Freitag, 09. Dezember 2016


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Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

Strategien gegen den Fachkräftemangel in der Gesundheitswirtschaft

(lifePR) (Hannover, ) Fachkräfte werden zur Mangelware - das geht aus einer Studie hervor, die die Region Hannover beim Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung, der NordLB und dem Zentrum für Sozialforschung Halle im Auftrag gegeben hat. Besonders betroffen ist davon der Pflegebereich. "Der Anteil der Beschäftigten im Bereich des Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen steigt laut Prognose bis 2020 um etwa 13,5 Prozent", berichtet Mattias Böhle, Leiter der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover. Das entspricht knapp 7000 Arbeitskräften. Doch schon jetzt gibt es kaum einen Berufssektor, in dem die Beschäftigten so schnell wieder aussteigen wie beispielsweise aus dem Pflegebereich.

"Wir haben es also mit mehreren Problemen zu tun", erläutert Böhle. "Zum einen stehen aufgrund des demografischen Wandels immer weniger Menschen als Arbeitskräfte zur Verfügung. Zum anderen steigt der Bedarf, da die Menschen immer älter werden und im Alter mehr Hilfe benötigen. Dazu kommt, dass die Arbeit im Pflegebereich körperlich anspruchsvoll und auch psychisch belastend sein kann."

Wie sind diese Probleme zu lösen? Mit dieser Frage haben sich seit Mai Fachleute in einem Arbeitskreis beschäftigt, der auf Initiative der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung zustande gekommen ist. Sechs Pflegeeinrichtungen aus der Region Hannover - zwei Anbieter ambulanter Pflege sowie vier stationäre Einrichtungen - stellten sich dem Diskurs und analysierten mithilfe von zwei erfahrenen Moderatoren die konkrete Situation in ihren Unternehmen. Das Ergebnis: "Mitarbeiterbindung ist einer der zentralen Bausteine, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken", berichtet Herrmann Bodendieck vom Team Beschäftigungsförderung, der den Arbeitskreis bei seinen Sitzungen begleitet hat. "Zufriedene Mitarbeiter bleiben nicht nur länger bei einem Arbeitgeber, sondern werben in gewisser Weise auch für ihr Unternehmen als Arbeitgeber." Das sei ein Weg aus der Rekrutierungskrise. "Dazu müssen die Pflegeeinrichtungen jedoch die Arbeitsbedingungen attraktiver gestalten."

Ein Beispiel: Es gibt Hilfsmittel und Methoden, um den Rücken zu entlasten - doch die meisten Pflegekräfte nutzen sie nicht. "In Schulungen können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lernen, diese Hilfsmittel zu nutzen, um Rückenproblemen vorzubeugen", sagt Bodendieck. Oft sei auch durch Verschiebungen im Dienstplan eine Erleichterung zu erzielen, etwa wenn bestimmte Aufgaben dann von zwei Pflegekräften gemeinsam erledigt werden.

"Wichtig ist, individuell zu schauen, wo die Probleme liegen und dafür Lösungen zu entwickeln", sagt Bodendieck, Für die Teilnehmer war zudem der Austausch untereinander wichtig. "Manches von dem, was ich im Arbeitskreis gelernt habe, kann ich gut in meiner Einrichtung anwenden", sagt Martina Brucki, Heimleiterin des Pflegewohnstifts Pattensen.
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