Freitag, 29. August 2014


Kreuzfahrtmarkt 2011 mit vollem Kurs voraus

Wachstum bei Hochsee- und Flusskreuzfahrten / Leichte Steigerung bei den Reisepreisen / Westliches Mittelmeer 2011 wichtigstes Reiseziel / ARCD warnt vor Umweltgefahren

(lifePR) (Bad Windsheim, ) Erneut konnten die Veranstalter von Hochseeund Flusskreuzfahrten auf dem deutschen Markt mehr Passagiere als jemals zuvor an Bord begrüßen. Wie der Deutsche Reiseverband (DRV) auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin mitteilte, verbrachten im vergangenen Jahr über 1,8 Millionen Bundesbürger ihren Urlaub auf einem Hochsee- oder Flusskreuzfahrtschiff - das bedeutet gegenüber 2010 ein Plus von 12 Prozent.

Aufgeteilt auf Sparten gab es bei Hochseekreuzfahrten mit 1,4 Millionen Urlaubern ein Plus von 13,8 Prozent und bei Flusskreuzfahrten einen Zuwachs von 6,7 Prozent auf rund 462 000 Gäste. Nach DRV-Angaben trug der Kreuzfahrtenmarkt im Vorjahr mit 12,4 Prozent zum Gesamtumsatz des Reiseveranstaltermarktes bei, vor zehn Jahren seien es erst fünf Prozent gewesen. Die Hochseekreuzfahrt generierte 2,4 Milliarden Euro, die Flusskreuzfahrt 496 Million Euro Einnahmen. Für das laufende Jahr hegen die Verbandsvertreter optimistische Erwartungen. Allein sieben Schiffsbauten im Hochsee- und 16 im Flusskreuzfahrtenmarkt würden 2012 in Dienst gestellt.

Favorit als Ziel für Meereskreuzfahrten war wieder das westliche Mittelmeer, gefolgt von der Region Nordland mit Norwegen, Island, Spitzbergen und Grönland. Für Flusskreuzfahrten zog es die meisten Urlauber in diesem Segment auf die Donau, auf den Nil und den Rhein mit seinen Nebenflüssen. Die durchschnittlichen Reisepreise bei Hochseefahrten (1710 Euro) und bei Flusskreuzfahrten (1075 Euro) überstiegen nur knapp das Niveau von 2010.

Die DRV-Verbandsvertreter legten in Berlin Ergebnisse einer neuen Untersuchung über den Kreuzfahrtmarkt vor, die unter anderem nach Entscheidungskriterien von Kreuzfahrtinteressenten fragte. Danach rangiert die Umweltverträglichkeit einer Kreuzfahrt bei Verbrauchern deutlich hinter Merkmalen wie Freundlichkeit des Personals, Größe der Kabine oder Qualität der Mahlzeiten. Umweltverbände warnen immer lauter vor den ökologischen Gefahren, die von der ständig steigenden Zahl von Kreuzfahrtschiffen ausgehen.

Laut Berechnungen des Naturschutzbundes NABU soll ein Riesenkreuzfahrtschiff etwa so viele Schadstoffe in die Luft blasen wie 50 000 Autos und pro Passagier und Kilometer dreimal so viel Kohlendioxyd verursachen wie eine Boeing 747. Hauptursache sei der Betrieb vieler Schiffe auf hoher See mit Schweröl. Es handelt sich dabei um ein hochgiftiges Abfallprodukt der Mineralölwirtschaft, das als billigere Alternative zu saubereren Treibstoffen bei Reedern beliebt ist. Schweröl enthält in gefährlicher Konzentration Schadstoffe wie Schwefel, Phosphor, Stickstoff, verschiedene Schwermetalle und hochgiftige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Erkrankungen der Atemwege, Kreislaufprobleme, Lungenkrankheiten bis hin zu Krebs gelten als Risiken für Menschen, wenn sie damit in Kontakt kommen - was im Endeffekt auch für die Kreuzfahrtpassagiere selbst gilt.

Der ARCD unterstützt daher Appelle zu einem völligen Verzicht auf Schweröl als Treibstoff bei Kreuzfahrtschiffen und fordert noch mehr Engagement der Politik zur Verbesserung der Emissionswerte. Gerade erst habe das havarierte Kreuzfahrtschiff Costa Concordia, das mit 2300 Tonnen hochgiftigem Schweröl in den Tanks die Umwelt bedroht, ein Beispiel für mögliche hohe Risiken geliefert. Die Veranstalter von Kreuzfahrtreisen ermuntert der Club, in ihren Katalogen mehr Informationen als bisher über den Umweltstatus der eingesetzten Schiffe zu liefern. Ideal wäre ein Umweltlabel mit den wichtigsten Werten für jedes Schiff, wie es neuerdings für Autos existiert. Aus Sicht des ARCD müssten aber auch Kreuzfahrer einsehen, dass ihr Wunsch nach Preisdumping und Schnäppchenjagd kontraproduktiv für notwendige Investitionen in den Umweltschutz auf Schiffen ist.
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