Mittwoch, 07. Dezember 2016


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Biogas aus Wildpflanzen

Netzwerk aus 15 Organisationen macht den Praxistest

(lifePR) (Hamburg/Berlin, ) Im Netzwerk "Lebensraum Feldflur" trafen sich Anfang August Partner aus Verbänden, Institutionen und Wirtschaft, um das Projekt "Biogas aus Wildpflanzen - Chance für Landwirtschaft und Artenschutz" zu starten. Das erklärte Ziel: Geeignete Saatmischungen für die Biogasproduktion in der Landwirtschaft fest zu etablieren. Öffentlichkeitsarbeit, Beratung und fachliche Betreuung von Landwirten, Auswertung von Ernteergebnissen und Koordination regionaler Initiativen sollen Kräutern helfen, den Sprung vom Versuchslabor auf das Feld zu schaffen. "Für die Biogasproduktion sind Wildpflanzen eine wildtierfreundliche Alternative zu Mais und bieten im Sommer wie im Winter hervorragende Lebensräume für Wildtiere ", sagte der Sprecher des Netzwerkes, Joachim Wadsack vom Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC). Die Wildkräuterflächen könnten darüber hinaus auch als Bejagungsschneisen für das vermehrungsfreudige Wildschwein in Maisfeldern genutzt werden.

Durch Subventionen auf europäischer und nationaler Ebene ist es für Landwirte derzeit attraktiv, Biomasse für die Energieerzeugung anzubauen. Auf knapp einem Viertel der landwirtschaftlichen Fläche werden inzwischen nachwachsende Rohstoffe angebaut - hauptsächlich zur Energieproduktion. Regional monotone Landschaften, die nur für wenige Arten wie das Wildschwein attraktiv sind, sind die Folge. "Vermeintlich saubere Energie auf Kosten der Artenvielfalt lehnen wir ab", so das Fazit von Lebensraum-Feldflur-Sprecher Wadsack. Vielmehr müsse es gelingen, Ökonomie und Ökologie bei der Biogasproduktion in Einklang zu bringen.

Die späte Ernte von Wildpflanzen zur Biogasproduktion zwischen Mitte August und Anfang September kommt der Artenvielfalt entgegen. Es entstehen attraktive Lebensräume in denen eine Vielzahl von Insekten, Feldvögeln und Wildtieren Nahrung und Deckung finden. Wildschäden durch Schwarzwild wie im Raps, Mais und anderen Getreidearten sind selten. Darüber hinaus ist der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln und Mineraldünger wesentlich reduziert. Da die Wildpflanzen mehrere Jahre auf den Ackerflächen stehen, kann darüber hinaus die Erosion von Boden durch Wind und Wasser deutlich reduziert werden.

Im geplanten Projekt sollen Informationsmaterialien für die Öffentlichkeitsarbeit und für Landwirte entwickelt werden. Politik und Praxis werden durch überregionalen Erfahrungsaustausch vernetzt.

Im Netzwerk Lebensraum Feldflur arbeiten zusammen: Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), Deutscher Jagdschutzverband (DJV), Landesjagdverbände Hessen, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sowie Bayrischer Jagdverband, Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL), Deutsche Wildtier Stiftung (DEWIST), E.ON Bioerdgas GmbH, Internationaler Rat für die Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC), Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover RWE Innogy GmbH sowie Saaten Zeller.

Weitere Informationen zum Projekt "Lebensraum Feldflur" unter www.Lebensraum-Feldflur.de
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