Sonntag, 11. Dezember 2016


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Ketten und Sandsaecke gegen Bagger und Entwaesserungsgraeben

Greenpeace-Aktivisten schuetzen Urwald in Indonesien

(lifePR) (Riau, (Sumatra/Indonesien), ) 40 Greenpeace-Aktivisten haben in Indonesien gegen die grossen Palmoel-, Zellstoff- und Papierproduzenten des Landes demonstriert. Auf der Kampar Halbinsel in der Provinz Riau haben sie sich an Maschinen gekettet, mit denen dort der Urwald gerodet wird. Der Grund: Fuer neue Plantagen zerstoeren multinationale Konzerne wie April und Sinar Mas grossflaechig den Urwald. Die Rohstoffe landen auch in Produkten, die auf dem deutschen Markt verkauft werden. Palmoel wird in Lebensmitteln und Kosmetika verwendet, zur Stromerzeugung in Kraftwerken verfeuert und landet als Agro-Diesel im Tank.

"Die Zerstoerung der indonesischen Urwaelder ist eine Katastrophe fuer das globale Klima. Die bis zu 20 Meter maechtigen Torfboeden speichern gigantische Mengen Kohlenstoff, pro Hektar mehr als alle anderen Oekosysteme der Welt", sagt Corinna Hoelzel, Waldexpertin von Greenpeace vor Ort in Indonesien. "Sind die Urwaelder zerstoert, wird CO2 freigesetzt, was den Klimawandel zusaetzlich anheizt." Indonesien ist weltweit der drittgroesste Verursacher von Treibhausgasen nach China und den USA. Seit 1950 wurden in Indonesien 74 Millionen Hektar Urwald vernichtet, eine Flaeche doppelt so gross wie Deutschland. Die Zerstoerung der indonesischen Torfwaelder fuehrt auch zum Aussterben bedrohter Tierarten wie dem Orang Utan, dem Sumatra Tiger oder dem Dschungeladler.

Im Vorfeld des Klimagipfels in Kopenhagen hat Greenpeace deshalb ein Wald- und Klimacamp in der Provinz Riau eingerichtet. 60 Aktivisten aus 15 Laendern unterstuetzen die lokale Bevoelkerung beim Schutz einer der letzten Urwaelder in der Region. Gemeinsam bauen sie Daemme aus Holzpfaehlen und Sandsaecken, die das weitere Entwaessern des Urwaldbodens aufhalten sollen. Das Wasser in den von den Plantagenbetreibern angelegten Drainagekanaele wird gestaut. Dadurch kann der Wasserspiegel des Torfbodens wieder auf das natuerliche und fuer den intakten Urwald notwendige Niveau erhoeht werden. Bedroht sind die Urwaelder vor allem durch zwei Grosskonzerne: Sinar Mas, der groesste indonesische Palmoelproduzent mit den am weitestgehenden Expansionsplaenen in unberuehrte Urwaldgebiete sowie April, der zweitgroesste indonesische Papier- und Zellstoffproduzent, der fuer illegale Rodungen und Entwaesserung von besonders tiefen Torfboeden verantwortlich ist.

Urwaldschutz ist auch ein wichtiges Thema bei der UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen. Damit es dort ein ein Klimaabkommen geben kann, muessen die reichen Industrienationen mehr Geld zum Schutz des Klimas an die Entwicklungslaender zahlen. Greenpeace fordert von den Industrielaendern, jaehrlich 110 Milliarden Euro fuer den Kampf gegen den Klimawandel und fuer Urwaldschutz bereitzustellen. Fuer Deutschland bedeutet dies einen Anteil von sieben Milliarden Euro. Notwendig ist ein Urwaldfonds, mit dem die Einrichtung von Schutzgebieten, Monitoringprogramme und alternative Einkommensmoeglichkeiten fuer die lokale Bevoelkerung finanziert werden koennen.
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