Dienstag, 06. Dezember 2016


Technikum für talentierte Frauen

(lifePR) (Osnabrück, ) Für 18 junge Frauen wird es jetzt ernst: Am 10. September hat ihr "Technikum" an der Hochschule und der Universität Osnabrück begonnen. Im kommenden halben Jahr werden sie in einem regionalen Unternehmen ein technisches Praktikum absolvieren und zudem an einem Tag in der Woche den Hochschulbetrieb kennen lernen.

"Meine sehr geehrten Damen...", sagt zur Begrüßung Prof. Dr. Peter Seifert - und stockt. Dann lacht er zusammen mit den Anwesenden - allesamt Frauen. Für den Dekan der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI) und zugleich den Hochschul-Vizepräsidenten für Forschung und Transfer ist es keine gewohnte Anrede. Ob in Veranstaltungen, Dienstbesprechungen oder Vorlesungen - stets sind an der technischen Fakultät Männer dabei, meist in der Mehrzahl. Diesmal jedoch nicht: Am Montag, 10. September, dreht sich alles um 18 junge Frauen, die als Praktikantinnen in technische Berufe hinein schnuppern wollen.

Bereits zum dritten Mal bietet die Hochschule Osnabrück - ab diesem Jahr gemeinsam mit der Universität - ein besonderes Vorbereitungsprogramm für technische Studiengänge an, das sich speziell an junge Frauen richtet. Im Niedersachsen-Technikum stehen MINT-Berufe im Vordergrund. In Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - kurz MINT - sind Frauen in Deutschland in Minderzahl. Oft fehlt es an weiblichen Vorbildern, Informationen und eigenen Erfahrungen - nicht jedoch an Talent. Das soll sich nun ändern. Denn im Rahmen des Technikums absolvieren die Teilnehmerinnen ein sechsmonatiges bezahltes Praktikum in einem regionalen Unternehmen, das mit Einführungsveranstaltungen an der Hochschule und der Universität kombiniert wird.

"An den Hochschulen steht neben den Vorlesungen vor allem der Austausch im Mittelpunkt: Die 'Technikantinnen' kommen in Kontakt mit Ingenieurinnen, die bei uns lehren und arbeiten, und sehen in den unterschiedlichsten Laboren und auf Firmenexkursionen, wie vielfältig und interessant MINT-Berufe sind", erklärt die Projektleiterin Barbara Schwarze zur Begrüßung. Die Professorin für Gender und Diversity Studies an der Fakultät IuI hat vor zwei Jahren das "Technikum" ins Leben gerufen. Alle Teilnehmerinnen aus den bisherigen Durchläufen absolvieren nun eine technische Ausbildung in einem Unternehmen oder haben ein MINT-Studium aufgenommen. Dieser 100-prozentige Erfolg überzeugte auch das Niedersächsische Wissenschaftsministerium und die Hochschulen der Region: Zum Start des Wintersemesters 2012/13 beteiligen sich zwölf niedersächsische Hochschulen am Niedersachsen-Technikum, koordiniert wird es an der HS Osnabrück.

"Wir haben schon vor einiger Zeit erkannt, wie wenig wir das große Potential von Frauen nutzen", sagt Prof. Seifert selbstkritisch.

Deshalb habe sich die Hochschule Osnabrück das Ziel gesetzt, möglichst viele talentierte Frauen in technische Berufe zu bringen. Mit der Einrichtung des Innovationszentrums "Gender, Diversity, Interkulturalität" und dem Erfolg des "Technikums" seien nun die ersten Schritte in diese Richtung getan.

Weitere Informationen für Bewerberinnen und interessierte Unternehmen gibt es im Internet: www.ecs.hs-osnabrueck.de/... und www.niedersachsen-technikum.de
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