Sonntag, 20. April 2014


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Nachruf Rainer Domisch

Minister Tesch: Das pädagogische Testament von Rainer Domisch ist im Land verankert

(lifePR) (Schwerin, ) Der Bildungsexperte Rainer Domisch ist am 16. August 2011 im Alter von 65 Jahren in seiner finnischen Wahlheimat an einer schweren Krankheit verstorben.
In Mecklenburg-Vorpommern ist er insbesondere als Vorsitzender der Expertenkommission *Zukunft der Erziehung und Bildung unter Berücksichtigung des lebenslangen Lernens in Mecklenburg-Vorpommern* bekannt geworden. Die Expertenkommission hat im Auftrag des Landtages von 2006 bis 2008 auf der Grundlage einer umfassenden Analyse weitreichende Empfehlungen zur politischen Steuerung des Bildungswesens im Land ausgearbeitet.

Minister Tesch: *Rainer Domisch war ein engagierter Anhänger einer Schule ohne jegliche Ausgrenzung und mit der Verpflichtung zur intensiven individuellen Förderung jedes einzelnen Kindes. Sein Anliegen und entsprechende Empfehlungen der Expertenkommission sind in unser neues Schulgesetz und in die Bildungskonzeption für 0- bis 10-jährige eingegangen und damit als Teil seines pädagogisches Testaments dort verankert.*

Rainer Domisch hat dem Bericht der Expertenkommission seinen persönlichen Stempel aufgedrückt. Seine zurückhaltende Art verdeckte nie seine hohe Sachkompetenz besonders in pädagogischen und schulischen Fragestellungen. In ganz Deutschland, das vom Siegerland in den PISA-Untersuchungen Finnland fasziniert war, wurde er als Referent geschätzt. Von ihm erwartete man Aufklärung, wie ein solcher Erfolg möglich war. Seine Prominenz verdiente sich der Pädagoge, indem er unzählige deutsche Besuchergruppen und Interessenten durch finnische Schulen führte und sie umfassend informierte.

Der Deutsch- und Englischlehrer Domisch kam aus Schwäbisch-Hall in Baden-Württemberg. Seit 1979 lebte und arbeitete er mit seiner finnischen Frau meist in Finnland, erst als Lehrer an der Deutschen Schule Helsinki, dann als Fachberater für Deutschlehrer im Auftrag der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. Im Jahre 1994 wechselte er als Mitarbeiter in das finnische "Zentralamt für Unterrichtswesen", wo er für das Fach Deutsch in finnischen Schulen verantwortlich war. Seine letzte Dienststellung war die eines Bildungsberaters im Zentralamt als finnischer Beamter. Für seine hochgeschätzte Arbeit wurde er 2000 von der finnischen Staatspräsidentin ausgezeichnet.

Mit seinem in Kürze erscheinenden Buch *Niemand wird zurück gelassen: Eine Schule für alle" wird er weiter Einfluss auf bildungspolitische Debatten und Entscheidungen nehmen.
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