Land bis zur Niederlausitz

(lifePR) (Potsdam, ) Brandenburg gehört mit seinen barrierefreien Tourismus-Angeboten deutschlandweit zu den Vorreitern. Das Ruppiner Land und die Niederlausitz wurden als zwei von sieben deutschen Modellregionen ausgewählt, weil hier der barrierefreie Tourismus groß geschrieben wird: Im Haus Rheinsberg Hotel am See kann man zum Beispiel als Roll-stuhlfahrer nicht nur im Haus Kegeln gehen, sondern findet mit "Rolly Tours" auch einen barrierefreien Bootsanbieter direkt vor der Tür. Am Senftenberger See werden Radtouren mit Handbikes oder Rollfiets genauso angeboten wie Tandemfahrten für Blinde.

Barrierefreie Angebote werden immer wichtiger. Unüberwindbare Treppen, fehlende Leitsysteme oder Audio-Guides, glutenhaltige Speisen, Informationshemmnisse im Internet - zu den Herausforderungen gehört mehr als eine Rollstuhlrampe. Menschen werden durchschnittlich älter, sind in ihrer Mobilität eingeschränkt, brauchen entsprechende Angebote, die vielerorts fehlen. Dabei hat diese Zielgruppe eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Reisebranche.

Im Brandenburg-Tourismus geht es nicht darum, Barrierefreiheit als Spezialthema zu positionieren, sondern es vielmehr allen Zielgruppen zu ermöglichen, ganz selbstverständlich, selbstbestimmt und ohne fremde Hilfe dasselbe Angebot wahrzunehmen, wie Menschen ohne spezielle Einschränkungen.

Die Tourismusakademie Brandenburg

Die Tourismusakademie Brandenburg (TAB) hat die Aufgabe, Touristiker für das Thema zu sensibilisieren und weiterzubilden. An verschiedenen Orten in Brandenburg wird re-gelmäßig das Seminar "Brandenburg für Alle - barrierefreier Tourismus" angeboten. Darin geben die Kursleiter und Experten Tipps, wie Angebote angepasst und neu gestaltet werden können, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Als Ergänzung gibt es vertiefende Workshops wie zum Beispiel "Gäste mit Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten", "Gäste mit Sinneseinschränkungen - touristische Angebote erlebnisreich vermitteln", "Barrierefreies Internet" und weitere.

Seit 2008 erhebt die Tourismusakademie Brandenburg relevante Daten von touristischen Anbietern, um die Barrierefreiheit zu erfassen und zu bewerben. Dafür wurden mit Betroffenenverbänden Zielgruppen definiert und Checklisten erarbeitet.

Folgende Gästegruppen finden auf den TMB-Internetseiten für sie relevante, verlässliche

Informationen zu touristischen Angeboten:
- Gäste mit Mobilitätseinschränkungen (Rollstuhl, gehbehindert)
- Gäste mit Seheinschränkungen (sehbehindert, blind)
- Gäste mit Höreinschränkungen (schwerhörig, gehörlos)
- Gäste mit Lernschwierigkeiten/ "geistiger Behinderung"
- Gäste mit Allergien und speziellem Ernährungsbedarf

Bis heute wurden rund 500 Beherbergungsbetriebe, Freizeitanbieter und Gastronomiebetriebe erfasst und mit dem entsprechenden Piktogramm im Internet und in den Broschüren der TMB dargestellt. Der Internetauftritt befindet sich derzeit noch im Aufbau, zu zahlreichen gekennzeichneten Anbietern können jedoch bereits Detailinformationen zur Barrierefreiheit eingesehen werden.

Informationsmaterial:

Bei Reisevorbereitungen spielen Informationsquellen eine wichtige Rolle. Neben der Internetseite www.barrierefrei-brandenburg.de gibt es in Brandenburg verschiedene Flyer und Broschüren, die Reisenden die Wahl der passenden Destination erleichtern. Die Region Niederlausitz stellt erstmalig zur ITB 2010 eine Karte mit barrierefreien Frei-zeitangeboten vor. Die Faltkarte "Ruppiner Seen- & KulturLand - Das barrierefreie Reiseziel für Alle" des Tourismusverbandes Ruppiner Land wurde bereits Mitte Oktober 2009 auf der Fachmesse RehaCare vorgestellt. Thematisch unterteilt nach Natur-, Kultur- und Wasseraktivitäten enthält die Karte barrierefreie Angebote mit den jeweiligen Piktogrammen. Nähere Informationen gibt es beim Tourismusverband Ruppiner Land unter Tel. 03391-659630 oder info@ruppiner-reiseland.de.

Ein weiteres Beispiel ist der touristische Stadtführer "Potsdam barrierefrei", der aus fünf Einzelplänen besteht. Neben einem Hauptplan gibt es vier Pläne der wichtigsten Parks und Stadtteile. Diese richten sich an Gäste mit Mobilitätseinschränkungen, Hörbehinderte, Blinde und Sehbehinderte. Die Pläne sind - entsprechend den Erfordernissen - kontrastreich gestaltetet, mit Angaben zu Blindenampeln, barrierefreien Haltestellen und zur Zugänglichkeit einzelner Orte versehen.

Speziell für Blinde und Sehbehinderte konnten darüber hinaus 12 professionell erarbeitete Audiodateien zu Sehenswürdigkeiten erstellt und in das Tourismus-Portal www.potsdam.tomis.mobi integriert werden. Die Beschreibungen dieser Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt sind über Telefon oder Internet abrufbar. Die Dolmetscherzentrale DEAFCOM und der Kreisverband der Gehörlosen vermitteln Gebärdendolmetscher für Hörbehinderte, um die entsprechenden Routen der Pläne zu begleiten.

Auch der Naturpark Hoher Fläming hat eine Broschüre mit dem Titel "Naturpark für Alle" herausgegeben, die verschiedene Ausflugsziele, Gastronomie- und Unterkunftsbetriebe für Gäste mit unterschiedlichen Einschränkungen empfiehlt. Nähere Informationen gibt es beim Naturparkzentrum Alte Brennerei in Raben unter Tel: 033848 / 60004, info@flaeming.net oder im Internet unter www.flaeming.net.

Was bedeutet Barrierefreiheit?

Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestal-tete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugäng-lich und nutzbar sind (Quelle: BGG). Barrierefreiheit ist demnach mehrdimensional zu verstehen und bezieht sich gleichermaßen auf Rollstuhlnutzer, gehörlose und schwerhörige Menschen, Blinde und Sehbehinderte, Gehbehinderte, Menschen mit Lernschwierigkeiten, mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder kleinwüchsige Menschen.

Veranstaltungen auf der ITB 2010:

12.03. 2010, 11 Uhr ICC Berlin, ICC-Lounge:
Tourismus für Alle im Land Brandenburg - auch für Gäste mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien (im Rahmen des 3. ITB Forums "Barrierefreie Reiseziele in Deutschland")
13.03. 2010, 11 Uhr, Halle 12, Stand 101:
Präsentation des Reiselandes Brandenburg zur Barrierefreiheit (im Rahmen eines Messerundganges mit blinden und sehbehinderten Besuchern des Allgemeiner Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin)
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