Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Marktkommentar Renten

Trading Range: 143.00-144.37 / Tendenz: leichter

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Der Auftritt von US- Notenbankchef Ben Bernanke am Wochenende bei der Konferenz in Jackson Hole bremst derzeit die internationalen Finanzmärkte aus. Viele Marktteilnehmer erwarten, dass er Hinweise liefert, ob, wie und wann die Notenbank die US- Wirtschaft mit neuer Liquidität überflutet. Ausgeblendet wird, dass die jüngsten Konjunkturdaten mit Ausnahme einiger Stimmungsindikatoren keinen Grund für zusätzliche Maßnahmen liefern. Dies wurde durch moderate Wachstumszahlen im 2. Quartal (+1.7 %) untermauert, die überwiegend von einem robusten privatem Konsum (+1.7 %) getrieben waren.

Auch der Konjunkturbericht der Fed lieferte keine klaren Hinweise auf die weitere Vorgehensweise der Notenbank. Erfreulichen Entwicklungen im privaten Konsum und dem Immobiliensektor stehen zunehmende Probleme im verarbeitenden Gewerbe und dem Arbeitsmarkt gegenüber.

Mit schwindenden Hoffnungen auf eine Intervention durch die Fed verloren US- Treasuries und Bundesanleihen ihre Auftriebskräfte. Die höheren Verbraucherpreise aus den Bundesländern dürften ebenso belastet haben. Die Kurse deutscher Staatsanleihen konnten ihre Anfangsgewinne nicht halten und notierten zum Schluss deutlich schwächer. Im Gegenzug machten mit zunehmender Risikobereitschaft Bonds der EU- Peripherie wieder Boden gut, obwohl nach Katalonien (5 Mrd. Euro) jetzt auch Valencia den staatlichen spanischen Hilfsfonds um Unterstützung in Höhe von 3.5 Mrd. Euro gebeten hat.

Die Risikoprämien 10-jähriger italienischer (5.74 %), spanischer (6.41 %) und portugiesischer Titel (9.10 %) ermäßigten sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 10, 4 bzw. 12 BP. Staatspapiere aus Frankreich (2.13 %), Belgien (2.55 %) und den Niederlanden (1.78 %) verloren zwischen einem und 3 BP zu Bunds.

Die Kurse amerikanischer Staatsanleihen treten vor der Bernanke- Rede in Jackson Hole weiter auf der Stelle. Trotz schwächerer Aktienbörsen in Fernost lassen sich Investoren nicht aus der Reserve locken.

Bund- (143.59) und Schatz- Kontrakt (110.815) verloren 23 bzw. 1 Stelle, der Bobl (127.43) ging 7 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 1.38 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 139 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren unverändert bei 1.64 %, der JGB- Future (143.94) legt 5 Stellen zu. Der Euro gibt auf 1.254 Dollar nach, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 95 Dollar.

Heute richtet sich das Augenmerk auf Stimmungsindikatoren in der Eurozone. Mit Ausnahme des unveränderten Verbrauchervertrauens (-24.6 nach -24.6) dürften sowohl Konjunkturklima (-1.30), Wirtschafts- (87.5 nach 87.9) und Industrievertrauen (-15.5 nach -15) weiter gesunken sein. Auch in Italien trübt sich das Vertrauen in der Wirtschaft (86.8 nach 87.1) weiter ein. Die deutsche Arbeitsmarktstatistik (6.8 %) sollte nur am Rande interessieren.

In den Vereinigten Staaten stehen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (370K), persönliche Einkommen (+0.3 %) und Konsumausgaben (+0.5 %) sowie die PCE- Kernrate (+0.1 %/1.7 %) auf der Agenda. Im Vorfeld des Notenbanktreffens in Jackson Hole wird der Einfluss der Zahlen auf das Marktgeschehen jedoch gering bleiben.

Am Primärmarkt versteigert Italien unter anderem neue 10- jährige BTPs (3-4 Mrd. Euro) und nimmt inklusive der Aufstockung einiger Altanleihen (1-75-2.5 Mrd. Euro Juni 2017; 0.5-1 Mrd. Euro CCT Juni 2017) bis zu 7.5 Mrd. Euro am Markt auf.

Das amerikanische Schatzamt begibt heute 7- jährige Notes im Volumen von 29 Mrd. USD. Der Verkauf 5- jähriger Notes traf bei einem 2.92fachen Nachfrageüberhang auf durchschnittliches Interesse, die indirekten Gebote machten 39.7% aus.

Der EFSF begab eine 10- jährige Anleihe im Volumen von 3 Mrd. Euro bei Midswap +57 BP.

Technik:

Der Bund- Future trat nach sehr freundlichem Beginn und einem Tageshoch bei 144.37 den Rückzug an, markierte ein Tagestief bei 143.39 und schloss (143.59) 23 Stellen unter Vortagsniveau. Die Ausgangslage hat sich mit dem Reversal eingetrübt, die Indikatoren auf Tagesbasis verlieren an Schwungkraft. Im Wochenchart zeigen sich Stabilisierungsansätze, Kaufsignale stehen aber nach dem gescheiterten Test der Hürde bei 144.17 weiter aus. Widerstände sehen wir bei 143.76, 143.88 (Fibonacci von 144.37 bis 143.39), 144.06 (Hoch v. 28.08.), 144. 17 (61.8 %- Fibonacci von 146.26 bis 140.78), 144.37 (Hoch v. 29.08.), 144.62 (Hoch v. 31.07.), 144.96 (Hoch v. 03.08.) und 145.17 (Hoch v.02.08.).

Unterstützungen liegen bei 143.42/39 (Tief v. 24./29.08.), 143.00 (38.2 %- Fibonacci von 140.78 bis 144.37), 142.88 (Hoch v. 22.08.), 142.70 (Tief v. 23.08.),142.57 (50 %) und 142.41 (Trend).

Unterstützungen: 143.39 143.00 142.70
Widerstand: 143.76 144.06 144.37

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