Donnerstag, 08. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 346205

Trading - Range: 139.71-141.08

Tendenz: sehr schwach

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Die EZB ließ den Leitzins bei 0.75 % und den Einlagensatz bei 0 %. Die EZB- Experten sehen weiter ein schwaches Wirtschaftswachstum und höhere Inflationserwartungen.

EZB- Chef Draghi stellte anschließend die Modalitäten zum geplanten Anleihekauf vor, mit denen Störungen an den Bondmärkten der Schuldenländer entgegengewirkt werden soll. Bedingung ist, dass das betroffene Land angemessene Rettungsmechanismen von ESFS/ESM in Anspruch nehme und die daraus vorgegeben Reformmaßnahmen einhalte. Der IWF soll dazu eingebunden werden. Es gibt weder für Volumen noch für Rendite- oder Spreadniveaus eine quantitative Begrenzung. Die zusätzliche Liquidität soll den Märkten wieder entzogen werden und die angekauften Bonds genießen keinen bevorzugten Gläubigerstatus.

Die EZB hat mit diesem neuen Kaufprogramm (Outright Monetary Transactions OMTs), welches den SMP ersetzt, die Markterwartung getroffen. Besonders der fehlende Hinweis auf eine Begrenzung der Größenordnung wurde positiv gewertet. Auch die Tatsache, dass unter Umständen schon Antrag und Bewilligung einer vorsorglichen Kreditlinie ("Enhanced Conditions Credit Line", ECCL) ausreicht, ins Anleihekaufprogramm aufgenommen zu werden, erleichtert durch die geringeren damit verbundenen Auflagen den Einstieg weiterer Länder.

Die Risikoampeln bei den Investoren bleiben deshalb zunächst auf "grün"! Aktien und Anleihen der Schuldenländer erfreuten sich sowohl vor, als auch nach den Aussagen des EZB- Präsidenten lebhafter Nachfrage. Davon profitierte auch Spanien, das sich am Markt über 2- 4- jährige Anleihen gut 3.5 Mrd.

Euro frisches Geld besorgt hat. Die Renditen lagen mit 2.8 %, 3.7 % und 4.6 % trotz einer etwas geringeren Nachfrage erheblich unter den Sätzen von Juni bzw. Juli. Nach Auktion und Notenbanksitzung zogen die Kurse spanischer Staatsanleihen weiter an, wobei erneut mittlere und lange Fälligkeiten in der Gunst der Anleger ganz oben standen. Auch Frankreich nutzte die Gunst der Stunde, platzierte 5-, 10- und 15 jährige OATs und nahm dadurch knapp 8 Mrd. Euro auf.

Bundesanleihen verloren mit wachsender Risikobereitschaft weiter an Boden und verbuchten den fünften Handelstag in Folge herbe Verluste. Bonds der EU- Peripherie waren dagegen erneut gut gesucht. Die Risikoprämien 10-jähriger italienischer (5.24 %) und spanischer Papiere (5.96 %) ermäßigten sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 30 bzw.48 BP, die portugiesischer Anleihen (8.36 %) um 49 BP. Staatspapiere aus Frankreich (2.24 %) und Belgien (2.67 %) machten 5-7 BP gut.

In dem ganzen Tohuwabohu wurden positive US- Konjunkturdaten fast nicht zur Kenntnis genommen. So stieg die Zahl der Beschäftigten in der Privatwirtschaft um 201.000 und der ISM- Index für den Servicesektor kletterte überraschend von 52.8 auf 53.7 Punkte. Die Kurse amerikanischer Staatsanleihen gaben daraufhin kräftig nach und setzen auch heute in Fernost diesen Trend fort.

Bund- (140.29) und Bobl- Kontrakt (125.26) verloren 96 bzw.40 Stellen, der Schatz (110.67) ging 12 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 1.55 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 151 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren 9 BP höher bei 1.69 %, der JGB- Future (143.95) notiert 22 Stellen tiefer. Der Euro erholt sich auf 1.264 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 95.1 Dollar.

Zum Wochenschluss ist an der Datenfront nochmals vollste Aufmerksamkeit gefordert. Im Mittelpunkt des Interesses steht der US- Arbeitsmarktbericht. Neben einer unveränderten Arbeitslosenquote von 8.3 % wird mit einem Stellenzuwachs außerhalb der Landwirtschaft von 130.000 gerechnet. Nach dem positiven ADP- Report und dem kräftigen Anstieg der Beschäftigungskomponente im ISM- Serviceindex ist hier positives Überraschungspotential vorprogrammiert.

In Deutschland wird zudem die Außenhandelsstatistik (Exporte -0.5 %; Importe -0.3 %) und Industrieproduktion (0 %/-3 %), aus Großbritannien Erzeugerpreise (+0.2 %/1.9 %) und Produktionszahlen (1.5 %/-2.7 %) veröffentlicht.

Am Primärmarkt sind heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. In der kommenden Woche beginnen die Niederlande mit der Aufstockung einer 10-jährigen DSL im Volumen von 1.5-2.5 Mrd. Euro, gefolgt vom Bund mit neuen 5- jährigen Bundesobligationen im Volumen von 5 Mrd. Euro und Italien mit 5-7 Mrd. Euro BTPs. Das amerikanische Schatzamt versteigert 3-, 10- und 30- jährige Anleihen, Großbritannien 3.5 Mrd. GBP 10-jährige Gilts.

Technik:
Der Bund- Future stand weiter mächtig unter Druck, markierte ein Tagestief bei 140.12 und schloss (140.29) 96 Stellen unter Vortagsniveau. Die Ausgangslage hat sich mit dem Bruch des Aufwärtstrends bei 140.57 weiter eingetrübt, die Indikatoren auf Tagesbasis zeigen nach Süden. Im Wochenchart wurde mit dem Abschlag von ca. 175 Ticks aus dem Kontraktwechsel der seit März dieses Jahres gültige Aufwärtstrend bei 141.57 pulverisiert. Unterstützungen liegen bei 140.12 (Tief v. 06.09.), 139.96 (Tief v. 22.08.), 139.71 (61.8 %- Retracement von 135.27 bis 146.89) und 139.30 (Tief v. 16.08.).

Das kurzfristig extrem überverkaufte Niveau spricht jedoch zunächst für eine Verschnaufpause. Widerstände sehen wir bei 140.47 (Hoch v. 17.08.), 140.66 (Trendlinie), 140.78 (Tief v. 16.08.aus dem fortlaufenden Chart),141.08 (Tief v. 05.09./50 %- Retracement von 135.27 bis 146.89) und 141.28 (Hoch v. 06.09.).
Unterstützungen: 140.12 139.96 139.71
Widerstand: 140.66 140.78 141.08

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