Samstag, 26. Juli 2014


Mehr Gewicht für kommunalen Naturschutz

Städte und Gemeinden gründen Verein für biologische Vielfalt

(lifePR) (Frankfurt a.M./Bonn, ) Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Bundesamtes für Naturschutz:

Heute wird in Frankfurt/Main der Verein " Kommunen für biologische Vielfalt" gegründet. 57 Städte, Gemeinden und Landkreise schließen sich in einem Bündnis zur vorbildhaften Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zusam-men. Mit dem Verein vernetzen sich die Vorreiter auf dem Gebiet des kommunalen Naturschut-zes in Deutschland. Sie wollen Erfahrungen und Strategien austauschen und gemeinsame Pro-jekte zur Umsetzung der nationalen Strategie initiieren. Mit einem abgestimmten Auftreten der Mitglieder will der Verein dem kommunalen Naturschutz ein stärkeres Gewicht geben und ge-meinsame Wege in der Öffentlichkeitsarbeit gehen.

Ursula Heinen-Esser, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Na-turschutz und Reaktorsicherheit ist sehr erfreut über das Engagement der Kommunen: "Die Ver-einsgründung wird von der Bundesregierung außerordentlich begrüßt. Den Städten und Gemein-den kommt bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt eine besondere Rolle zu. Sie sind es, die konkrete Entscheidungen über den Umgang mit der biologischen Viel-falt vor Ort treffen und nah bei den Bürgern sind."

Für die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Professorin Beate Jessel, bedeutet die Gründung des kommunalen Bündnisses für biologische Vielfalt einen Meilenstein bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Das BfN initiierte im Jahr 2010 das Dialogforum für die Kommunen, in dessen Ergebnis im Jahr 2010 die Deklaration "Kommunen für biologische Vielfalt" verabschiedet wurde. "Mit der Gründung des Vereins "Kommunen für biologische Vielfalt" nehmen die Kommunen ihre Verantwortung für die biologische Vielfalt an und geben den Bemühungen zu ihrem Erhalt eine langfristige Perspektive. Der Erhalt der biolo-gischen Vielfalt in der Stadt sichert aber auch die Lebensräume, die wichtige Beiträge zum stadt-klimatischen Ausgleich, zur Sicherung der natürlichen Wasser- und Stoffkreisläufe im Siedlungs-bereich leisten und damit einen wichtigen Garanten für die Lebensqualität der Menschen an ih-rem Wohn- und Arbeitsort darstellen", sagte Beate Jessel. Die Kommunen seien als Handlungs-ebene auch deshalb so bedeutend, weil sich die Bürgerschaft hier selbst mit Aktionen und Aktivi-täten einbringen könnte, so Jessel.

Die Kommunen werden in der Startphase des Vereins durch den Bund unterstützt. "Wir werden für die Arbeit des Vereins bis zum Jahr 2014 Mittel des Bundes zur Verfügung stellen. Ich bin überzeugt, dass der Verein mit seinen Service-Leistungen für die Kommunen so attraktiv ist, dass er auch langfristig großen Zulauf erhalten wird", sagte die Parlamentarische Staatssekretä-rin Heinen-Esser.

Bis 2014 sind neben dem heutigen Fachkongress als Auftaktveranstaltung u. a. konkrete Unter-stützungsleistungen für das Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt" vorgesehen, z. B. jähr-liche Workshops zu den Themenfeldern der Deklaration, die Betreuung und Pflege der Internet-seite www.kommunen-fuer-biologische-vielfalt.de, regelmäßige Newsletter für die Kommunen oder die Sammlung und Darstellung von sehr guten praktischen Beispielen für die Kommunen.

Zum Hintergrund:

Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt hat die Bundesregierung im Jahr 2007 beschlossen. Ins-gesamt sind darin 330 Ziele und 430 Maßnahmen zur Umsetzung des UN-Übereinkommens über die bio-logische Vielfalt für Deutschland festgelegt. Ziele der nationalen Strategie für unsere Städte und Gemein-den sind zum Beispiel, dass bis zum Jahr 2020 die Durchgrünung der Siedlungen einschließlich des woh-numfeldnahen Grüns deutlich erhöht werden soll. Öffentlich zugängliches Grün mit vielfältigen Qualitäten und Funktionen soll fußläufig zur Verfügung stehen. Dabei sollen auch Lebensräume stadttypischer Arten, das sind z.B. die Fledermäuse, erhalten und erweitert werden.

Mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt ergeben sich zahlreiche Vorteile und Synergien zur nachhaltigen Entwicklung von Kommunen: So kommt Grün- und Freiräumen in Zeiten des Klimawandels eine zuneh-mende Bedeutung zu, da sie einen wichtigen Beitrag leisten können, um die Auswirkungen des Klimawan-dels abzumildern. Die Umwelt und Natur in den Kommunen, insbesondere ihre Ausprägung, räumliche Lage und Qualität spielen auch für das Ziel der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme eine wichtige Rolle. Die Flächen mit hohen Umweltqualitäten wie urbane Wälder, Schutzgebiete im Siedlungsraum etc. prägen die Landschaft in den Kommunen ebenso wie die Bebauung und spielen eine wichtige Rolle für die Qualität des Wohn- und Arbeitsumfeldes und die Lebensqualität insgesamt. Gleichzeitig bietet die Natur vor Ort vielen Menschen, insbesondere Kindern die einfachste und oft erste Möglichkeit Naturerfahrungen zu machen.

Siehe auch:

www.biologischevielfalt.de
www.biologischevielfalt.de/...
www.kommunen-fuer-biologische-vielfalt.de
www.bfn.de
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