Sonntag, 04. Dezember 2016


Handwerkskammer Mannheim zu Bildungsmonitor 2012: Schulbank vor Werkbank schwächt Wirtschaft

(lifePR) (Mannheim, ) Im Bildungsmonitor 2012 landet Baden-Württemberg in der Sparte Berufliche Bildung/Arbeitsmarktorientierung abgeschlagen auf Platz 14. Nur Bremen und Mecklenburg-Vorpommern sind der roten Laterne noch näher. Wer da von einem "guten Zeugnis" spreche, müsse schon auf einem Auge blind sein, kommentierte Walter Tschischka, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, die Einschätzung von Kultusministerin Warminski-Leitheußer.

"Nur mit Akademikern lässt sich die baden-württembergische Wirtschaft ganz sicher nicht am Laufen halten", mahnte Tschischka. Wer so offensichtlich nur auf die Hochschulquote schiele, der strafe die in schöner Regelmäßigkeit vorgetragenen Worte von der Gleichwertigkeit der beruflichen und der akademischen Ausbildung Lügen. Tschischka forderte die Politik erneut auf, die Attraktivität der beruflichen Bildung auch mit konkreten Taten zu fördern.

Die Stärkung der Berufsvorbereitung, die Verbesserung der Arbeitsmarktchancen oder auch die Abschlussquote in der Ausbildung - in all diesen Bereichen attestiert der von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft herausgegebene Bildungsmonitor 2012 Baden-Württemberg eine deutliche Dynamik ins Negative. "Das Abitur ist nicht der allein seligmachende Weg, nicht für den Einzelnen und schon gar nicht für die Betriebe im Land", mahnte Tschischka. Sie brauchten qualifizierten Nachwuchs und der komme nicht ins Handwerk, wenn sich die viel beschworene Gleichwertigkeit häufig als hohle Phrase erweise.

Dabei bringe das duale Bildungssystem die qualifiziertesten Fachkräfte weltweit hervor und sei ein unschlagbarer Standortfaktor. Die Ergebnisse der Studie untermauerten seine Forderungen: "Wir müssen stärker die Karriere mit Lehre bewerben und die Regierung muss entsprechend ihre Bemühungen intensivieren." Dazu gehöre die Stärkung der beruflichen Orientierung in allen Schularten und von dualen ausbildungsintegrierten Studiengängen als Alternative zur überfüllten dualen Hochschule, das Zurückfahren beruflicher Vollzeitschulen, ein verlässlicher Berufsschulunterricht und dazu gehört auch, den erleichterten Hochschulzugang für Meister und Gesellen nun mit Leben zu erfüllen. Bislang erhalte das Handwerk nur Absichtserklärungen. Tschischka: "Wenn sich jetzt nichts tut, ist am Ende des kommenden Schuljahres die Versetzung gefährdet."
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