Dienstag, 06. Dezember 2016


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Die Bildwelten des Günter Grass

"Als bildender Künstler bin ich gelernter, als Schriftsteller ungelernter Künstler." (Günter Grass)

(lifePR) (Dietramszell, ) Zwei Jahre nach "Beim Häuten der Zwiebel" stellt Günter Grass auf der Frankfurter Buchmesse 2008 den zweiten Teil seiner Autobiographie, "Die Box" vor. Der Nobelpreisträger bringt sich mit der kontrovers diskutierten Neuerscheinung bei dem größten Ereignis der Buchbranche auch dieses Jahr wieder ins Gespräch.

Weniger bekannt ist das bildnerische Werk des Künstlers Grass, das von hoher Produktivität gekennzeichnet ist. 1947 nimmt er eine Lehre als Steinmetz in Düsseldorf auf, um bis 1952 ein Studium der Bildhauerei und Graphik an der Düsseldorfer Kunstakademie zu absolvieren. Es entstehen erste Skulpturen, Zeichnungen, Radierungen und Aquarelle. Schon 1951 und 1952 reist er nach Italien und Frankreich. Danach setzt er in Berlin sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste Berlin bei dem Bildhauer Karl Hartung fort. Günter Grass' Leben gestaltet sich fortan mobil und abwechslungsreich. Er übersiedelt nach Paris, fährt als einer der ersten 1960 nach Polen, bereist Israel, besucht mit Willy Brandt New York und nimmt die Ehrendoktorwürde der Harvard Universität entgegen, bald darauf den Literaturpreis in Palermo. Weitere Reisen nach Japan, Indonesien, Thailand, Hongkong, Indien, Kenia folgen. Grass engagiert sich politisch und nimmt zu Umweltthemen Stellung: in "Totes Holz" verknüpft er Bild und Text, auch später in dem Kunstband "Fundsachen für Nichtleser". Beim internationalen PEN-Kongress redet Grass in Moskau. 2002 erscheint das Buch "Gebrannte Erde", eine Werkdokumentation seiner Skulpturen und Plastiken. Lübeck verleiht ihm die Ehrendoktorwürde der Universität. In Madrid entsteht 2006 sein Roman "Beim Häuten der Zwiebel", er trifft 2008 junge russische und deutsche Schriftsteller in St. Petersburg und veröffentlich auf der Buchmesse Frankfurt 2008 sein neuestes Buch "Die Box", ein autobiografischer Roman, dessen Titel sich auf die Agfa-Kastenkamera seines Vaters bezieht.

Die Krönung eines Künstlerlebens ist ein eigenes Museum. Seit 2002 befindet sich in der Glockengießerstraße das Günter-Grass-Haus, Forum für Literatur und Bildende Kunst. Es bietet Einblicke in das Werk des Literaturnobelpreisträgers, Grafikers und Bildhauers Günter Grass. Das Museum stellt den Künstler in seiner Vielseitigkeit vor, vermittelt die Kenntnis seines Werkes, der vom ihm geschaffenen Bildwelt und der dafür eingesetzten Arbeitsmethoden. Der Sammlungsbestand von über 1100 Zeichnungen, Radierungen, Lithographien und Aquarellen, einschließlich der seit 1995 entstandenem Manuskripte, ermöglicht dem Besucher Einblicke in die "Werkstatt" des Künstlers. Besonders reizvoll sind der Skulpturenhof und der Museumsgarten, die letztes Jahr neu eröffnet wurden. Günter Grass wohnt seit 1995 in der Nähe Lübecks und hat sein Sekretariat ebenfalls in der Glockengießerstraße 21, dort, wo auch das Museum beheimatet ist. Im Günter-Grass-Haus wird das Ineinandergreifen von Schreiben und bildnerischen Gestalten in seinem Schaffen auf anschauliche Weise thematisiert. Diese Möglichkeiten, einen Einblick in den Schaffensprozess zu verschaffen, die Verbindungen im Gesamtwerk herzustellen und aus den Facetten seiner verschiedenen künstlerischen Tätigkeiten ein Gesamtbild des Œvres zu schaffen, machen den Reiz des Günter-Grass-Hauses aus. Nach fünfjährigem Bestehen hat das Museum aus den umfangreichen Beständen eine Neuauswahl getroffen, die sich den charakteristischen Motiven des Künstlers widmet: den Bildwelten des Günter Grass.

Autorin: Dagmar Gold


Info Museum:
http://www.guenter-grass-haus.de

Kunstwerke Grass:
http://www.arteviva.de
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