Sonntag, 04. Dezember 2016


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Helaba Marktkommentare aus dem Handel

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Auf die Aussage des EZB- Präsidenten Draghi vor dem EU- Parlament, bei Anleihekäufen der Notenbank handele es sich nicht um Staatsfinanzierung, reagierten die Investoren mit erhöhter Risikobereitschaft. Nach Definition des Notenbankchefs dürfen die Interventionen Anleihen mit Laufzeiten bis zu 3 Jahren umfassen. Die Schuldenfürsten im Mittelmeerraum lehnen sich entspannt zurück, Inflation hat sie ohnehin nie beunruhigt. Die isolierte deutsche Opposition im EZB- Rat wird sich am Ende diesen Weges vorwerfen lassen müssen, nicht früher die Reißleine gezogen zu haben.

In Spanien hat unterdessen nach Valencia und Katalonien auch Andalusien Staatshilfen in Höhe von 1 Mrd. Euro beantragt. Damit rückt eine erneute Herabstufung des Zentralstaates in greifbare Nähe.

Aber auch dieses Problem wird die EZB durch eine Aufweichung der Besicherungskriterien lösen.

Unterdessen trübt sich der Konjunkturausblick in den Vereinigten Staaten weiter ein. Der ISM- Index für das verarbeitenden Gewerbe fiel im August überraschend von 49.8 auf 49.6 Punkte und blieb damit unterhalb der Expansionsschwelle. Mit Blick auf den am Freitag anstehenden US- Arbeitsmarktbericht stach besonders der Rückgang der Beschäftigungskomponente (51.6 nach 52.0) ins Auge.

Obwohl die Aktienmärkte danach den Rückzug antraten, gerieten die Kurse der Bundesanleihen durch Tauschoperationen in Assetklassen mit höherem Risiko unter Druck. Besonders lange Laufzeiten wurden im Vorfeld der heutigen Auktion einer neuen 10- Jährigen verkauft. Im Gegenzug waren Bonds der EU- Peripherie gut gesucht, wobei sich hier das Hauptinteresse auf mittlere und kürzere Fälligkeiten konzentrierte. Die Risikoprämien 10-jähriger italienischer (5.64 %), spanischer (6.51 %) und portugiesischer Anleihen (8.69 %) ermäßigten sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 13, 29 bzw. 33 BP. Staatspapiere aus Frankreich (2.20 %) und Belgien (2.62 %) weiteten sich dagegen um einen BP aus. Nach einer problemlosen Versteigerung österreichischer Staatspapiere, die 1.21 Mrd. Euro in die Kasse spülte, machten langlaufende Anleihen der Alpenrepublik 3 BP gegenüber Bunds gut.

Die Kurse amerikanischer Staatsanleihen traten trotz schwächerer Aktiennotierungen und enttäuschender Wirtschaftsdaten auf der Stelle, zeigen sich aber heute in Fernost von ihrer freundlichen Seite.

Bund- (143.39) und Bobl- Kontrakt (127.53) verloren 34 bzw. 7 Stellen, der Schatz (110.865) ging einen Tick niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 1.40 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 144 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren einen BP niedriger bei 1.56 %, der JGB- Future (144.14) legt 7 Stellen zu. Der Euro gibt auf 1.253 Dollar nach, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 95.3 Dollar.

Die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor in der Eurozone (47.5) und Spaniens (43.4) sowie die Einzelhandelsumsätze im Euroraum (-0.2 %/-1.7 %) dürften vor der morgigen EZB- Sitzung nur am Rande interessieren. Auch Produktivität (1.8 %) und Lohnstückkosten (1.4 %) in den USA im 2. Quartal werden die Investoren nicht aus der Reserve locken.

Am Primärmarkt begibt die Finanzagentur des Bundes heute eine neue 10- jährige Bundesanleihe im Volumen von 5 Mrd. Euro, Spanien (2.5-3.5 Mrd. Euro Bonos) und Frankreich (7-8 Mrd. Euro OAT 5,10- und 15 Jahre) folgen am Donnerstag.

Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich platzierte einen Covered Bond im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap +42 BP. FMS Wertmanagement begab eine 10-jährige Anleihe (15.01.2020) im Volumen von 2.5 Mrd. Euro bei Midswap +10 BP. Das Land NRW zahlte für eine 10- jährige Anleihe über 500 Mio. Euro Midswap +14 BP.

Technik:

Der Bund- Future befand sich weiter auf dem Rückzug, markierte ein Tagestief bei 143.02 und schloss (143.39) 34 Stellen unter Vortagsniveau. Die Ausgangslage hat sich eingetrübt, die Indikatoren auf Tagesbasis drehen nach Süden ab. Im Wochenchart zeigen sich Stabilisierungsansätze, Kaufsignale stehen aber weiter aus. Unterstützungen liegen bei 143.17 (Tief v. 31.08.), 143.07/02/00 (Trend/Tief v. 04.09./38.2 %- Fibonacci von 140.78 bis 144.37), 142.88 (Hoch v. 22.08.), 142.70 (Tief v. 23.08.) und 142.57 (50 %).

Widerstände sehen wir bei 143.69/72 (Hoch v. 04.09./Fibonacci von 144.16 bis 143.02), 144.16/17 (Hoch v. 03.09./61.8 %- Fibonacci von 146.26 bis 140.78/Hoch v. 30.08.), 144.31/37 (Hoch v.31./ 29.08.), 144.62 (Hoch v. 31.07.), 144.96 (Hoch v. 03.08.) und 145.17 (Hoch v. 02.08.).

Unterstützungen 143.17 143.02 142.70
Widerstände 143.69 144.17 144.62
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