Freitag, 09. Dezember 2016


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Die Wii-Fit Konsole im Fitness.com Test

Wii Fit sind sie wirklich – die Nintendo Konsolen?

(lifePR) (Bad Dürkheim, ) - Philipp Stute für fitness.com

Der Unterhaltungskonzern Nintendo bietet eine Innovative Erweiterung für seine Konsole „Wii“ an. Mit dem schlicht „Wii Fit“ genannten System setzt Nintendo konsequent seine Strategie fort, das Image von Videospielen aufzuwerten: Neben jungen Männern sollen Familien und Frauen als Kunden in den Mittelpunkt rücken, Sport und Spaß statt blutiger Kämpfe den Inhalt der Spiele bilden.

„Wii Fit“ besteht aus dem „Balance Board“, einer High-Tech-Waage, die kabellos mit der „Wii“ verbunden wird, und einer Trainingssoftware. Das Konzept ist ambitioniert: Wii Fit soll als persönlicher Coach fungieren, der den Nutzer bei einem regelmäßigen Training anleitet und unterstützt und dabei die Verbesserung seiner körperlichen Verfassung überwacht. Beim Start des Programms überprüft der persönliche Assistent – der dem Nutzer in Gestalt eines animierten „Balance Board“ mit Piepsstimme gegenübertritt – dementsprechend zunächst den körperlichen Zustand des Nutzers. Einfach auf das Board steigen und abwarten, nach einigen Sekunden verrät die Software das aktuelle Gewicht, den Body-Mass-Index sowie die Schwerpunktverlagerung des Körpers. Aus diesen Parametern, auf denen alle Funktionen von „Wii Fit“ aufbauen, errechnet das Programm das „Fitness Alter“ des Nutzers, das nicht selten erheblich von dessen tatsächlicher Anzahl an Lebensjahren abweicht.

Es stehen vier Übungsformen zu Verfügung, mit deren Hilfe die Körperbalance verbessert werden und eine Gewichtsoptimierung erreicht werden soll: Yoga, Muskelübungen, Aerobic und Balancespiele. Die beiden erstgenannten sind durchaus ernst gemeinte Trainingsprogramme, bei denen ein virtueller Coach – je nach Geschmack in männlicher oder weiblicher Ausführung – mit sanfter Stimme durch die verschiedenen Übungen führt. Die Bewegungsabläufe der Übungen werden vor und bei der Ausführung umfassend dargestellt, so dass Yoga Übungen wie der „Sonnengruß“ oder „der Baum“ leicht nachgeahmt werden können. Das „Balance Board“ erfasst allerdings nur die Gewichtsverteilung über die Füße des Nutzers. So ist es durchaus möglich, die wildesten (und ungesündesten!) Verrenkungen auf dem Board zu machen und trotzdem vom virtuellen Coach für die perfekte Ausführung gelobt zu werden – solange die Balance stimmt. Die Übungen sind meist mäßig anstrengend, dürften aber Spieler, die ihre Zeit vor der Konsole bisher bevorzugt im Sitzen verbrachten, ausreichend fordern.

Bei den Balancespielen und der Aerobic steht der Spaßfaktor deutlich im Mittelpunkt. Hier kommen die allen Wii-Fans schon bekannten, „Mii“ genannten Avatare, zu Einsatz, die in niedlich-bunter Optik verschiedene Aufgaben meistern müssen. Man kann beim Hula Hoop die Hüfte kreisen lassen, bei der Step Aerobic im Takt das Brett besteigen oder seinen als Pinguin verkleideten Avatar Fische auf einer Eisscholle fangen lassen. Die Spielchen lassen sich leicht erlernen, sind äußerst kurzweilig und motivieren durch verschiedene Schwierigkeitsgrade und eine Highscore-Ranking zum Weitermachen. Leider ist durch den geringen Schwierigkeitsgrad die höchste Stufe schnell erreicht und die Spiele werden langweilig, geübte Zocker dürften schnell frustriert sein.

Um dem Anspruch als dauerhafter Fitness Berater gerecht zu werden, bemüht sich das Programm, den Nutzer bei Laune (und damit beim Spielen) zu halten und ihm ein Feedback seiner Fortschritte zu liefern. Es fordert zum regelmäßigen Körpertest auf, um die Entwicklung von Gewicht, Balance und „Fitnessalter“ zu dokumentieren. Zudem stehen am Anfang nur wenige Übungen zur Verfügung, weitere lassen sich nur frei schalten, wenn eine bestimmte Zeit lang gespielt wird. Eher nervig sind die gut gemeinten Gesundheitstipps des animierten Helferleins, bei denen es unter anderem dazu rät, Nahrung gründlich durchzukauen.

Das „Wii Fit“- System kann sicher kein Training unter fachkundiger Leitung ersetzten. Insbesondere für ein wirkungsvolles Herz-Kreislauftraining dürfte die Intensität der Übungen nicht ausreichen. Zudem besteht durchaus die Gefahr von Fehlbelastungen, da die Ausführung der Übungen über die Balancekontrolle hinaus nicht überwacht werden kann.

Insbesondere für Menschen, die sich sonst wenig bis gar nicht bewegen oder Konsolenfans, die sich auch beim Sport nicht vom geliebten Gerät trennen wollen, ist „Wii Fit“ der erste Schritt hin zu einem besseren Körperbewusstsein und einer gesünderen Körperbalance. Diese Zielgruppe ist sicher nicht allzu klein, womit einem wirtschaftlichen Erfolg des „Wii Fit“. Programm nichts im Wege steht.


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