Samstag, 10. Dezember 2016


Opel "Schlüsselloch"-Kapitän - vom Topmodell zum Liebhaberstück

Im Juni 1958 nehmen die Händler den Kapitän P 2,5 an Bord

(lifePR) (Rüsselsheim, ) 1958: Die Hula-Hoop-Welle schwappt als Vorreiter der Fitnessbewegung aus den USA nach Europa, Elvis Presley kommt als Soldat nach Deutschland und versetzt die Jugend in Wallung. Während sich die Teens und Twens in Jeans, Lederjacke und Petticoat auf dem Motorroller zum nächsten Tanzschuppen aufmachen, feiert vor genau 50 Jahren ein mondänes Auto mit amerikanischen Flair Premiere: Ab Juni rollt der Opel Kapitän P 2,5 vom Band. Nach knapp vierjähriger Entwicklung kommt der große Rüsselsheimer auf die Straße und trifft mit seinem kraftvollen und eleganten Design genau den Zeitgeschmack. In nur einem Jahr werden 34.842 Exemplare gebaut.

Mit elegantem Design die gehobene Klientel begeistern

Panoramascheiben, Heckflossen und Zweifarben-Lackierungen bestimmen Ende der 50er Jahre die Automobilwelt. Dieser Linie folgend, erhält der neue Kapitän ein gestrecktes, modernes Aussehen, mit nach hinten leicht abfallender Dachpartie, die den viertürigen amerikanischen Coupés ähnelt. Der üppig verchromten Frontpartie und der markant geschwungenen Stoßstange folgen in gerader Linie die Kotflügel. Weit herumgezogene Panoramascheiben integrieren den Dachaufbau harmonisch in das Gesamtbild. Zugleich verbessern sie die Sichtverhältnisse enorm: So hat der Fahrer nach vorne nun einen Sichtwinkel von 103 Grad. Chromleisten untergliedern die Seitenteile, die in abgerundeten Heckflossen münden. In den Flossenenden eingebettet liegen die Rückleuchten mit der charakteristischen Form eines Schlüssellochs. Dieser Tatsache verdankt das gut 4,70 Meter lange Opel-Topmodell auch seinen Spitznamen - schnell ist es als "Schlüsselloch"-Kapitän bekannt und geht unter diesem Namen in die Geschichte ein.

Vielfalt und Sicherheit werden groß geschrieben

Die Kunden haben bei dem neuen Luxusliner indes die Qual der Wahl: Zu elf einfarbigen und 23 zweifarbigen Außenlackierungen kommen beim normalen Kapitän fünf und bei der "L"-Version (Luxus) acht verschiedene Polsterkombinationen. Damit ergeben sich insgesamt 139 unterschiedliche Farb- und Stoffkombinationen - so ist für jeden Geschmack und jeden Verwendungszweck der passende Auftritt garantiert. Um die Fahrt mit dem Kapitän noch angenehmer zu machen, kann der Wagen zusätzlich mit Frischluft-Kurbeldach und Overdrive-Getriebe ausgestattet werden. Das sogenannte "In die Knie-Gehen" des Fahrzeugs bei starkem Bremsen wird durch das "Antidive"-Prinzip wirksam ausgeschaltet, ermöglicht durch die Weiterentwicklung der Vorderachse.

Doch nicht nur auf Komfort und Variantenreichtum legen die Opel-Konstrukteure bei dem 59 kW/80 PS starken Spitzenmodell Wert, die Passagiere sollen sich vor allem sicher fühlen. So geht der neue Kapitän P 2,5 mit verbesserter Bremswirkung und Lenkung an den Start. Der tiefere Fahrzeugschwerpunkt und der vergrößerte Radstand sorgen für geringere Kurvenneigung und mehr Fahrstabilität. Um die kleinsten Mitfahrer davor zu bewahren, dass sie bei einem Tempo bis zu 142 km/h nicht versehentlich die Türen im Fond öffnen können, ist erstmals eine "Kindersicherung" einstellbar. Auf diese Weise wird der Kapitän nicht nur zum eleganten Vorzeigeobjekt, sondern gerade auch zur idealen Reiselimousine für die ganze Familie.

Die Presse feiert den neuen Kapitän

"'Sicherheit zuerst' hieß diesmal der Grundsatz in Rüsselsheim. Dass dabei Komfort und Eleganz nicht zu kurz kommen, versteht sich bei Opel von selbst", resümiert 1958 das "Hamburger Echo". Auch die übrige Presse zeigt sich von Beginn an vom neuen Opel-Flaggschiff begeistert. Die "Main-Post" aus Würzburg schreibt: "Ein neuer 'Kapitän' geht auf die Reise. Die Rüsselsheimer gaben ihm alles mit, was er brauchte - eine Freude für die Augen und mehr als das..." Und die ADAC-Motorwelt spricht gar von der "repräsentativen Visitenkarte des Rüsselsheimer Werkes, nicht nur für Deutschland, sondern für Europa, ja für die Welt..." Heute ist der "Schlüsselloch"-Kapitän ein Liebhaberstück und noch rund drei Dutzend zugelassene Raritäten sind auf Deutschlands Straßen unterwegs.
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