Samstag, 03. Dezember 2016


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Und ewig lockt die Hybris

SO 11.04.10 / 20.00 Uhr / Konzerthaus Berlin, Großer Saal

(lifePR) (Berlin, ) Das Eröffnungskonzert des Festivals zeitfenster folgt dem Thema »Aufstieg und Fall«. Musikalische Illustrationen eines urmenschlichen Phänomens: Hybris, Selbstüberschätzung und Verkennung der Realitäten sind die Themen, die die Komponisten dieses Abends in ihren Werken verarbeitet haben.

So erzählt die Oper »Croesus« (1730) von Reinhard Keiser, aus der die Ouvertüre zu hören sein wird, das unbeständige Schicksal des sagenumwobenen orientalischen Herrschers, dessen Wohlstand und Freigebigkeit sprichwörtlich geworden sind. In den erklingenden Passagen »Frohlocke, stolzes Babylon, dein König hat gesiegt« und »Fallt, ihr Mächtigen, zur Erden« aus Keisers»Nebucadnezar« (1704) kommt anschließend in konzentrierter Form der Größenwahn des babylonischen Tyrannen zum Ausdruck, dargeboten in der für Keiser typischen Mischung aus Hoffart und Melancholie.

Auch Georg Philipp Telemanns »Germanicus« (1704) verarbeitet die Geschichte eines Herrschers, der in seiner Selbstüberschätzung Trugbildern hinterherlief. Die Geschichte dieses römischen Feldherren, der bekannt war für seine erfolglosen Feldzüge durch Germanien, zählt zu den Perlen der deutschen Barockoper. In seinem Werk »Sieg der Schönheit« (1722), aus dem ebenfalls Teile erklingen werden, wagt Telemann dann den Blick auf den afrikanischen Kontinent und berichtet vom Leben des Vandalenkönigs Geiserich, der Rom und Karthago überrannte. Mithilfe der Akademie für Alte Musik Berlin und dem Vocalconsort Berlin unter der Leitung von Christopher Moulds erwachen diese düsteren Gestalten wieder zum Leben und beweisen, dass die Barockopern der heutigen Realität gar nicht so fern sind. Begleitend zu den kriegerischen Sujets wurde Instrumentalmusik von Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel ausgewählt.

Für die Konzertbesucher, die sich noch tiefer in die menschlichen Abgründe vertiefen möchten, gibt es vor Beginn des Konzerts um 19.15 Uhr einen Einführungsvortrag von Carolin Emcke. Die mehrfach ausgezeichnete Philosophin, Journalistin und Buchautorin wird über den Zusammenhang von Hybris und Macht, Aufstieg und Fall sprechen.

zeitfenster - Eröffnungskonzert

Akademie für Alte Musik Berlin
Christopher Moulds Leitung
Vocalconsort Berlin
Roberta Invernizzi Sopran
Tim Mead Altus
Dietrich Henschel Bariton

Reinhard Keiser »Der hochmüthige, gestürzte und wieder erhabene Croesus«; »Der gestürzte und wieder erhöhete Nebucadnezar«
Georg Philipp Telemann »Germanicus«; »Sieg der Schönheit / Der große König der afrikanischen Wenden, Gensericus, als Roms und Carthagens Überwinder« TVWV 21:10
Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel Instrumentalmusik
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