Sonntag, 11. Dezember 2016


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Strategiereport

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) .

- Die EZB droht ein wichtiger Staatsfinancier zu werden und damit dauerhaft in politische Abhängigkeiten zu geraten. Die Wahrung der Geldwertstabilität als oberstes Ziel wird damit ausgehöhlt. Der Übergang in eine Haftungs- und Transferunion wird dabei ebenso in Kauf genommen wie eine höhere Teuerung. Entsprechend dürften sich die Ertragsaussichten für deutsche Staatsanleihen schon bald weiter eintrüben.

- Nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Monate scheint bei Aktien inzwischen das kurzfristige Ertragspotenzial weitgehend ausgeschöpft zu sein. Für einen Aufstieg zu neuen Gipfeln wäre eine deutliche Aufhellung der Wachstumsperspektiven notwendig.

Andererseits dürfte die moderate Bewertung vor fallenden Notierungen schützen.

- Mit Blick auf die aktuellen Chance-Risikoverhältnisse ist es empfehlenswert, Immobilien deutlich überzugewichten, Aktien und Liquidität neutral zu gewichten sowie Renten unterzugewichten.

- Da das Wachstumsszenario zunächst fragil erscheint, ist das kurzfristige Ertragspotenzial bei Rohstoffen insgesamt überschaubar. Solange die US-Notenbank keine weiteren wirklich beherzten Lockerungsschritte vollzieht, tritt Gold mehr oder weniger auf der Stelle.

Performance-Rückblick

Die Performance von deutschen Staatsanleihen fiel im Einmonatsvergleich zuletzt leicht negativ aus (iBoxx: -0,2 %). Aktien konnten dagegen sehr deutlich zulegen. Dabei schnitten Euro-Aktien in lokaler Währung mit weitem Abstand am besten ab (+14,1 %). Deutlich dahinter zurück nahmen japanische Dividendenpapiere den zweiten Platz (+8,6 %) ein. Britische Titel und US-Werte belegten gemeinsam den dritten Platz (+5,8 bzw. +5,7 %). Schweizer Valoren waren mit +5,0 % das Schlusslicht. Zuletzt erwiesen sich die hier beobachteten Währungen mit Ausnahme des Schweizer Franken gegenüber dem Euro als etwas schwächer, so dass auf Eurobasis der Ertragsunterschied zu Euro-Aktien noch höher ausfällt und Schweizer Valoren auf den zweiten Platz klettern. Bei Rohstoffen kam es beim Einmonatsvergleich zu einem Plus (+2,9 %). Bei Gold fiel es etwas höher aus (+4,3 %). Auf Eurobasis ergeben sich deutlich schlechtere Ergebnisse (-0,3 bzw. +1,1 %). Beim Vergleich der bisherigen kumulierten Performance seit dem Jahresultimo 2011 aller hier beobachteten Asset-Klassen auf Eurobasis lagen US-Aktien an der Spitze (+18,0 %).

Basisszenario

Das Wachstum der Weltwirtschaft ist wenig dynamisch. Die Maßnahmen zur Inflationseindämmung ebenso wie negative Rückkoppelungen aus wichtigen Abnehmerregionen wirken in den Schwellenländern kurzfristig noch wachstumsdämpfend. In den meisten Industrieländern schlägt sich nicht nur die geringere globale Dynamik nieder, sondern auch die Unsicherheit aufgrund der Hartnäckigkeit von Arbeitslosigkeit und Schuldenkrise. Die Fiskalpolitik weist in nahezu allen großen Volkswirtschaften noch Bremsspuren auf, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Die konjunkturellen Stimmungsindikatoren dürften sich nach den jüngsten Rückschlägen im Zuge der Krise im Euroraum mit dem Abklingen der politischen Unsicherheiten und einer höheren Wachstumsdynamik in den Schwellenländern bald wieder robuster zeigen. Die Teuerung ist zumeist eher stabil. Die Geldpolitik bleibt in den großen Industrieländern sehr locker und wird in den Schwellenländern eher wieder expansiv.

Performance-Ausblick

Die EZB droht ein wichtiger Staatsfinanzier zu werden und damit dauerhaft in politische Abhängigkeiten zu geraten. Die Wahrung der Geldwertstabilität als oberstes Ziel wird damit ausgehöhlt.

Der Übergang in eine Haftungs- und Transferunion wird dabei ebenso in Kauf genommen wie eine höhere Teuerung. Entsprechend dürften sich die Ertragsaussichten für deutsche Staatsanleihen schon bald weiter eintrüben. Nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Monate scheint bei Aktien inzwischen das kurzfristige Ertragspotenzial weitgehend ausgeschöpft zu sein. Für einen Aufstieg zu neuen Gipfeln wäre eine deutliche Aufhellung der Wachstumsperspektiven notwendig.

Andererseits dürfte die moderate Bewertung vor fallenden Notierungen schützen. Da das Wachstumsszenario zunächst fragil erscheint, ist das kurzfristige Ertragspotenzial bei Rohstoffen insgesamt überschaubar. Solange die US-Notenbank keine weiteren wirklich beherzten Lockerungsschritte vollzieht, tritt Gold mehr oder weniger auf der Stelle.

Asset-Allokation der Mischportfolien

Mit Blick auf die aktuellen Chance-Risikoverhältnisse ist es empfehlenswert, Immobilien deutlich überzugewichten, Aktien und Liquidität neutral zu gewichten sowie Renten unterzugewichten.

In Portfolio 5, das keine Immobilien enthält, sollte Liquidität deutlich übergewichtet werden. Die Möglichkeiten zur Untergewichtung von Renten werden dabei in Portfolio 1 voll, in Portfolio 2 zu 36 %, in Portfolio 4 zu 26 % sowie in den Portfolien 4 und 5 zu jeweils 52 % ausgeschöpft.

Allokation des um Rohstoffe diversifizierten Portfolios

Auch Rohstoffe haben in den letzten Wochen von der wieder gestiegenen Risikotoleranz der Finanzinvestoren profitiert. Gleichzeitig führten Sonderfaktoren wie die Feriensaison, die Hitzewelle und Dürre in vielen Teilen der Welt sowie die wieder vermehrten politischen Spannungen im Nahen Osten zu einem mitunter rasanten Anstieg der Notierungen. Entsprechend blieb das Kursbild heterogen. Auffällig war wiederum das schlechte Abschneiden der besonders konjunktursensitiven Industrierohstoffe. Während bei Mineralölprodukten und Getreide das lokale Hoch erreicht sein dürfte und in den Herbst hinein mit einer Preisberuhigung zu rechnen ist, wachsen bei Primärmetallen die Chancen auf eine zumindest leichte Erholung. Sollte unser Szenario einer baldigen Konjunkturerholung gerade auch in Asien sich in den kommenden Monaten nicht erfüllen, könnten die Notierungen selbst der Primärmetalle nochmals deutlich unter Druck kommen.

Laufzeiten-Allokation

Deutsche Staatsanleihen wiesen beim jüngsten Einmonatsvergleich ein leichtes Minus auf (iBoxx:
-0,2 %). Kurzläufer führten die Rangliste an (0,0 %). Platz 2 belegten 3-5j. Papiere und Ultralangläufer mit jeweils -0,1 %. 5-7j. Titel lagen auf dem dritten Platz (-0,3 %). 7-10j. Papiere waren das Schlusslicht (-0,5 %). Bei der kumulierten Performance seit dem Ultimo 2011 waren Ultralangläufer zuletzt in Führung (+7,3 %).

Der 10/2-Spread von Bundesanleihen bewegt sich seit Ende Mai im Verbund mit steigenden Inflationserwartungen schrittweise nach oben. Offenbar steuert die Renditedifferenz zwischen kurzen und langen Laufzeiten, aktuell bei etwa 1,4 %-Punkten, auf das Spread-Niveau des Jahreswechsels von rund 1,7 %-Punkten zu. Mit einer Abflachung der Zinsstruktur ist im aktuellen Umfeld einer extrem expansiven Geldpolitik nur für den Fall einer erneuten massiven Zuspitzung der Eurokrise zu rechnen. Eine steilere Zinsstruktur führt 10j. Bundesanleihen in schwieriges markttechnisches Fahrwasser. Engagements sind hier auch aufgrund der extremen Volatilität in diesem von politischen Einflussfaktoren dominierten Umfeld weiterhin nicht empfehlenswert. Der Schwerpunkt bei Neuengagements sollte unverändert im Bereich kurzer bis mittlerer Laufzeiten liegen.

Beim reinen Laufzeiten-Portfolio raten wir, aufgrund des besseren Chance-Risiko-Verhältnisses 3-5j. und 5-7j. Titel deutlich überzugewichten. Kurzläufer sollten neutral gewichtet werden. Von Engagements in Ultralangläufern ist abzuraten. Insgesamt ist für das Portfolio somit eine Duration deutlich unter Benchmarkniveau empfehlenswert.

Allokation der internationalen Aktienanlagen

Die Performance-Erwartungen auf Euro-Basis sprechen gegenwärtig bei internationalen Aktien auch unter Währungsgesichtspunkten für eine Übergewichtung von Schweizer Valoren und Euro- Aktien zu Lasten der übrigen Vertreter des Aktienuniversums.

Portfoliostrukturen der Mischdepots

Mit Blick auf die aktuellen Chance-Risikoverhältnisse ist es empfehlenswert, Immobilien deutlich

überzugewichten, Aktien und Liquidität neutral zu gewichten sowie Renten unterzugewichten. In Portfolio 5, das keine Immobilien enthält, sollte Liquidität deutlich übergewichtet werden. Bei den internationalen Aktienanlagen empfiehlt sich eine Übergewichtung von Schweizer Valoren und Euro-Aktien zu Lasten der übrigen Vertreter des Aktienuniversums. In der Laufzeiten-Allokation von Euro-Staatsanleihen raten wir, aufgrund des besseren Chance-Risiko-Verhältnisses 3-5j. und 5-7j. Titel deutlich überzugewichten. Kurzläufer sollten neutral gewichtet werden. Von Engagements in Ultralangläufern ist abzuraten.
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