Donnerstag, 29. September 2016


IMS Health: Globale Ausgaben für Krebsmedikamente erreichen 2014 die 100-Milliarden-USDollar- Grenze

Durchschnittlich 6,5 Prozent Wachstum im Fünfjahreszeitraum; erhöhte Prävalenz von Krebs, frühzeitigere Behandlung, innovative Therapien und höhere Überlebensraten verändern die Kliniklandschaft

(lifePR) (Frankfurt, ) Eine frühere Diagnosestellung, längere Behandlungsdauer und wirksamere medikamentöse Therapien führen zu höheren Ausgaben für Medikamente in der Krebstherapie. Dies geht aus dem neuesten Bericht des IMS Institute for Healthcare Informatics hervor. Danach stiegen die globalen Ausgaben für onkologische Arzneimittel - einschließlich Therapien und unterstützender Maßnahmen - in 2014 auf 100 Milliarden US-Dollar, während die Gesamtausgaben im Bereich Onkologika nur moderat wuchsen.

Die globalen Ausgaben für Krebsmedikamente - zu Herstellerabgabepreisen und ohne Berücksichtigung von Gutschriften, Rabatten oder Versorgungsprogrammen - verzeichneten im Fünfjahreszeitraum eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 6,5 Prozent (auf Basis konstanter US-Dollar-Wechselkurse). Nach wie vor sind die Ausgaben für Onkologika in den USA und den fünf größten europäischen Ländern (EU5) am höchsten. Zusammen decken sie 66 Prozent des Gesamtmarktes ab; gleichzeitig steigt in den Märkten der Pharmerging-Länder die Krebsprävalenz, und die dortigen Patienten haben inzwischen besseren Zugang zu Therapien, sodass der Anteil dieser Länder am Gesamtmarkt mittlerweile 13 Prozent beträgt.

Die Studie - Developments in Cancer Treatments, Market Dynamics, Patient Access and Value: Global Oncology Trend Report 2015 - ist eine umfassende Bestandsaufnahme und aktualisierte Einschätzung der gegenwärtigen und künftigen Kliniklandschaft, der Dynamik des Marktes für onkologische Pharmazeutika und des Zugangs von Patienten zu Medikamenten und ihrem Nutzen.

Zielgerichtete Therapien machen inzwischen einen deutlich größeren Anteil an den globalen Ausgaben für Onkologika aus. In den letzten fünf Jahren haben sie länderübergreifend eine CAGR von 14,6 Prozent erzielt. Gleichzeitig achten Kostenträger und nationale Gesundheitsbehörden immer genauer auf den Zusatznutzen dieser Medikamente im Vergleich zu bestehenden Präparaten. Entscheidungen nach dem Kriterium der Kosteneffizienz limitieren oft den Zugang der Patienten zu diesen Medikamenten. Zugang und Kostenerstattung sind Themen, die in den kommenden Jahren komplizierter werden, da Krebstherapeutika mit nur einem Wirkstoff und Kombinationspräparate mit unterschiedlicher Dosierung und klinischem Nutzen auf viele Krebsarten und Patientenpopulationen abzielen.

"Erhöhte Prävalenz der meisten Krebsarten, früherer Behandlungsbeginn, neue Medikamente und größere Behandlungserfolge tragen zur weltweit gestiegenen Nachfrage nach Onkologika bei", erläutert Murray Aitken, Senior Vice President bei IMS Health und Geschäftsführer des IMS Institute for Healthcare Informatics. "Innovative Therapieklassen, Kombinationstherapien und der Einsatz von Biomarkern werden die Landschaft in den nächsten Jahren verändern und verheißen substantielle Verbesserungen der Überlebensraten für Krebspatienten, verbunden mit geringerer Toxizität."

Im Folgenden die wichtigsten Ergebnisse des Berichts:

- Der globale Markt für Onkologika wächst weiterhin stabil. Der globale Markt für Onkologika, einschließlich supportiver Medikamente, wuchs 2014 um 10,3 Prozent und erreichte ein Volumen von 100 Mrd. USD gegenüber 75 Mrd. vor fünf Jahren. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) bei den Ausgaben in den letzten fünf Jahren betrug auf Basis konstanter Wechselkurse 6,5 Prozent. Das Wachstum in den USA fiel mit 5,3 Prozent verhaltener aus und entsprach 2014 einem Umsatzvolumen von 42,4 Mrd. USD. Die Ausgaben für Krebsmedikamente sind in Prozent der Gesamtausgaben für Medikamente in den letzten fünf Jahren länderübergreifend leicht gestiegen, vor allem in den EU5-Ländern. Hier beträgt der Anteil der Ausgaben für Krebstherapeutika inzwischen 14,7 Prozent der Gesamtausgaben für Medikamente, gegenüber 13,3 Prozent in 2010. Die USA legten in diesem Zeitraum weniger stark zu, von 10,7 auf 11,3 Prozent. Gezielte Therapien machen inzwischen beinahe 50 Prozent der Gesamtausgaben aus und weisen seit 2009 eine CAGR von 14,6 Prozent auf.

- Verbesserte klinische Ergebnisse bei den wichtigsten Krebserkrankungen. Die Fünfjahres-Überlebensrate hat sich hauptsächlich durch ständige kleine Fortschritte bei Detektion und Behandlung der Erkrankung erhöht - darunter fallen Verbesserungen bestehender Behandlungsformen und Erfolge durch neue. In den USA leben heute zwei Drittel der Krebspatienten mindestens fünf Jahre nach der Diagnose, in den 1990er Jahren galt dies nur für etwas mehr als die Hälfte. Zu den vielen Medikamenten, die in der klinischen Erprobung sind, gehören neue "Immuno-Onkologika", von denen man sich erhöhte Überlebensraten bei gleichzeitig geringerer Toxizität für einen Teil der Patienten erhofft, sowie Therapien mit Kombinationspräparaten, die auf verschiedenste Weise einen Tumor bekämpfen und die Überlebensrate deutlich erhöhen könnten. Des Weiteren wird die therapeutische Effektivität bei multiplen genetischen Subpopulationen erhöht durch vertiefende Biomarker-Daten aus dem Versorgungsalltag, die mit Informationen zur Behandlung verknüpft sind. Die molekulare Diagnosik verändert sehr schnell die Entwicklung von Medikamenten und die Patientenauswahl, doch nur ein Drittel aller neuen Onkologika haben bei der Markteinführung einen definierten Biomarker.

- Der Zugang von Patienten zu Krebsmedikamenten unterscheidet sich von Land zu Land. Die Verfügbarkeit neuer Krebsmedikamente in den wichtigsten entwickelten Ländern ist sehr unterschiedlich. Patienten in Japan, Spanien und Südkorea hatten 2014 Zugang zu nicht einmal der Hälfte der neuen Medikamente, die seit 2009 weltweit auf den Markt gekommen sind. In den Pharmerging-Märkten ist die Verfügbarkeit neuerer gezielter Therapien zwar immer noch niedrig, aber ansteigend. Auch in den reichen Ländern übernehmen die Kassen nicht unbedingt die Kosten für neue Medikamente, sodass nur sehr wenige Patienten von ihnen profitieren. Die durchschnittlichen monatlichen Behandlungskosten sind in den letzten zehn Jahren in den USA inflationsbereinigt um 39 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum haben sich die Ansprechraten von Patienten um 42 Prozent verbessert, und die Behandlungsdauer hat sich durch gestiegene Überlebensraten um 45 Prozent erhöht. In den USA sind die Zuzahlungskosten für intravenös verabreichte Krebsmedikamente von 2012 auf 2013 um 71 Prozent gestiegen, bedingt durch veränderte Versicherungsleistungen und gestiegene Kosten für ambulante Einrichtungen.

- Patienten nutzen Soziale Medien und Online-Netzwerke, um ausführlich über ihre Erfahrungen mit der Krebserkrankung zu berichten. Öffentliche Diskussionsforen, die auf Twitter verfolgt werden, sind die wichtigsten Kanäle, derer sich Patienten während ihrer Krebserkrankung bedienen. Dabei sprechen sie proaktiv viele Themen an, zum Beispiel Behandlungsoptionen und finanzielle Fragen. Eine Auswertung von Social-Media-Diskussionen zum Thema Prostatakrebs über sechs Monate hinweg ergab, dass Behandlungsoptionen und, gleich danach, finanzielle Fragen die wichtigsten Themen waren.

Die Vollversion des Berichts, inklusive einer genauen Beschreibung der Methodik, steht unter www.theimsinstitute.org zum Abruf bereit. Sie kann auch als App über iTunes unter https://itunes.apple.com/app/ims-institute/id625347542 heruntergeladen werden. Die Studie wurde unabhängig und ohne staatliche oder industrielle Unterstützung als öffentliche Dienstleistung durchgeführt.

Über das IMS Institute for Healthcare Informatics: 

[/b]Das IMS Institute for Healthcare Informatics stellt politischen Entscheidungsträgern und Entscheidern im Gesundheitswesen weltweit einzigartige und transformative Einblicke in die Dynamik des Gesundheitswesens zur Verfügung, welche anhand von granularen Informationsanalysen gewonnen werden. Das IMS Institute arbeitet forschungsgeleitet international mit externen Healthcare-Experten aus der Wissenschaft sowie dem öffentlichen und privatwirtschaftlichen Sektor zusammen, um die firmeneigenen Informationen und das analytische Kapital der IMS Health objektiv einzusetzen. Weitere Informationen zum IMS Institute finden sich unter www.theimsinstitute.org.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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Über die IMS HEALTH GmbH & Co. OHG

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