Sonntag, 04. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 345006

Marktkommentar Renten

Trading Range: 143.17-144.62 / Tendenz: schwächer

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Die Spanier scheinen da was falsch zu verstehen! EZB- Präsident Draghi hat recht deutlich gemacht, dass die Notenbank zu Anleihekäufen bereit sei, sofern das betreffende Land einen Hilfsantrag gestellt habe und die damit verbundenen Auflagen akzeptiere. PM Rajoy glaubt dagegen allen Ernstes, er könne dem entgehen, wenn die EZB hilft "falsch gepreiste" hohe Renditen der Schuldenländer ohne Gegenleistung zu senken. Wahrscheinlich bekommt er sogar recht, denn die Angst vor einem Auseinanderbrechen des Euroraums rückt alle Bedenken in den Hintergrund.

Der Handel an den europäischen Bondmärkten verlief angesichts des Feiertages in USA in ruhigen Bahnen. Die Risikobereitschaft nahm infolge der leicht gestiegenen Einkaufsmanagerindizes im Euroraum (45.1) und in Spanien (44.0 nach 42.3) etwas zu, ohne dass sich die Investoren vollends aus der Deckung trauten. Für Verunsicherung sorgte auch die Ankündigung der Ratingagentur Moody's, den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Europäischen Union von "stabil" auf "negativ" zu senken.

Die Kurse der Bundesanleihen erlitten daraufhin im späten Handel einen Schwächeanfall, von dem sie sich am Ende nur teilweise erholen konnten. Bonds der EU- Peripherie zeigten ein uneinheitliches Bild. Nach der reibungslosen Versteigerung belgischer Staatsanleihen schaffen die Investoren jetzt Platz für die am Donnerstag anstehende Auktion spanischer Papiere. Die Risikoprämien 10-jähriger italienischer (5.75 %), spanischer (6.79 %) und portugiesischer Anleihen (8.98 %) ermäßigten sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 4, 3 bzw.1 BP, ohne dass nennenswerte Umsätze beobachtet wurden. Staatspapiere aus Frankreich (2.19 %) und Belgien (2.60 %) rentierten jedoch 3 bzw. 4 BP höher.

Die Kurse amerikanischer Staatsanleihen geben heute in Fernost trotz schwächerer Aktiennotierungen etwas nach.

Bund- (143.73) und Bobl- Kontrakt (127.60) verloren 31 bzw. 11 Stellen, der Schatz (110.875) ging 1 1/2 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 1.36 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 140 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren 2 BP höher bei 1.57 %, der JGB- Future (144.20) legt 6 Stellen zu. Der Euro erholt sich auf 1.261 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt auf 97.3 Dollar.

Nach dem gestrigen Feiertag in den Vereinigten Staaten wird erst heute der ISM- Index für das verarbeitenden Gewerbe (450 nach 49.8; bezahlte Preise 46 nach 39.5) veröffentlicht. Bauinvestitionen (+0.4 %) und am späten Abend der Kfz- Absatz (14.2 Mio.) im August runden den Datenkranz dort ab. In der Eurozone stehen nur die Erzeugerpreise für Juli (+0.2 %/1.6 %) auf der Agenda, die jedoch kaum am Markt interessieren dürften.

Mit Spannung warten die Akteure an den Finanzmärkten auf die Notenbanksitzung am Donnerstag. Eine weitere Senkung des Refisatzes auf 0.5 % rückt in den Hintergrund, erwartet man doch weitere Details zu geplanten Anleihekäufen. Die Schuldenländer hoffen, die Notenbank könne auch Anleihen ohne die strikte Erfüllung von Spar- und Reformauflagen kaufen.

Am Primärmarkt stockt Österreich heute 5- und 7- jährige RAGB um jeweils 0.6 Mrd. Euro auf, in den kommenden Tagen folgen Deutschland (5 Mrd. Euro neue 10-jährige Bund), Spanien (2.5-3.5 Mrd. Euro Bonos) und Frankreich (7-8 Mrd. Euro OAT 5,10- und 15 Jahre).

Die Münchner Hypothekenbank eG begab einen 5- jährigen Öffentlichen Pfandbrief im Volumen von 500 Mio. Euro 14 BP unter Midswap. Die HVB- UniCredit Bank AG platzierte einen 10- jährigen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap +22 BP.

Das Land NRW kommt in Kürze mit einer 10- jährigen Anleihe über mindestens 500 Mio. Euro, die Deutsche Pfandbriefbank AG ist mit einer 3- jährigen ungesicherten Transaktion im Volumen von 500 Mio. Euro am Markt, die im Bereich Midswap +195 BP vermarktet wird.

Technik:

Der Bund- Future erlitt im späten Handel einen Schwächeanfall, markierte ein Tagestief bei 143.46 und schloss (143.73) 31 Stellen unter Vortagsniveau. Die Ausgangslage bleibt unübersichtlich, die Indikatoren auf Tagesbasis verlieren an Schwungkraft. Im Wochenchart zeigen sich Stabilisierungsansätze, Kaufsignale stehen aber weiter aus. Widerstände sehen wir bei 143.89 (Fibonacci von 144.16 bis 143.46), 144.16/17 (Hoch v. 03.09./61.8 %- Fibonacci von 146.26 bis 140.78/Hoch v. 30.08.), 144.31/37 (Hoch v.31./ 29.08.), 144.57/62 (Trendlinie/Hoch v. 31.07.), 144.96 (Hoch v. 03.08.) und 145.17 (Hoch v. 02.08.).

Unterstützungen liegen bei 143.63 (Tief v. 30.08.), 143.46/39 (Tief v. 03.09../29.08.), 143.17 (Tief v. 31.08.), 143.00 (38.2 %- Fibonacci von 140.78 bis 144.37), 142.88 (Hoch v. 22.08.) und 142.70 (Tief v. 23.08.).

Unterstützungen 143.63 143.39 143.17
Widerstände 144.16 144.37 144.62

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