Dienstag, 14. Februar 2012


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Minister Bruederle soll Tiefseebohrungen verbieten lassen

Greenpeace-Aktivisten protestieren mit Oel-Fontaene vor dem Wirtschaftsministerium

(lifepr) Berlin, 21.07.2010, Um die Bundesregierung zum Handeln gegen weitere Oelbohrungen in der Tiefsee zu bewegen, demonstrieren Greenpeace-Aktivisten heute vor dem Amtssitz von Bundeswirtschaftsminister Rainer Bruederle (FDP). "Minister Bruederle: Tiefseebohrungen stoppen", ist auf dem Banner der oelverschmierten Aktivisten zu lesen. Zugleich lassen sie eine kuenstliche Oel-Fontaene vor dem Ministerium sprudeln. Der Minister fuer Wirtschaft und Technologie hat die Moeglichkeit, ueber die fuer den Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks zustaendige OSPAR-Konferenz Tiefseebohrungen verbieten zu lassen. Die Oelkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt, dass Tiefseebohrungen nicht beherrschbar sind. Deshalb muessen auch in der Nordsee und im Nordostatlantik Bohrungen unterhalb von 200 Metern eingestellt werden.

"Deutschland muss Verantwortung uebernehmen und Massnahmen gegen Tiefseebohrungen ergreifen", sagt Juergen Knirsch, Greenpeace-Oelexperte. "Hierfuer muss Herr Bruederle zusammen mit dem Umweltminister Roettgen auf dem Treffen der fuer den Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks zustaendigen Minister (OSPAR) im September einen Antrag fuer ein Verbot von weiteren Tiefseebohrungen einbringen. Das Verbot muss fuer eine Tiefe ab 200 Metern gelten, da Taucher dort nur noch eingeschraenkt arbeiten koennen."

Verbotsantrag fuer Tiefseebohrungen kann noch bis zum 13. August eingereicht werden

In einem Brief fordert Greenpeace Wirtschaftsminister Rainer Bruederle (FDP) und Umweltminister Norbert Roettgen (CDU) auf, die bevorstehende Sitzung der OSPAR (Oslo-Paris-Uebereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks) dafuer zu nutzen einen Antrag fuer ein sofortiges Verbot von Tiefsee-Oelbohrungen einzubringen. Das Treffen findet vom 20. bis 24. September 2010 im norwegischen Bergen statt. Der Antrag kann noch bis zum 13. August eingereicht werden. Dieser kann mit der Katastrophe im Golf von Mexiko und dem Vorsorgeprinzip begruendet werden. Das Vorsorgeprinzip ist eines der Leitprinzipien des OSPAR-Uebereinkommens.

Das 1998 in Kraft getretene OSPAR-Uebereinkommen ersetzt die frueheren Uebereinkommen von OSlo (1972) und PARis (1974). Zu den sechs OSPAR-Arbeitsbereichen zaehlt auch die Offshore Oel- und Gasindustrie. Bekannt wurde OSPAR 1998 durch ein grundsaetzliches Verbot der Abfallbeseitigung auf See. Die OSPAR-Konferenz kann Empfehlungen oder verbindliche Beschluesse verabschieden. Diese gelten fuer die Nordsee und den Nordostatlantik.

Greenpeace-Kontrollfluege zeigen die Probleme vor der Haustuer

Ende Mai hatte Greenpeace mit einem Ueberflug 25 der rund 400 Oelfoerderanlagen vor der daenischen, norwegischen und britischen Kueste ueberprueft. An fuenf Anlagen wurden Oelteppiche festgestellt. Die Menge des eingeleiteten Oels in die Nordsee ist in den vergangenen 30 Jahren erheblich gestiegen. Nach Angaben der OSPAR waren es 1984 rund 1.700 Tonnen Oel, 1994 rund 6.000 Tonnen und 2005 rund 13.000 Tonnen.

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