Sonntag, 11. Dezember 2016


RAPUNZEL begrüßt die aktuelle Diskussion zum Thema Palmöl und bezieht Stellung zum ARD Politikmagazin „Report Mainz“

(lifePR) (Legau, ) RAPUNZEL NATURKOST nimmt die vom ARD-Report erhobenen Vorwürfe gegenüber dem Familienunternehmen Daabon sehr ernst. RAPUNZEL Bio-Palmöl aus dem Norden Kolumbiens ist nicht betroffen. Der Landkonflikt im Westen Kolumbiens wird vor Ort geprüft. Falls die Vorwürfe haltbar sein sollten, werden Konsequenzen in der Zusammenarbeit gezogen.

Das Wissen um die Problematik von Primärwaldrodung zur Palmöl-Erzeugung hat RAPUNZEL bereits in den 90er Jahren veranlasst, sich aktiv um einen alternativen, nachhaltigen Öko-Anbau zu bemühen – zusammen mit Daabon. Noch heute bezieht RAPUNZEL sein Palmfett aus Kolumbien. Die Bio-Anbaugebiete Magdalena und Guajira liegen im Norden. Die Flächen, auf denen auch Kakao, Bananen und Kaffee nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus kultiviert werden, sind seit 1994 regelmäßig bio-zertifiziert. RAPUNZEL bezieht Bio-Palmöl ausschließlich aus diesem Gebiet und nicht aus Las Pavas.

Im Oktober 2009 erhielt RAPUNZEL erste Informationen über einen Landkonflikt in der Region Las Pavas, im Westen Kolumbiens, in den eine Tochterfirma von Daabon verwickelt sein soll. Da RAPUNZEL der achtsame Umgang mit Menschen und die Sozialverträglichkeit der Nahrungsmittelerzeugung ein grundsätzliches Anliegen ist, wurde der langjährige Lieferant unverzüglich zu einer ausführlichen Stellungnahme aufgefordert. Die nachvollziehbaren Ausführungen des Familienunternehmens zu diesem komplexen Sachverhalt haben RAPUNZEL bisher keinen Anlass gegeben, an deren Aussagen zu zweifeln. Zumal Daabon unseres Wissens bislang nie in Landkonflikte verwickelt war.

Maßnahmen
Die Rohstoffexpertin von RAPUNZEL wird Anfang April den Lieferanten in Kolumbien besuchen. Dabei wird sie nicht nur das Bio-Anbaugebiet im Norden, aus dem RAPUNZEL sein Palmfett bezieht, inspizieren, sondern auch Las Pavas. Mit den Erkenntnissen des Besuches und den Bildern der Landvertreibung und Flächenrodung des ARD-Reports wird sie die Firma Daabon konfrontieren. Sollten sich die vom ARD-Report erhobenen Vorwürfe bezüglich Las Pavas bestätigen und die derzeit laufende Mediation der Parteien vor Ort keine konstruktive und einvernehmliche Lösung erbringen, so wird dies eindeutige Konsequenzen für die Geschäftsbeziehung mit Daabon haben.

Grundsätzlich begrüßt RAPUNZEL als Bio-Hersteller, -Verarbeiter und -Händler die aktuelle Diskussion um die Kultivierung von Ölpalmen. Die möglichen negativen Auswirkungen des großflächigen konventionellen Palmölanbaus sind allgemein bekannt. Der Ökologische Landbau ist aus Sicht von RAPUNZEL dazu eine wirkliche Alternative.

RAPUNZEL verfolgt konkrete Zielsetzungen im Bio-Anbau von Palmöl
• Produkte in zertifizierter Bio-Qualität
• Einhaltung sozialer Standards (v.a. menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Verbot von Kinderarbeit, Mitarbeiter-Mitbestimmungsrechte, soziale Absicherung der MitarbeiterInnen)
• keine Rodung neuer Flächen, Schutz von Primärwald, Erhaltung der Biodiversität, sowie Landschafts- und Wasserschutz
• kein Ausbau von Biodiesel-Erzeugung auf Kosten von Umwelt und Nahrungsmittelproduktion
Weiter Informationen finden Sie unter: www.rapunzel.de
Hintergrundinformationen zur Gewinnung von Palmöl
Weltweit werden gegenwärtig ca. 43 Mio. Tonnen Palmöl erzeugt. Mit rund 85 Prozent der Weltproduktion liegt Asien an der Spitze, gefolgt von Afrika und Südamerika. Die vermeintlich umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen, der sogenannte „Bio-Diesel“, der im Übrigen nichts mit Ökologischem Landbau zu tun hat, trieb die Palmölmengen in den letzten Jahren stark nach oben. Die gestiegene Nachfrage bringt den oft wirtschaftlich schwachen Regionen der rohstoffliefernden Länder nicht nur Vorteile. Vor allem die intensive Plantagenwirtschaft und die damit einhergehenden Abholzung großer Regenwaldflächen stehen in der öffentlichen Kritik. Die kurze Nutzungsdauer der Plantagenflächen im konventionellen Anbau von ca. 7 Jahren bringt große ökologische Probleme mit sich. Nach der intensiven Nutzung, ohne einen aufwändigen Ausgleich der Bodenfruchtbarkeit, ist der weitere Anbau von Nutzpflanzen nur sehr schwer möglich. Die Felder liegen dann brach. Zur weiteren Produktion von Palmöl werden weitere Waldflächen gerodet.

Der Bio-Palmanbau ist die Alternative zum konventionellen Palmanbau. Im Bio-Anbau werden alle pflanzlichen Bestandteile aus der Palm-Verarbeitung kompostiert und als Mulch in den Ölpalm-Plantagen ausgebracht. Damit wird der Humus-Gehalt des Bodens aufgebaut und mit Nährstoffen versorgt. In den Palmenhainen werden verschiedene Gründüngungs-pflanzen angesät, die den langfristigen Erhalt der Bodenfruchtbarkeit gewährleisten. So kann auch die Wasser-Kapazität des Bodens erhöht werden. Die Nutzung der Ölpalmen liegt im Ökologischen Landbau bei ca. 30 Jahren. Es werden ständig neue Pflanzen auf der Plantage nachgezogen, die die alten Bäume dann nach und nach ersetzen, d.h. die Bio-Ölpalm-Plantagen werden dauerhaft genutzt.

Die Anbauflächen im Norden Kolumbiens, im Gebiet Magdalena und Guajira, auf denen heute für RAPUNZEL Palmöl produziert wird, wurden bereits seit Generationen landwirtschaftlich genutzt. Es wurde in den letzten Jahrzehnten kein Primärwald gerodet. Zur Farm gehören außerdem 100 ha unberührter, trockener Wald. Es gibt ein zusätzliches Artenschutzprogramm, in dem Jagen von Tieren auf den Farmen verboten ist. Die zwischen den einzelnen Plantagen angelegten Pufferstreifen und die gesetzliche 30m-Schutzzone der Wasserwege fungieren als Korridore für Wildtiere. Aus unserer Diskussion mit Daabon ist uns außerdem bekannt, dass die schonende Nutzung von Wasser in der Region grundsätzlich eine Herausforderung darstellt, der sich Daabon stellt. Unter Mithilfe externer Experten wird dort an einem Wasser-Managementsystem gearbeitet, um die langfristige Wasserversorgung sicher zu stellen.
Diese Pressemitteilung posten:

Rapunzel Naturkost GmbH

RAPUNZEL gehört heute zu den führenden Erzeugern, Herstellern und Vertreibern von biologischen Lebensmitteln in Europa. In 35 Jahren ist ein kleiner Naturkostladen zu einem Unternehmen mit ca. 300 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 107 Millionen Euro heran gewachsen. Wie alles Große, begann auch die Geschichte von RAPUNZEL im Kleinen. Für Joseph Wilhelm stand damals die Produktion von Müsli und Nussmusen sowie die Beschaffung und Verteilung von gesunden Lebensmitteln, wie Brot, Obst und Gemüse aus biologischem Anbau im Vordergrund. Heute vermarktet RAPUNZEL jährlich 26.000 Tonnen Lebensmittel und über 550 Produkte die zur Hälfte in Legau/Allgäu verarbeitet oder hergestellt werden. Das Sortiment umfasst: Brotaufstriche, Nüsse und Trockenfrüchte, Müsli und Cerealien, Getreide und Getreideprodukte, Reis sowie Teigwaren, Speiseöle und -fette, Essig, Suppen/Brühen und Salze, Tomatenprodukte, Antipasti, Süßungsmittel, Schokoladen, Kaffee, Kakao, Knabbereien, Käse, Wein und einiges mehr. Zu finden sind diese Produkte bundesweit in über 6.000 Naturkostläden, Bio-Supermärkten und Reformhäusern.

Weitere Pressemitteilungen dieses Herausgebers

Disclaimer