Sonntag, 04. Dezember 2016


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Marktkommentar Renten

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Die Euphorie weicht der Ernüchterung. Immer klarer kristallisiert sich heraus, dass unlimitierte Anleihekäufe mit festen Zinsschwellen für einzelne EU- Länder durch die EZB kaum durchsetzbar sind. Zudem trübt sich der globale Konjunkturausblick weiter ein und treibt die Marktteilnehmer aus risikobehafteten Anlagen in sichere Staatsanleihen.

Die etwas bessere Stimmung bei den Einkaufsmanagern im produzierenden Gewerbe der Eurozone (45.3 nach 44.0) im August hatte kaum Einfluss auf den Handelsverlauf. Unter Einrechnung des schwächeren Dienstleistungssektors (47.5 nach 47.9) errechnet sich nur ein magerer Zuwachs von 0.1 Punkten für den Gesamtindex (46.6 nach 46.5), der damit den siebten Monat in Folge unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten verharrt.

Die europäischen Bondmärkte setzten ihre am Vortag begonnene Korrekturbewegung fort. Deutsche Staatsanleihen mit langen Laufzeiten wurden vor allem von asiatischen Endinvestoren gekauft, Bonds der EU- Peripherie litten dagegen weiter unter Gewinnmitnahmen. Belastet wurden die Rentenmärkte der Schuldenländer auch durch Positionsglattstellungen mit Blick auf das neue Angebot, das ab der kommenden Woche zur Versteigerung ansteht.

Die Risikoprämien 10-jähriger italienischer (5.67 %), spanischer (6.29 %) und portugiesische Anleihen (9.04 %) weiteten sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 12, 20 bzw. 17 BP aus. Staatspapiere aus Frankreich (2.06 %), Belgien (2.51 %) und den Niederlanden (1.76 %) verloren gegen Bunds 2 bis 4 BP.

Die Kurse amerikanischer Staatsanleihen tendierten angesichts schwacher Aktienbörsen weiter freundlich. Belastet wurden Dividendentitel durch Aussagen des Präsidenten der Fed St. Louis, der weitere Stimulierungsmaßnahmen der Notenbank durch Anleihekäufe in Frage stellte. Auch der Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 372.000 traf nicht die Erwartungen der Analysten.

Bund- (143.52) und Bobl- Kontrakt (127.49) legten 78 bzw.26 Stellen zu, der Schatz (110.845) ging 3 Ticks höher aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 1.37 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 140 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren 2 BP niedriger bei 1.68 %, der JGB- Future (143.75) legt 13 Stellen zu. Der Euro klettert auf 1.256 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 95.9 Dollar.

Heute trifft sich der griechische Regierungschef Samaras mit Kanzlerin Merkel, am Samstag reist er weiter nach Paris. Auf konkrete Ergebnisse müssen die Marktteilnehmer aber wohl noch bis zum Treffen der Eurogruppe Anfang Oktober warten. Die demonstrierte Einigkeit zwischen Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsidenten Hollande muss einem Härtetest erst noch standhalten.

Datenseitig konzentriert sich das Interesse auf die Auftragseingänge langlebiger Güter (+2.5 %; ex Transport +0.5 %) in den Vereinigten Staaten. Zuvor läuft die 2. Schätzung des Bruttoinlandsproduktes Großbritanniens im 2. Quartal (-0.5 %/-0.6 %) über die Ticker. Das belgische Unternehmensvertrauen für August (-12.0 nach -11.3) liefert eine gute Indikation für das in der kommenden Woche anstehende Ifo- Geschäftsklima.

Am Primärmarkt begab die SNS Bank einen 5- jährigen niederländischen Covered Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap +115 BP. In der kommenden Woche steht Italien mit Linkern (1-2 Mrd. Euro) und BTPs im Volumen von 5-8 Mrd. Euro auf der Matte.

Technik:

Der Bund- Future setzte den Aufwärtsimpuls mit hoher Dynamik fort, markierte ein Tageshoch bei 143.72 und schloss (143.52) 78 Stellen über Vortagsniveau. Die Ausgangslage hat sich mit Rückkehr über die Trends im Bereich 143.17/143.27 nachhaltig aufgehellt, die Indikatoren auf Tagesbasis sind nach oben gerichtet. Auch im Wochenchart hellt sich das Bild zunehmend auf. Nur das kurzfristig überkaufte Niveau spricht heute für einen Verschnaufpause. Widerstände sehen wir bei 143.72 (Hoch v. 23.08.), 144.07 (Hoch v. 03.08.), 144.17 (61.8 %- Fibonacci von 146.26 bis 140.78) und 144.62 (Hoch v. 31.07.),

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