Mittwoch, 15. Februar 2012


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Nationalpark Kellerwald-Edersee

Waldschutz im Nationalpark- vom Borkenkäfer frischbefallene Fichten werden entfernt

Ralf Finke mit Henry
Ralf Finke mit Henry

(lifepr) Bad Wildungen, 21.08.2009, Am Anfang der kommenden Woche beginnen auf zwei Flächen im Nationalpark Kellerwald-Edersee sog. Waldschutz-maßnahmen. Fichten, die frisch vom Borkenkäfer befallen wurden, werden gefällt und umgehend aus dem Waldgebiet abgefahren. Die ausfliegenden Käfer können so keinen Schaden in an den Nationalpark angrenzenden Fichtenwäldern anrichten. Während der Arbeiten müssen zeitweise zwei Rundwege im Nationalpark gesperrt werden. Allerdings stehen den Wanderern und Radfahrern genügend andere Wege für einen schönen und sicheren Besuch im Kellerwald zur Verfügung.

Sowohl an der Himmelsbreite bei Vöhl-Herzhausen als auch im Talgang bei Bad Wildungen-Frebershausen sind zahlreiche Fichten vom Borkenkäfer befallenen. Diese Bäume sollen in den kommenden zwei Wochen gefällt und aus dem Gebiet gebracht werden. Die schnelle Fällung und Abfuhr der frischbefallenen Stämme ist notwendig, um zu verhindern, dass die Borkenkäfer ausfliegen und an anderen Fichten eine weitere Brut anlegen.

Es werden jedoch nur Fichten mit deutlichen Spuren eines frischen Borkenkäferbefalls gefällt. Von den sog. Altkäferbäumen, aus denen die Käfer bereits seit langer Zeit ausgeflogen sind, geht keine Gefährdung für die benachbarten Fichten aus. Sie bleiben daher stehen und bilden als stehendes Totholz einen wichtigen und schützenswerten Lebensraum für zahlreiche Vögel, Fledermäuse und Insekten.

Auf die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks wird während des Einsatzes größtmögliche Rücksicht genommen. Mareike Schulze, Koordinatorin des Einsatzes:" Aus diesem Grund werden z.B. die frischen Käferbäume auch durch eigene "Man-power" gefällt. Unsere Ranger Heinz Daume, Mario Albus, Jochen Lückel und Friedhelm Kümmel sind erfahrene Mitarbeiter, die beim Fällen benachbarte Bäume, Naturverjüngung und besondere Biotope schonen." Auch beim Transport der Stämme an einen festen Weg wird darauf geachtet, den Maschineneinsatz so weit wie möglich zu reduzieren. Im Bereich der Himmelsbreite bringt Ralf Finke aus Frankenau die Stämme mit seinem Rückepferd Henry zu der Stelle, von der es abgefahren werden kann. Das eingespielte Team Finke & Henry schont nicht nur den Boden und die Bäume, sondern achtet auch darauf, die zahlreichen Haufen der dort vorkommenden Großen roten Waldameise nicht zu beeinträchtigen.

Im Talgang hingegen kann Henry die Stämme nicht aus dem Wald ziehen, der Hang ist zu steil. Zwar werden die Fällarbeiten mit Mann und Motorsäge durchgeführt, zum Rücken muss jedoch ein Seilschlepper eingesetzt werden. An einigen schwer zugänglichen Stellen können die gefällten Käferbäume sogar mit dem Seil nicht geborgen werden. In diesem Fall bleiben die Stämme im Wald, jedoch wird mit einem Schäleisen die Rinde entfernt. Die in der Rinde brütenden Borkenkäfer vertrocknen in der direkten Sonneneinstrahlung und gefährden somit keine Nachbarbäume. Die Arbeiten im Talgang wird das Forstunternehmen Neuschäfer durchführen, das denselben hohen Qualitätsstandard gewährleistet wie die Nationalparkmitarbeiter.

Während der Fäll- und Rückearbeiten werden die angrenzenden Wanderwege in der Woche aus Sicherheitsgründen gesperrt. Im Bereich Himmelsbreite ist die Wanderroute durch den Brückengrund davon betroffen. Die Ausweichalternative führt über den Hagenstein. Im Bereich des Talgrundes ist der kleine Rundwanderweg am Quernstgrund betroffen. Als Alternative bietet sich hier der lange Rundwanderweg an.

Das Nationalparkamt bittet um Verständnis für die kurzfristigen Wegesperrungen. An den Wochenenden werden die Wegesperrungen voraussichtlich wieder aufgehoben.

Weitere Informationen zu Veranstaltungen des Nationalparks und zum Nationalpark selbst unter: www.nationalpark-kellerwald-edersee.de

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