Montag, 22. September 2014


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Gefährdete Sozialpartnerschaft

(lifePR) (Zürich, ) Am diesjährigen Tag der Bauwirtschaft vom 29. Juni 2007, organisiert vom Schweiz. Baumeisterverbandes (SBV) und der HG Commerciale im Kultur- und Kongresszentrum Luzern, standen neben branchenwirtschaftlichen Themen Fragen der Sozialpartnerschaft und des Arbeitsmarktes im Vordergrund. Den Auftakt der Veranstaltung bildeten die Generalversammlungen des SBV und der HG Commerciale. Rund 1 200 Baumeister und Gäste nahmen teil.

Zu Beginn der SBV-Generalversammlung überbrachte Josef Lindegger, Präsident des Baumeisterverbands Luzern, die Grussbotschaft seiner Sektion und Johannes Lahofer, österreichischer Bundesinnungsmeister, die Grüsse des Europäischen Dachverbands der Bauwirtschaft FIEC. Lahofer wies auf die gute Zusammenarbeit und die freundschaftlichen Beziehungen innerhalb der europäischen Baumeisterfamilie hin. NR Werner Messmer, Zentralpräsident des SBV, führte anschliessend durch die kurzen Traktanden der Generalversammlung, die keine ausserordentlichen Beschlüsse zu fällen hatte.

Die Bauwirtschaft vor grossen Herausforderungen
In seiner verbandspolitischen Standortbestimmung ging SBV-Präsident Messmer von der ausgezeichneten Baukonjunktur der letzten beiden Jahre aus. Trotz voller Auftragsbücher und ausgelasteter Kapazitäten seien die Erträge weiterhin unter Druck. Die Bauunternehmer bewegten sich auf Märkten mit zu vielen Anbietern, hoher Regelungsdichte, zahlreichen staatlichen Auflagen und rasant gestiegenen Beschaffungskosten, vor allem für Energie, Stahl und Kunststoffprodukte. Allerdings erkannte Messmer auch Chancen in der aktuellen Entwicklung, so z.B. in der Energie- und Klimapolitik, durch den neuen Infrastrukturfonds zur Finanzierung leistungsfähiger Infrastrukturen im Verkehrsbereich und neue Kooperationsmodelle in den Public-Private-Partnerships. Er bezeichnete die Bauwirtschaft als wichtigen Partner und Problemlöser, der sich für eine nachhaltige Politik und Entwicklung einsetzen will. Sorgen bereite kurzfristig die Rekrutierung genügender Arbeitskräfte und längerfristig die Sicherstellung eines qualifizierten Berufsnachwuchses.

Systematische Gewerkschaftsagitation gegen die Brancheninteressen Die positiven Zukunftsaussichten werden massiv getrübt durch die Gewerkschaften, die der Bauwirtschaft in branchenpolitischen Fragen bewusst schädliche Lösungen aufzwingen wollen. In den Verhandlungen über einen zeitgemässen Landesmantelvertrag (LMV) stellen sie sich quer und verweigern konsequent praktikable flexible Lösungen. Mit ihrer Blockade- und Bewahrungspolitik gefährden sie nach Messmer Arbeitsplätze und schwächen die Betriebe.
Die Kündigung des LMV sei deshalb als Abschluss eines langen Prozesses zu sehen, in dem vergeblich versucht wurde, mit den Gewerkschaften zu Lösungen zu kommen, die zukunftsorientiert sind und den heutigen Bedürfnissen der Betriebe entsprechen.

Die Mitarbeiter haben nichts zu befürchten
Die Baumeister wollten keinen Sozialabbau, weshalb der SBV seine Mitglieder verpflichtet habe, sich auch im vertragslosen Zustand an die Bestimmungen des LMV zu halten. Die Mitarbeiter hätten deshalb nichts zu befürchten. Die flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit gewährleisten auch ohne LMV die Einhaltung branchenüblicher Arbeitsbedingungen. SBV-Präsident Messmer schloss mit einem Aufruf an die Mitglieder, sich an diese Auflage zu halten, sich solidarisch zu verhalten und damit die Verhandlungsposition des Verbandes zu stärken. Der SBV strebe einen modernen LMV an, dies jedoch nicht um jeden Preis.

Bundesrat Blocher zum Thema offene Arbeitsmärkte
Bundesrat Christoph Blocher, Vorsteher des Eidg. Justiz- und Polizeidepartements, überbrachte die Grüsse der Landesregierung. In seinem Gastreferat analysierte er die Vor- und Nachteile offener Arbeitsmärkte. Blocher unterstrich die Bedeutung einer ausreichenden Zahl in- und ausländischer gut qualifizierter Arbeitskräfte für eine Volkswirtschaft wie die schweizerische und befürwortete die Öffnung unseres Arbeitsmarktes, solange sie geregelt erfolge. Eine wichtige Voraussetzung für optimale Arbeitsverhältnisse in den Unternehmen sei eine gut funktionierende Sozialpartnerschaft. Sicher nicht dazu gehörten wirtschaftsschädigende Streiks und übertriebene Lohnforderungen. Er schloss sein Referat mit der Forderung, dass die mangelnde Integration eines Teil der ausländischen Bevölkerung verbessert werden müsse und Missbräuche konsequent zu bekämpfen seien.

Gesellschaftliche Megatrends
Einen weiteren Höhepunkt bildete der Vortrag des Zukunftsforschers Georges T. Roos, Luzern, zum Thema «Zukünftige Lebensstile und bebaute Umwelt». Der Referent zeigte an Trends auf, welchen Herausforderungen wir uns in den nächsten Jahrzehnten stellen müssen (Klimaentwicklung, Energieressourcen, Demografie, Urbanisierung), wie sich die Lebensstile entwickeln werden (Individualisierung, Mobilitätsbedürfnisse, Arbeit und Freizeit, Ausbildung, Gesundheit) und welchen Beitrag die Bauwirtschaft als Infrastrukturerstellerin zur Zukunftsbewältigung leisten kann.
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