Montag, 05. Dezember 2016


Frauen verdienen weniger… richtig so

Eine heiße Diskussion im Netz über geschlechtsspezifische Bezahlung

(lifePR) (Leipzig, ) Mit dieser Überschrift begann im Unternehmensnetzwerk XING im Juni 2012 eine Diskussion, die nach wenigen Tagen fast 4.000 Mal aufgerufen wurde und zu mehr als 330 Beiträgen provozierte. Natürlich war die Überschrift ein „Reißer“ mit dem Aufmerksamkeit erzeugt werden sollte. Der Initiator der Diskussion machte bereits in der Einführung seine Position klar, dass er sicher nicht der Meinung ist, Frauen sollten gegenüber Männern bei gleicher Qualifikation, Erfahrung und Leistung schlechter bezahlt werden. Vielmehr ging es um die Frage, ob die Tatsache, dass Männer im Mittel ein höheres Einkommen erzielen, eine plausible und nachvollziehbare Begründung hat. Der Zustand also „richtig so“ ist. Die Diskussion wuchs mitunter schnell zu einem echten „Glaubenskrieg“ mit klaren Fronten aus. Auch weit abschweifende Beiträge und Antworten darauf hatten nur noch ganz am Rande mit dem ursprünglichen Thema zu tun.

Mehr Frauen als Männer in Teilzeit

Mit Vorsicht sind, wie bei allen Statistiken, auch in diesem Fall die Annahmen und Prämissen zu beleuchten. Berücksichtigt eine Auswertung nämlich nicht den Aspekt der Arbeitszeit sondern nur die nominalen Einkommen, ist eine Verfälschung der Ergebnisse schon vorprogrammiert, alleine auf Grund der Tat sache, dass mehr Frauen als Männer in Teilzeit arbeiten. Davon unabhängig wurde festgestellt, dass rein formal in Deutschland eine unterschiedliche Bezahlung alleine wegen der Geschlechtszugehörigkeit gesetzlich verboten ist. Schon im Grundgesetz wird mit dem Artikel 3 die Grundlage für Gleichberechtigung von Mann und Frau gelegt und im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) speziell für die Arbeitswelt konkretisiert.

Angebot und Nachfrage

In eine ganz andere Richtung führte die These, dass häufig in eher schlechter bezahlten Berufen der Anteil an Frauen und in besser bezahlten Berufen der Anteil an Männern höher ist, es also mehr IT-Experten auf der einen Seite und mehr Frisörinnen auf der anderen gibt. Der Aspekt wurde nicht bestritten. Mehr oder weniger offen blieb aber die Frage, warum denn eigentlich „typischen Frauenberufe“ schlechter bezahlt werden als „typische Männerberufe“? Entsteht ein Preis, auch der einer Arbeitsleistung, nicht einfach am Markt durch Angebot und Nachfrage? Also völlig unabhängig davon, welchen Geschlechtes überwiegend die „Lieferanten“ der Arbeitsleistung sind? Theoretisch schon…

Konsequentes Verhandeln

Mehrfach genannt wurde auch die Erfahrung, dass Männer im Mittel einfach härter und konsequenter für die monetären Rahmenbedienungen eines Arbeitsvertrags verhandeln als viele weibliche Kolleginnen. Mag es daran liegen, dass Frauen häufig bescheidener auftreten als Männer? Sie ihre eigenen Qualitäten eher etwas unterbewerten (oder nicht so stark übertreiben)? Oder darauf warten, dass ihre Arbeitsleistung von alleine erkannt und honoriert wird? Vielleicht liegt es auch daran, dass das Einkommen über den Versorgungsaspekt hinaus gerade bei Männern noch als wichtiges Statussymbol dient? Interessant war auch der Gedanke, dass wenn Frauen tatsächlich bei gleicher Qualifikation, Erfahrung und Leistung bereit wären für weniger Geld zu arbeiten, müsste ja jedes Unternehmen, welches im Wettbewerb steht, bemüht sein nur noch Frauen einzustellen.

Geschlechtsspezifische Gründe

Und doch scheint es noch den Dinosaurier unter den Personalverantwortlichen zu geben. So wurde aus Erfahrungen berichtet, in denen weibliche Bewerber hören mussten: „er zahle ihr vorab schon mal weniger als den Männern, … weil sie ja schließlich irgendwann mal Kinder kriegen‘".

Ob nach solchen Aussagen, Frau ein Jobangebot annehmen sollte, steht auf einem anderen Blatt. Ebenso die Frage danach, mit welchen weiteren nicht geschlechtsspezifischen Gründen Arbeitgeber versuchen, die Bewerberinen in Einkommensverhandlungen zu „drücken“.

Kein Vorschlag zur Lösung

Frauen verdienen weniger… richtig so… oder auch nicht? Einen Konsens oder geänderte Meinungen gab es am Ende der Diskussion nicht. Vielleicht war daran auch keiner wirklich interessiert, sondern nur an der gegenseitigen Bestätigung der eigenen (Vor)urteile. Bezeichnend ist allerdings, dass, sollte es tatsächlich ein Problem geben, kein einziger Vorschlag zur Lösung gemacht wurde.
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