Sonntag, 04. Dezember 2016


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Der Bundesverband Menschen für Tierrechte stellt den Lehrstuhl für nachhaltige Chemie und stoffliche Ressourcen an der Leuphana Universität Lüneburg vor

(lifePR) (Aachen, ) In Deutschland werden alljährlich gut 10.000 Tonnen Arzneimittel mit potentieller Umweltgefährdung zur medikamentösen Behandlung von Mensch und Tier eingesetzt. Die Abbauprodukte der Medikamente werden über Urin und Stuhl ausgeschieden und gelangen mit dem Abwasser über die Kläranlagen in Böden und Gewässer. Die ausgeschiedenen Stoffe sind biologisch hochaktiv, schlecht abbaubar, mobil und belasten die Umwelt sowie die Gesundheit von Mensch und Tieren. Auf schädigende Effekte, wie die Verweiblichung von Fischen und reduzierte Fertilität von Organismen, haben Ökotoxikologen schon vor Jahren hingewiesen. Auch der langfristige Einfluss sogenannter endokrin wirksamer Substanzen auf die Entstehung von Humankrankheiten wird intensiv diskutiert.

Eine effiziente tierversuchsfreie Strategie zur Verminderung der gefährlichen Rückstände in Gewässern wird derzeit von Prof. Dr. Klaus Kümmerer von der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt. Das Forscherteam von Prof. Kümmerer arbeitet an einem verbesserten Molekül- und Prozessdesign, um eine mögliche Gefährdung durch chemische Verbindungen zu reduzieren und somit eine Umweltbelastung von vornherein zu verhindern.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte stellt jetzt Forschung und Team von Professor Kümmerer in seinem Wissenschaftsportal "InVitroJobs" vor. In der aktuellen "Arbeitsgruppe im Portrait" erfährt der Leser, wie mit modernen, Computer-basierten Methoden Arzneimittel und Chemikalien ohne Tierversuche so konstruiert werden können, dass sie das empfindliche Ökosystem nicht schädigen. "Gefährlich ist die Vielzahl unbekannter Stoffe und ihre zum Teil unbekannten Eigenschaften. Letztlich verhindern diese Stoffe ein nachhaltiges Wasserressourcenmanagement", betont Kümmerer im Interview mit "InVitroJobs".

Zum Schutz von Menschen und Tieren sollten tierversuchsfreie Lösungsansätze bereits bei der Entwicklung von Medikamenten und im Hinblick auf eine verbesserte Abbaubarkeit der Wirkstoffe ansetzen. Bislang werden bei ökotoxikologischen Tests von Arzneimitteln vor allem Organismen wie Kleinstkrebschen und Fische eingesetzt, um die Konzentration zu ermitteln, bei der kein Giftigkeitseffekt zu finden ist.

"Die erfolgreiche Arbeit der Lüneburger Forscher schützt Tiere vor dem Versuch, besonders Fische und Vögel, die in großer Zahl in Ökotoxizitätstests eingesetzt werden", betont Dr. Christiane Hohensee, Projektleiterin von "InVitroJobs".

"InVitroJobs", das Wissenschaftsportal des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte zur Unterstützung der tierversuchsfreien Forschung, informiert seit 2011 in seiner Reihe "Arbeitsgruppe im Portrait" über Wissenschaftler und ihre innovativen Forschungsprojekte. Im Fokus stehen neu entwickelte Methoden, ihre Evaluation sowie der Ausblick, welche tierexperimentellen Versuchsansätze gemäß dem 3R-Prinzip (reduce, refine, replace) nach Möglichkeit reduziert und bestenfalls abgelöst werden können.

Ausführliche Informationen, inklusive eines Interviews mit Prof. Dr. Klaus Kümmerer: www.invitrojobs.com
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