Samstag, 25. Oktober 2014


Baden-Württembergischer Tierschutz-Forschungspreises geht an zwei Forschergruppen

(lifePR) (Aachen, ) Der Bundesverband Menschen für Tierrechte und sein Landesverband Baden-Württemberg begrüßen die heutige Vergabe des mit 25.000 Euro dotierten Forschungspreises "Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch" des Landes Baden-Württemberg. Die Auslobung eines derartigen Preises ist eine zentrale Forderung der Verbände an Bund und Länder, um Alternativen zum Tierversuch besser zu fördern. Außer der Bundesregierung vergeben bisher nur Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Berlin entsprechende Preise.

Der Forschungspreis 2011 wurde an folgende Wissenschaftler vergeben:

Dr. Martina Berger, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungslabor von Prof. Ulrich Stock am Universitätsklinikums Tübingen, erhält die Auszeichnung für ein Verfahren zur langfristigen in vitro-Testung künstlicher Herzklappen. Bislang werden diese überwiegend in Schafen getestet. Im Vorfeld zu den Herzklappentestungen wird bei den Schafen experimentell durch Verengung der Hauptschlagader (Aorta) Bluthochdruck erzeugt. Schon bei diesen Voroperationen sterben viele Tiere. Die neue, tierfreie Methode testet Herzklappen in einem künstlichen Gefäßsystem (Pulsreaktor), das u.a. Blutdruckschwankungen nachbilden kann. Dadurch können Experimente an Tieren entfallen.

Martina Zimmermann und Prof. Dr. Ulrich M. Lauer, Leiter der Forschergruppe Molekulare Onkologie der Abteilung Innere Medizin I des Universitätsklinikum Tübingen, haben zur Prüfung von Krebstherapeutika ein in vitro-Modell entwickelt.

Hierzu wird humanes Tumorgewebe in sehr dünne Scheiben geschnitten und anschließend in Kulturen angezüchtet. Die Testsubstanzen werden auf diese Gewebeschnitte aufgetragen. Die therapeutische Wirkung der Prüfsubstanz ist an der Zerstörung der Krebszellen feststellbar. Aktuell wird hierbei mit gentechnisch veränderten Masernviren geforscht, um eine sogenannte Virotherapie zur Behandlung des Krebses zu etablieren. Das Verfahren wurde bereits von anderen Forschergruppen übernommen. Damit können die bisherigen Versuche an Mäusen, die sehr belastend sind, abgelöst werden. Das Projekt wurde mit Forschungsgeldern des baden-württembergischen Förderprogramms unterstützt.

"Beide Verfahren zeigen, dass in vitro-Methoden zielführend sind und Tierleid reduzieren können. Insbesondere wird hier deutlich, dass eine gezielte Förderung von tierfreien Methoden erfolgreich ist", so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Ingeborg Livadidits, Vorsitzende der Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg, betont: "Baden-Württemberg setzt die richtigen Zeichen für Fortschritt ohne Tierleid. Es ist das einzige Bundesland mit einem Lehrstuhl für tierversuchsfreie Verfahren. Außerdem will die Landesregierung die Reduktion der Tierversuche und die Förderung tierversuchsfreier Forschung verstärken."
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