Montag, 05. Dezember 2016


Ferienzeit hinterlässt Spuren auf dem Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote steigt auf 4,3 Prozent; im Vergleich zu Juli 350 Jugendliche mehr arbeitslos; Einstellungsbereitschaft der Betriebe trotz Urlaubszeit wieder angestiegen

(lifePR) (Karlsruhe, ) Im August nahm die Arbeitslosigkeit im Stadt- und Landkreis Karlsruhe zum zweiten Mal in Folge zu. Knapp 16.570 Frauen und Männer waren zum Stichtag ohne Arbeit. Das sind rund 830 mehr als im Juli. Gleichzeitig wurde zum ersten Mal seit der Finanz- und Wirtschaftskrise der Vorjahreswert knapp überschritten Die Arbeitslosenquote ist auf 4,3 Prozent angestiegen.

Auch im Landesdurchschnitt stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen. In Baden-Württemberg waren zum Stichtag 231.980 Personen arbeitslos; knapp 12.540 oder 5,7 Prozent mehr als im Juli. Die Landesquote ist ebenfalls um zwei Zehntelprozentpunkte auf 4,1 Prozent angestiegen

"Eine Entwicklung, mit der ich gerechnet habe", sagt Ingo Zenkner, der Vorsitzende der Arbeitsagentur Karlsruhe, bei Vorlage der aktuellen Daten.

"Im August gab es in den letzten Jahren bedingt durch den späten Ferienbeginn immer einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Deshalb ist auch die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren nochmals überdurchschnittlich angestiegen. Sie liegt aber noch unter dem Vorjahreswert.

Bereits im September gehe ich von einer Gegenentwicklung aus. Wir wissen, dass viele dieser frisch ausgebildeten Menschen bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche haben. Die anderen werden wir intensiv unterstützen, damit sie schnell ihre erste Anstellung finden, denn junge Fachkräfte werden gebraucht. Zusätzlich meldeten sich in den letzten Wochen rund 270 Fachkräfte aus der Berufsgruppe Sozial- und Erziehungsberufe arbeitslos. Auch dies ist nicht ungewöhnlich. Es erklärt aber die überdurchschnittliche Zunahme der Frauenarbeitslosigkeit. Nach wie vor sind mehr Frauen als Männer in Sozial- und Erziehungsberufen beschäftigt. Ein Großteil der pädagogischen Fachkräfte wird zum Schulbeginn wieder unterrichten", so Zenkner weiter.

Der Arbeitsmarkt im Überblick

16.566 Frauen und Männer sind derzeit ohne Arbeit; 826 oder 5,2 Prozent mehr als im Juli. Der Blick auf die Personengruppen der jungen Arbeitslosen und der Frauen unterstreicht Zenkners Aussage.

Im August waren knapp 1.940 jüngere Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Dabei kamen die meisten nach Ende ihrer Ausbildung. Gegenüber dem Vormonat eine Steigerung von 22,2 Prozent. Sie liegt aber unter dem Vorjahresniveau.

Der Anstieg brachte eine Erhöhung der Arbeitslosenquote für diesen Personenkreis mit sich. Sie stieg um 0,9 Prozent auf 4,6 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Frauen. Hier wirken sich auch in diesem Jahr die vermehrten Meldungen der pädagogischen Fachkräfte (überwiegend Lehrerinnen mit befristeten Verträgen) aus, die sich in den Ferien bzw. bis zum Anschlussvertrag arbeitslos melden. Ihre Zahl stieg um 7,6 Prozent oder 563 auf 7.981 Personen an. Der Frauenanteil, gemessen an allen Arbeitslosen, liegt jetzt bei 48,2 Prozent. Bei den arbeitslosen Männern hingegen fiel der Anstieg mit 3,2 Prozent moderater aus, 8.585 sind derzeit arbeitslos.

Im abgelaufenen Monat erhielten 9.483 Frauen und Männer oder 57,2 Prozent aller Arbeitslosen aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe die steuerfinanzierte Grundsicherleistung (SGB II), 250 Personen mehr als vor vier Wochen.

Der Blick auf die Zugänge und Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit zeigt, dass der Arbeitsmarkt weiterhin von hoher Dynamik geprägt ist Insgesamt 9.390 Bewegungen wurden registriert.

Die Einstellungsbereitschaft der regionalen Unternehmen ist wieder angestiegen. Arbeitgeber meldeten dem Arbeitgeberservice trotz Urlaubszeit 1.777 neue Arbeitsstellen, das waren gut 250 mehr als im Juli.

Das Gesamtangebot im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe im August lag mit gut 4.160 um rund 270 höher als im Vorjahresmonat.

Hierzu Zenkner: "Qualifiziertes Personal für das eigene Unternehmen zu finden ist oft mit großem Aufwand und Kosten verbunden. Vor allem wird es nicht einfacher. Die Personalverantwortlichen wissen, dass in einigen Branchen die benötigten Fachkräfte nur noch sehr schwer zu bekommen sind und nehmen deshalb die Unterstützung unseres Arbeitgeberservices gerne an. Insbesondere die Möglichkeiten, im Rahmen der bundesweiten Suche doch noch die gewünschte Fachkraft bekommen zu können, macht die Dienstleistungen für Arbeitgeber immer attraktiver. Meine Fachkräfte im Arbeitgeberservice unterstützen Betriebe von Anfang an bei der Personalsuche. Gemeinsam wird der Personalbedarf besprochen und das Qualifikationsprofil der Wunschkandidaten festgelegt. Die Gewinnung geeigneter Bewerber erfolgt sowohl über die eigene Datenbank als auch über die Jobbörse. Arbeitgeber haben die Wahl, ob sich die Bewerber direkt bei Ihnen melden sollen oder ob sie den Service der Agentur nutzen und sich eine Vorauswahl der möglichen Kandidaten präsentieren lassen. Die Vermittler beraten außerdem zur ganzen Bandbreite der finanziellen Unterstützung, egal ob Arbeitgeber einen Ausbildungs- oder einen Arbeitsplatz besetzen wollen".

Der Ausbildungsmarkt ist nach wie vor noch kräftig in Bewegung

Im August meldeten die Arbeitgeber noch über 200 freie Ausbildungsplätze. Im Gegenzug fanden über 420 junge Menschen in den letzten Wochen einen Ausbildungsplatz. Nach der aktuellen Ausbildungsmarktstatistik waren Ende August noch knapp 850 Berufsausbildungsstellen unbesetzt. Die Aktivitäten der Berufsberatung laufen in den kommenden Wochen weiter auf Hochtouren. Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, sollte sich schnellstmöglich mit der Berufsberatung in Verbindung setzen, denn es gibt noch Ausbildungsangebote in unterschiedlichen Berufen.

Termine können unter der Service Rufnummer 01801 555 111 * vereinbart werden.
* 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min
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