Dienstag, 27. September 2016


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Konzern-Jahresüberschuss von € 212 Millionen dank solidem Geschäftsmodell

(lifePR) (Wien, ) .
- Zinsüberschuss sinkt gegenüber 2008 um 9 Prozent auf € 2.937 Millionen
- Verwaltungsaufwendungen auf € 2.270 Millionen bzw. um 14 Prozent reduziert
- Betriebsergebnis im Jahresvergleich um 8,5 Prozent unter dem Vorjahreswert: € 2.056 Millionen (2008: € 2.247 Millionen)
- Ergebnis stark durch Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen in Höhe von € 1.738 Millionen beeinflusst (plus 123 Prozent im Jahresvergleich)
- Jahresüberschuss nach Steuern € 287 Millionen (minus 73 Prozent)
- Cost/Income Ratio verbessert sich auf 52,5 Prozent (minus 1,5 Prozentpunkte)
- Return on Equity vor Steuern sinkt um 16,3 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent (2008: 22 Prozent)
- Kernkapitalquote (Tier 1), Kreditrisiko 14,1 Prozent (plus 4,4 Prozentpunkte im Jahresvergleich), Kernkapitalquote(Tier 1), gesamt 11,0 Prozent (plus 2,9 Prozentpunkte im Jahresvergleich)
- Kundenzahl steigt auf 15,1 Millionen

Alle angeführten Zahlen gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS).

Die Raiffeisen International Bank-Holding AG, Teil des Konzerns der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB), wies für das Geschäftsjahr 2009 einen Konzern- Jahresüberschuss (nach Steuern und Minderheiten) von € 212 Millionen aus, was einem Rückgang um 78,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht (2008: € 982 Millionen). Der Jahresüberschuss wurde durch einen Anstieg der Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen um 122,7 Prozent auf € 1.738 Millionen verglichen mit dem Ultimo 2008 (€ 780 Millionen) stark belastet. Der Jahresüberschuss vor Steuern sank um 74,3 Prozent auf € 368 Millionen (2008: € 1.429 Millionen), während der Jahresüberschuss nach Steuern um 73,4 Prozent auf € 287 Millionen (2008: € 1.078 Millionen) zurückging. Der Gewinn je Aktie verringerte sich von € 6,39 im Jahr 2008 um € 5,40 auf € 0,99. Für das Geschäftsjahr 2009 wird der Vorstand der Hauptversammlung die Ausschüttung einer im Vergleich zum Vorjahr um 78,5 Prozent verringerten Dividende in Höhe von € 0,20 je Aktie vorschlagen. Wenn die Hauptversammlung diesem Vorschlag des Vorstands folgt, würde die Ausschüttungssumme damit insgesamt € 30,9 Millionen betragen.

"Wir haben mit unserem Ergebnis nicht nur bewiesen, dass unser Geschäftsmodell auf einem soliden Fundament basiert, sondern auch die Analystenerwartungen deutlich übertroffen. Die Raiffeisen International hat dieses schwierige Jahr aber auch für eine Vielzahl interner organisatorischer Anpassungen und Änderungen genützt. Wir fühlen uns im Umfeld der besser werdenden Konjunkturdaten sehr gut aufgestellt", sagte Vorstandsvorsitzender Herbert Stepic. Betriebsergebnis um 8,5 Prozent unter Vorjahresniveau Trotz der deutlichen Konjunktureinbrüche in den meisten CEE-Ländern lag das operative Ergebnis der Raiffeisen International im Geschäftsjahr 2009 mit € 2.056 Millionen nur um 9 Prozent oder € 191 Millionen unter dem Vorjahresniveau.

Mit dem durch die Finanzkrise ausgelösten Wachstumseinbruch ging die Nachfrage nach Krediten und Bankdienstleistungen deutlich zurück. Dies lag teilweise auch an einer geänderten Risikopolitik, die vor allem die Fremdwährungskredite betraf. Als Konsequenz daraus nahm der Zinsüberschuss gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent auf € 2.937 Millionen ab.

Den stärksten Rückgang verzeichnete der Provisionsüberschuss, der um 18 Prozent oder € 273 Millionen auf € 1.223 Millionen sank. Entsprechend fiel auch sein Anteil an den Betriebserträgen um 3 Prozentpunkte auf 28 Prozent.

Deutlich legte hingegen das Handelsergebnis mit einem Plus von 11 Prozent oder € 19 Millionen auf € 186 Millionen zu. Sein Anteil an den Betriebserträgen erhöhte sich damit auf 4 Prozent.

Erheblicher Anstieg bei Kreditrisikovorsorgen

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen betrugen im Berichtsjahr insgesamt € 1.738 Millionen und verzeichneten damit einen Zuwachs von € 958 Millionen oder 123 Prozent. Darin enthalten sind Erträge aus dem Verkauf von Krediten in Höhe von € 13 Millionen. Abzüglich dieser Erträge entfielen € 1.565 Millionen auf Einzelwertberichtigungen und € 186 Millionen auf Portfolio-Wertberichtigungen. Bei Betrachtung im Jahresverlauf zeigt sich dabei nach dem zweiten Quartal 2009, in dem die höchsten Nettodotierungen vorgenommen wurden, ein leichtes Abflachen der Dynamik.

Die Neubildungsquote - das ist das Verhältnis der Nettodotierungen zu den durchschnittlichen Risikoaktiva, Kreditrisiko - erhöhte sich um 1,88 Prozentpunkte auf 3,19 Prozent. Die Ausfallquote - das ist das Verhältnis ausgebuchter Kredite zum gesamten Kreditvolumen - stieg von 0,11 Prozent auf 0,30 Prozent.

Die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren auch in der Risk/Earnings Ratio - dem Verhältnis der Kreditrisikovorsorgen zum Zinsüberschuss - erkennbar. Diese Kennzahl stieg von 24,1 Prozent auf 59,2 Prozent.

Return on Equity vor Steuern bei 5,7 Prozent

Der Return on Equity (ROE) vor Steuern verringerte sich, in erster Linie bedingt durch die erhöhte Nettodotierung von Kreditrisikovorsorgen, im Berichtsjahr von 22,0 auf 5,7 Prozent. Das der Rechnung zugrunde liegende durchschnittliche Eigenkapital blieb dabei mit € 6.394 Millionen gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Einem Zuwachs durch das begebene Genussrechtskapital standen Abgänge durch Dividendenzahlungen für 2008 sowie negative Währungsentwicklungen im Eigenkapital gegenüber.

Verwaltungsaufwendungen um 14 Prozent reduziert - Cost/Income Ratio erneut verbessert

Mit Einsetzen der Wirtschaftskrise im CEE-Raum wurden umgehend Kostensenkungsprogramme gestartet. Die Verwaltungsaufwendungen sanken im Berichtsjahr mit einem Minus von 14 Prozent oder € 363 Millionen auf € 2.270 Millionen deutlich. Hauptgründe dafür waren das strikte Kostenmanagement im Konzern und die Währungsabwertungen in den CEE-Ländern.

"Während wir in den vergangenen Jahren jährliche Kostensteigerungen von mehr als 20 Prozent verzeichneten, gelang es uns 2009, die Kosten deutlich zu reduzieren. Die damit verbundenen Maßnahmen haben zu einer fortgesetzten Effizienzsteigerung geführt", zeigte sich Finanzvorstand Martin Grüll zufrieden.

Der Personalaufwand stellte mit 46 Prozent auch 2009 den größten Posten unter den Verwaltungsaufwendungen dar. Gegenüber dem Vorjahr sank er jedoch um 17 Prozent oder € 222 Millionen auf € 1.054 Millionen. Maßnahmen zur Kostensenkung wie Personalabbau und Nicht-Nachbesetzung frei werdender Positionen, aber auch Bonuskürzungen zeigten damit erstmals Wirkung.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter des Konzerns (ausgedrückt in Vollzeitäquivalenten) sank 2009 um 2 Prozent oder 1.268 auf 60.186.

Die Zahl der Mitarbeiter zum Bilanzstichtag belief sich zum 31. Dezember 2009 auf 56.530, während der Personalstand zum Jahresultimo 2008 noch 63.376 Mitarbeiter betragen hatte. Dies bedeutet einen Rückgang um 6.846 Mitarbeiter oder 11 Prozent.

Der Sachaufwand verzeichnete 2009 ein Minus von 13 Prozent oder € 143 Millionen auf € 970 Millionen. Die Reduktionen erstreckten sich auf nahezu alle Aufwandsarten.

Der Rückgang der Verwaltungsaufwendungen lag im Berichtszeitraum mit 14 Prozent über jenem der Betriebserträge von 11 Prozent. Daraus resultierte eine abermalige Verbesserung der für die Effizienzmessung von Banken wichtigen Kennzahl Cost/Income Ratio - sie setzt die Verwaltungsaufwendungen ins Verhältnis zu den Betriebserträgen - um 1,5 Prozentpunkte von 54,0 auf 52,5 Prozent.

Bilanzsumme beträgt € 76 Milliarden

Nach vielen Jahren des Wachstums ging die Bilanzsumme des Raiffeisen International- Konzerns im Berichtszeitraum erstmals zurück: Im Jahresabstand nahm sie von € 85,4 Milliarden auf € 76,3 Milliarden ab, dies bedeutet einen Rückgang von 11 Prozent oder € 9,1 Milliarden. Maßnahmen zur Reduktion und zur Stabilisierung des Kreditportfolios sowie ein erhöhter Bestand an Kreditrisikovorsorgen zeichneten dafür im Wesentlichen verantwortlich. Konsolidierungskreisänderungen hatten hingegen keine nennenswerten Auswirkungen. Die im vierten Quartal 2008 deutlich einsetzenden Währungsabwertungen schwächten sich im Lauf des Jahres 2009 teilweise wieder ab. Einige Währungen gewannen sogar wieder an Wert, sodass Wechselkursveränderungen einen deutlich geringeren Einfluss auf die Entwicklung der Bilanzsumme hatten als im Vorjahr.

Kapitalausstattung weiter verbessert

Die Eigenmittel - bestehend aus Eigenkapital und Nachrangkapital - stiegen im Jahresvergleich um € 1,3 Milliarden. Im Berichtsjahr wurde das Kernkapital um € 1,25 Milliarden gestärkt. Diese Kapitalzufuhr erfolgte im Rahmen von zwei Emissionen, davon € 0,6 Milliarden in Form von Genussrechten und € 0,65 Milliarden in Form von hybridem Tier-1-Kapital. Beide Emissionen wurden zur Gänze von der RZB gezeichnet.

Die Kernkapitalquote - bezogen auf das Kreditrisiko - erhöhte sich auf 14,1 Prozent nach 9,7 Prozent im Vorjahr. Ebenso stieg die Kernkapitalquote - bezogen auf das gesamte Risiko - auf 11,0 Prozent (plus 2,9 Prozentpunkte). Die Eigenmittelquote verbesserte sich ebenfalls um 3,3 Prozentpunkte auf 13,0 Prozent.

Solide Basis von 15,1 Millionen Kunden

Die Anzahl der Geschäftsstellen belief sich per Jahresende auf 3.018 und lag damit um netto 213 Geschäftsstellen unter dem Vorjahresstand. Durch weitere Standortoptimierungen ging die Zahl im Segment GUS Sonstige im Jahresvergleich um 188 (181 in der Ukraine, 7 in Belarus) und in Russland um 22 Geschäftsstellen zurück. Schließungen führten auch in Zentraleuropa zu einem Minus von 23 Geschäftsstellen(Slowakei und Ungarn). Nur in Südosteuropa kam es zu einem Nettozuwachs von 20 Geschäftsstellen.

Die Anzahl der Kunden wuchs im Vergleich zum Jahresultimo 2008 von 14,7 Millionen auf 15,1 Millionen.

4. Quartal 2009: Konzern-Periodenüberschuss von € 56,6 Millionen

Die Raiffeisen International erwirtschaftete im vierten Quartal einen Zinsüberschuss (nach Kreditrisikovorsorgen) in Höhe von € 339,2 Millionen, um 28,7 Prozent weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahrs, aber um 2,1 Prozent mehr als im dritten Quartal 2009 (Q3 2009: € 332,3 Millionen).

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen betrugen € 372,9 Millionen, und waren somit um € 41,9 Millionen oder 10,1 Prozent niedriger als in der Vergleichsperiode 2008 (Q4 2008: € 414,8 Millionen). Auch im Vergleich zu den vorhergehenden Quartalen 2009 war ein deutlich geringerer Bedarf an Kreditrisikovorsorgen zu beobachten. So lagen die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen im ersten Quartal bei € 445,2 Millionen, im zweiten Quartal bei € 523,4 Millionen und im dritten Quartal bei € 396,5 Millionen.

Der Konzern-Periodenüberschuss im vierten Quartal 2009 war mit € 56,6 Millionen das zweitbeste Quartalsergebnis des Jahres 2009 (bestes Ergebnis: Q3 2009 mit € 77,6 Millionen), lag aber um 53,1 Prozent unter dem Ergebnis des vierten Quartals 2008 (Q4 2008: € 120,5 Millionen).

Segmentberichterstattung

Die regionalen Segmente der Raiffeisen International wiesen im Berichtsjahr sehr unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen auf. Einerseits wirkte sich in Zentraleuropa und Südosteuropa die leichte Erholung auf den Finanzmärkten positiv aus, speziell durch Marktwertaufholungen bei Wertpapieren, Anleihen und sonstigen Zins- und Geldmarktprodukten. Andererseits waren die Auswirkungen der Wirtschaftskrise im Jahresvergleich deutlich zu erkennen. Vor allem in der Ukraine und Ungarn wurde das Ergebnis durch das weiterhin schwierige Kreditumfeld stark belastet. Die Zunahme notleidender Kredite schlug sich in einem entsprechenden Anstieg der Kreditrisikovorsorgen nieder. Insgesamt waren daher im Berichtsjahr die Ergebnisse aller Segmente der Raiffeisen International rückläufig.

Die Region Südosteuropa erwirtschaftete 2009 mit € 260 Millionen den höchsten Jahresüberschuss vor Steuern. Er basierte auf relativ zufriedenstellenden Betriebserträgen, dessen Rückgang mit nur 6 Prozent im Jahresvergleich der geringste aller Segmente war, und einem soliden Zuwachs im Handelsergebnis. Die Bilanzaktiva des Segments sanken im Jahresabstand um 7 Prozent.

Die Region Zentraleuropa erzielte mit € 234 Millionen den zweithöchsten Jahresüberschuss vor Steuern aller Segmente. Trotz einer positiven Entwicklung im Handelsergebnis war er von gestiegenen Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen erheblich belastet. Die Bilanzaktiva sanken im Jahresabstand um 7 Prozent.

In Russland belief sich das Vorsteuerergebnis auf € 153 Millionen. Der starke Rückgang gegenüber dem Vorjahr war eine Folge der deutlich erhöhten Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen sowie eines negativen Handelsergebnisses. Die Bilanzaktiva des Segments sanken im Jahresvergleich um 22 Prozent.

In der Region GUS Sonstige betrug der Jahresfehlbetrag vor Steuern € 126 Millionen. Deutlich negative Einflüsse gingen hier von umfangreichen Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen in Höhe von € 514 Millionen - insbesondere in der Ukraine - und einem Rückgang der Betriebserträge aus. Die Bilanzaktiva des Segments waren mit minus 22 Prozent im Jahresvergleich stark rückläufig.

Die regionale Struktur der Konzernaktiva blieb im Jahresabstand fast unverändert. Zentraleuropa dominierte weiterhin mit einem Anteil von 45 Prozent. Der zweitgrößte Anteil an den Konzernaktiva entfiel auf das Segment Südosteuropa mit 31 Prozent, gefolgt von Russland mit 16 Prozent und GUS Sonstige mit 8 Prozent.

Geschäftsbereiche

Die Raiffeisen International ist - neben der Einteilung in geografische Segmente - in Geschäftsbereiche gegliedert, die der internen Organisation und Berichtsstruktur entsprechen. Das Geschäft des Konzerns wird dabei in folgende Bereiche geteilt:

- Corporate Customers
- Retail Customers
- Treasury
- Participations and Other

Corporate Customers

Der Geschäftsbereich Corporate Customers verzeichnete im Berichtsjahr einen starken Ergebnisrückgang, der Jahresüberschuss vor Steuern fiel um 75 Prozent auf € 224 Millionen. Hauptverantwortlich dafür war der signifikante Anstieg der Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen um € 458 Millionen auf € 727 Millionen.

Die Betriebserträge sanken von € 1.678 Millionen auf € 1.391 Millionen und blieben somit um 17 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Der Zinsüberschuss ging dabei gegenüber der Vergleichsperiode um 14 Prozent auf € 958 Millionen zurück. Verursacht wurde dies einerseits durch den starken Rückgang des Zinsüberschusses aus dem Geschäft mit mittleren Unternehmen, andererseits durch die Reduktion des Geschäfts mit dem öffentlichen Sektor in Russland und Ungarn. Der Provisionsüberschuss verzeichnete einen Rückgang um 24 Prozent auf € 403 Millionen, der überwiegend aus der konjunkturbedingten Verminderung des Geschäftsvolumens - speziell bei großen Unternehmen in Russland und Polen - resultierte.

Die Verwaltungsaufwendungen gingen um 16 Prozent auf € 439 Millionen zurück, die Cost/ Income Ratio blieb daher mit 31,6 Prozent fast unverändert.

Die Risikoaktiva für das Kreditrisiko betrugen € 26,1 Milliarden. Dies bedeutet gegenüber dem Wert des Vorjahres einen starken, sowohl volumen- als auch währungsbedingten Rückgang um 16 Prozent.

Der Return on Equity vor Steuern des Geschäftsbereichs Corporate Customers sank aufgrund des Rückgangs im Ergebnis um 19,6 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent.

Retail Customers

Der Jahresfehlbetrag vor Steuern des Geschäftsbereichs Retail Customers - er umfasst Privatpersonen und Kleinunternehmen - betrug im Berichtsjahr € 134 Millionen. Primär verursacht wurde dieser Ergebnisrückgang durch die verschärfte Risikosituation, die eine wesentlich höhere Nettodotierung zu Kreditrisikovorsorgen von € 1.010 Millionen notwendig machte. Eine massive Erhöhung der Kreditrisikovorsorgen erfolgte mit € 288 Millionen in der Ukraine, in der das Privatkundengeschäft einen großen Anteil am Gesamtgeschäft einnimmt. Auch in Ungarn waren beträchtliche Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen in Höhe von € 157 Millionen zu verzeichnen.

Die Betriebserträge des Geschäftsbereichs waren mit € 2.482 Millionen gegenüber der Vergleichsperiode um 12 Prozent rückläufig. Der Zinsüberschuss sank um 10 Prozent auf € 1.669 Millionen, überwiegend infolge von Rückgängen im Kundeneinlagengeschäft sowie Margenreduktionen in einigen Ländern. Besonders davon betroffen waren die Konzerneinheiten in der Ukraine und Rumänien. Der Provisionsüberschuss sank - ebenfalls hauptsächlich bedingt durch den Geschäftsrückgang in den ukrainischen und rumänischen Konzerneinheiten - um 17 Prozent auf € 801 Millionen.

Im Berichtsjahr sanken die Verwaltungsaufwendungen des Geschäftsbereichs um 14 Prozent auf € 1.606 Millionen. Hauptgründe dafür waren einerseits Kostensenkungsmaßnahmen zur Optimierung des Filialnetzwerks und andererseits Währungseffekte. Dadurch verbesserte sich die Cost/Income Ratio weiter um 1,9 Prozentpunkte auf 64,7 Prozent.

Die Kreditrisikoaktiva des Geschäftsbereichs Retail Customers sanken im Jahresabstand um 17 Prozent auf € 15,9 Milliarden.

Treasury

Der Geschäftsbereich Treasury erzielte 2009 einen Jahresüberschuss vor Steuern von € 230 Millionen und verzeichnete damit trotz des starken Rückgangs im Zinsüberschuss eine Steigerung von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erreicht wurde dieses Ergebnis durch ein positives Ergebnis aus Finanzinvestitionen und ein um 10 Prozent verbessertes Handelsergebnis.

Der Zinsüberschuss reduzierte sich von € 172 Millionen im Vorjahr auf € 73 Millionen. Hauptfaktoren dafür waren höhere Refinanzierungskosten, gestiegene Kosten für die Mindestreserve und eine negative Spanne aus den veranlagten Liquiditätsüberschüssen.

Das Handelsergebnis von € 185 Millionen wurde in hohem Ausmaß durch die Aufwertung des Wertpapierbestands in Kroatien und Rumänien beeinflusst, der vor allem im letzten Quartal 2008 abgewertet worden war.

Die Verwaltungsaufwendungen wurden im Jahresvergleich um 20 Prozent reduziert.

Da die Betriebserträge ebenfalls einen starken Rückgang um 22 Prozent auf € 271 Millionen auswiesen, blieb die Cost/Income Ratio fast unverändert und erhöhte sich nur geringfügig um 0,7 Prozentpunkte auf 32,1 Prozent.

Die Kreditrisikoaktiva sanken wegen geringerer Veranlagungen um 20 Prozent auf € 5,5 Milliarden.

Der Return on Equity vor Steuern des Geschäftsbereichs stieg um 7,1 Prozentpunke auf 32,7 Prozent.

Participations and Other

Der Jahresüberschuss vor Steuern des Geschäftsbereichs Participations and Other betrug € 48 Millionen. Der Zinsüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vergleichsjahr stark auf € 237 Millionen. Das Ergebnis war hauptsächlich deshalb positiv, weil es die kalkulatorischen Ergebnisse aus der Veranlagung des Eigenkapitals enthält, die durch das hohe Zinsniveau in CEE im Berichtszeitraum stark anstiegen.

Ausblick 2010

Die breite Diversifikation des Bankennetzwerks der Raiffeisen International in 15 Ländern war in der Krise einmal mehr von großem Vorteil, da die einzelnen Länder von der Krise ganz unterschiedlich betroffen waren. Daran wird die Raiffeisen International festhalten und ihre Präsenz sowie das Geschäft dort ausbauen, wo entsprechendes Wachstumspotenzial gesehen wird. Impulse verspricht sich das Unternehmen dabei von der erwarteten wirtschaftlichen Erholung in CEE. Diese dürfte in Zentraleuropa, Südosteuropa und Russland stärker ausfallen als im Segment GUS Sonstige, in dem die Erholung aufgrund der anhaltend schwierigen Situation in der Ukraine erst später eintreten dürfte.

Das Risikomanagement der Raiffeisen International wurde im vergangenen Jahr weiterentwickelt und erheblich ausgebaut, umfangreiche Vorsorgen für mögliche Risiken wurden getroffen. Im Geschäftsjahr 2010 rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Anstieg der notleidenden Kredite, die Dynamik dieses Anstiegs scheint mit der wirtschaftlichen Erholung jedoch gebrochen. Das in der Berichtsperiode eingeführte strikte Kostenmanagement wird auch 2010 fortgesetzt. So soll der Ausbau des Geschäftsstellennetzes nur selektiv vorangetrieben werden. Dabei können auch bestehende Standorte geschlossen oder verlegt werden, sodass die Gesamtzahl im Jahr 2010 etwa gleich bleiben dürfte.

Das Geschäft mit Corporate-Kunden erwies sich 2009 als Rückgrat der Gruppe. Im Jahr 2010 peilt sie hier eine selektive Intensivierung des Kreditgeschäfts an. Besonderes Augenmerk soll dabei auf das Geschäft mit Kunden aus dem Mid-Market- Bereich und auf ausgewählte Branchen gelegt werden. Zudem soll das Provisionsgeschäft, etwa durch gezieltes Cross Selling, weiter gestärkt werden.

Im Geschäftsbereich Retail Customers strebt das Unternehmen für 2010 ein Wachstum der Kreditvergabe an. Der Fokus soll zunächst auf dem Cross Selling mit ausgewählten Kreditangeboten, etwa Konsumentenkrediten und Kreditkarten, liegen. Auch die Kundeneinlagen sollen weiter gesteigert werden, wofür man sich von der Direktbank, die 2010 ihren operativen Geschäftsbetrieb aufnehmen soll, positive Impulse erwartet. Ein weiteres Ziel besteht darin, das Geschäft mit vermögenden Privatkunden, insbesondere mit Provisionsprodukten, auszubauen.

Auch wenn die Kreditnachfrage 2010 insgesamt verhalten bleiben dürfte, rechnet man aus heutiger Sicht für die Raiffeisen International mit einem leichten Anstieg der Ausleihungen an Kunden im Jahresverlauf.
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