Donnerstag, 08. Dezember 2016


Lenk- und Ruhezeiten auch für Fahrer von Kleinlastern gefordert

(lifePR) (Bad Windsheim, ) Für Jos Dings, Direktor des Brüsseler Umweltaktivisten-Büros Transport & Environment (T&E), ist die drastische Zunahme kleiner Lieferwagen unter 3,5 Tonnen Gesamtgewicht auf Europas Straßen keineswegs Zufall. "Wenn man Güter billig transportieren will, dann setze man einen Studenten in ein Lieferauto und schicke ihn auf die Autobahn. So sparen Frachtunternehmen bei Maut- und Lohnkosten, denn sie brauchen sich weder um Sozialgesetzgebung, Emissionsgrenzen noch um Tempolimits im Güterverkehr kümmern", so Dings im Gespräch mit dem Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD). Die Absenz einer EU-Gesetzgebung für Kleinlaster begünstige seiner Ansicht nach die Wettbewerbsverzerrung im Güterverkehr und stelle ein höheres Sicherheitsrisiko für alle dar.

Als Autofahrer "fürchte" er sich, wenn ein Kleinlaster im Rückspiegel auftauche, so Dings. Denn aufgrund fehlender Einschränkungen der Lenkzeiten wären Fahrer von Lieferwagen eher übermüdet als ihre Kollegen im Lkw und die Fahrzeuge mangels Kontrollen zudem oft überladen.

Die Anzahl von Kleintransportern ist in der EU im Zeitraum von 2002 bis 2005 drastisch angestiegen (+ 50 Prozent). Sie machen heute zwischen 12 und 13 Prozent der leichten EU-Flotte aus. Dieses Problem ist nun auch einigen EU-Abgeordneten ins Auge gestochen. In der jüngsten Sitzung des Sozial- und Beschäftigungsausschusses brachte die Berichterstatterin Edit Bauer, Abgeordnete der Europäischen Volkspartei, zur Arbeitszeitregelung für Lkw-Fahrer einen Antrag auf Einbeziehung der Fahrer leichter Nutzfahrzeuge in die Bestimmungen für Lenk- und Ruhezeiten ein. Die Unterstützung der sozialdemokratischen und grünen Fraktionsmitglieder ist Bauer bereits sicher, Widerstand regt sich jedoch in den eigenen Fraktionsreihen. Der Europa-Abgeordnete Thomas Mann (CDU) sieht "keine Notwendigkeit für derartig drastische, kostenintensive Maßnahmen". EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hat sich bislang in dieser Frage nicht zu Wort gemeldet. Wie der ARCD befürwortet, könnte er jedoch auf Anregung der EU-Abgeordneten einen ausgewogenen Antrag für Kleinlaster vorbringen und damit für mehr Straßenverkehrssicherheit sorgen, ohne den Zustellungsverkehr zu erschweren. ARCD
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ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland e. V.

Der Auto- und Reiseclub Deutschland e.V. mit Sitz im fränkischen Bad Windsheim ist Deutschlands einziger Autound Reiseclub. Von hier aus betreut der ARCD seine rund 100.000 Mitglieder individuell und rund um die Uhr - mit eigener, permanent besetzter Notrufzentrale und 1.400 Pannenhelfern allein in Deutschland. Im europäischen Ausland arbeitet der ARCD mit den dort etablierten Assisteuren und Versicherern zusammen. Neben umfassenden Schutzbriefleistungen und der Unterstützung durch einen speziellen Clubhilfe-Fonds bietet der ARCD seinen Mitgliedern vielfältige und exklusive touristische Leistungen. Als Gründungsmitglied des 2007 aus der Taufe gehobenen Verbundes Europäischer Automobilclubs EAC engagiert sich der ARCD zudem aktiv in allen Fragen der Verkehrspolitik und Verkehrssicherheit im Sinne seiner Mitglieder. Diese informiert der Club mit der Zeitschrift "Auto&Reise" unterhaltsam und kompetent über alles Wissenswerte rund um die Titelthemen des Magazins.

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