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Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
- Meldung 17559
LWL kürt das Ackerhaus des Klosters Marienmünster zum Denkmal des Monats September
Gelungene Umnutzung für Kulturveranstaltungen

- Das Ackerhaus (2. v.r.) ist das erste Gebäude der Klosteranlage Marienmünster, das von der Derenthalschen Stiftung für die neue Nutzung vorbildlich saniert und für kulturelle Veranstaltungen hergerichtet worden ist. Foto: LWL
(lifepr) Münster, 20.09.2007,
Das 1712 erbaute Ackerhaus des Klosters Marienmünster (Kreis Höxter) wurde umfassend saniert und steht seit seiner Eröffnung am 5. September für kulturelle Veranstaltungen und Musikaufnahmen zur Verfügung. Mit dieser neuen Nutzung ist der Erhalt des Baudenkmals auf Dauer gesichert. Deshalb hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Ackerhaus jetzt als Denkmal des Monats ausgezeichnet.
"Der Qualitätsstandard der Planung und der Ausführung bei diesem Projekt ist ausgesprochen hoch", lobt LWL-Denkmalpflegerin Barbara Seifen. Das Ackerhaus ist Teil des ersten Bauabschnittes zur Sanierung der ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Klosters, dazu gehören das Ackerhaus von 1712, der Reisestall von 1712, hier wurden die Pferde, die für Reisen der Mönche oder Besucher erforderlich waren, untergestellt, und der Schafstall von 1726. Mit dem Ackerhaus, das von der Eigentümerin Derenthalsche Stiftung am 5. September an die neu gegründete Kulturstiftung Marienmünster übergeben wurde, ist das erste Gebäude fertiggestellt.
Bereits 1999 haben die Eigentümer und Bewohner des Klosters gemeinsam mit der Stadt Marienmünster, dem Regierungspräsidium Detmold und dem LWL-Amt für Denkmalpflege in Westfalen unter der Federführung des Architekten Eckhard Lohmann aus Brilon ein Konzept für eine kulturelle Nutzung und damit eine neue zukunftsfähige Perspektive für die Klosteranlage erstellt.
Das Ackerhaus hatte ursprünglich eine Struktur mit einer mittleren Dreschtenne, an die sich an beiden Seiten Pferdeställe anschlossen. Dazu kamen Schlafkammern für den Hofmeister, den Förster, für die Taglöhner, außerdem eine Küche, Kammern und Schlafstellen für die Knechte, ein großer Speckboden, darüber der Dachboden, auf dem Korn und anderes Erntegut gelagert werden konnte. Später wurden die Innenwände entfernt und das Gebäude diente nur noch als großer Schweinestall. "Das war für die neue kulturelle Nutzung ein Glücksfall. Denn so konnte hier der nötige große Saal geschaffen werden, ohne dass denkmalwerte Substanz zerstört wurde", so Seifen.
Anstelle des kleinen Nebengebäudes an der Klostermauer zwischen dem Ackerhaus und dem Reisestall, in dem sich um 1803 die Schmiede, die Schlafkammer des Schmieds und eine Kohlenkammer befunden haben, steht nun ein neuer Verbindungsbau. "Ganz in der Tradition seines historischen Vorgängergebäudes stellt es das für die Nutzung des Ackerhauses notwendige 'Gerät' zur Verfügung, das ist heute die Tontechnik", erklärt Seifen.
Diese "Gebäude-Neuzutat" wurde als leicht und transparent wirkender Bau vor die barocke Klostermauer gesetzt, die die Rückwand des neuen Nebengebäudes bildet. "Das Gebäude weist sich damit als zeitgemäße und wohltuende Ergänzung der historischen Architektur aus. So ist das Kloster Marienmünster, das für Besucher Kunst und Kultur in sehr schöner Landschaft zu bieten hat, nun auch wegen seiner neuen Nutzung im Ackerhaus eine Reise wert", lobt Seifen.
Hintergrund:
Das im Jahr 1128 gegründete ehemalige Benediktinerkloster Marienmünster im Kreis Höxter ist eine vollständig erhaltene Klosteranlage. Sie wurde 1803 säkularisiert, wenige Jahre als staatliche Domäne betrieben und dann in mehrere private Besitzungen aufgeteilt. Seit der Säkularisation im Jahr 1803 ist es den Eigentümern gelungen, das Kloster zu erhalten. Die Gebäude wurden in ähnlicher Weise wie vor 1803 kontinuierlich genutzt: Landwirtschaft im Wirtschaftshof des Klosters, Wohnen in den Konventsbauten, überwiegend Gartennutzung auf den Freiflächen. Die Klosterkirche ist weiterhin Pfarrkirche der Gemeinde. Inzwischen steht ein neuer Umnutzungsprozess an, da die landwirtschaftliche Nutzung, die hier den baulichen Bestand lange gesichert hat, nicht mehr gegeben ist.
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