Dienstag, 14. Februar 2012


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Bettschal - nie mehr frieren beim Lesen

Brigitta Eihausen erfand das praktische Accessoieres, machte sich damit selbständig

Der Bettschal. Foto: KLICK-Germany
Der Bettschal. Foto: KLICK-Germany

(lifepr) Berlin, 01.02.2010, Lesen im Bett? Im Winter kann das unangenehm kalt sein. Das brachte Brigitta Eihausen aus Kiel auf die Idee, einen Bettschal zu nähen. Der Beginn ihres kleinen Unternehmens. Den Schal gibt es auf KLICK-Germany

"Ich lese abends gern noch ein bisschen im Bett!" Brigitta Eihausen aus Kiel sitzt im Januar 2001 mit Freundin Doris zusammen. Sie trinken Tee, plaudern. "Doch jetzt im Winter ist es manchmal ganz schön kalt an den Armen. Besonders, wenn ich das Fenster öff-ne." Noch während die Freundin erzählt, erinnert sich Brigitta an ihre Großtante. Sie trug ein rosa Bettjäckchen im Bett. "Schrecklich anzusehen, aber sehr praktisch." Schon damals näht Brigitta gern in ihrer Freizeit. Kurzerhand nimmt sie ein Stück Fleece, legt ihn doppelt, näht Ärmel ab und schlüpft hinein. “So bleiben Schultern, Nacken und Arme warm. Der Prototyp eines „Bettschals“. Die Freundin ist begeistert. „Wenig später hatte ich 20 Bettschals verkauft.“ Trotzdem dauert es noch sechs Jahre, bis Brigitta es wagt, sich mit ihrem „Atelier Mondsichel“ selbständig zu machen.

„Mir fehlte der Mut zur Selbständigkeit“
Brigitta Eihausen hat Sozialpädagogik und Kunsttherapie studiert. Nach dem Studium arbeitet sie zuerst in einem Wohnhaus für psychisch erkrankte Erwachsene, später betreut sie autistische Kinder. 2002 wird sie arbeitslos. Jetzt hat Brigitta Zeit für ihr Hobby. „Ich entwickelte weitere Accessoires, nähte kuschelige Wärmflaschen-Hüllen, Pulswärmer, Halstücher. Drei oder vier Mal im Jahr verkaufte ich sie auf Kunsthandwerkermärkten.“ Sie liebäugelt mit dem Gedanken, sich mit ihren selbst entworfenen Accessoires selbständig zu machen. „Aber mir fehlte der Mut. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich von meinen Produkten leben kann.“ Trotzdem fragt sie in der Arbeitsagentur nach, ob sie Unterstüt-zung bekäme. Die Antwort ist ernüchternd. Da Brigitta schon ALG II bekommt (das soge-nannte „Hartz IV“) gibt es nichts. Und so macht Brigitta weiter wie bisher. „Doch ich wurde immer unzufriedener mit meiner Situation.“

Der schönste Moment: Weg von der Arge
Im Sommer 2006 fasst Brigitta einen Entschluss: „Ich springe jetzt ins kalte Wasser. Schlimmer kann es nicht mehr werden.“ Voller Elan packt sie ihre neue Aufgabe an. Sie mietet zusätzlich eine Ein-Zimmer-Wohnung, richtet sie als Atelier ein. Zur Eröffnung am 4. November 2006 kommen mehr als 50 Leute. Das macht Mut. Von nun an öffnet Brigitta ihr Atelier dienstags bis donnerstags, geht an den Wochenenden auf Kunsthandwerker-märkte und gestaltet eine Internet-Seite. Im Oktober 2007 meldet sie sich schließlich von der Arbeitsagentur ab. „Das war der schönste Moment.“

„Ich habe es geschafft“
Obwohl alles so gut beginnt, wird das erste Halbjahr 2008 eine schwierige Zeit. „In der ersten Jahreshälfte gibt es kaum Kunsthandwerkermärkte und ich verkaufte viel zu wenig. Es reichte gerade für die nötigsten Ausgaben. Und meine Sicherheiten waren ja alle weg.“ Brigitta zweifelt an der Tragfähigkeit ihrer neuen Selbständigkeit. Doch sie gibt nicht auf. Sie borgt sich Geld von Freundinnen und tauscht auf Märkten ihre Produkte gegen andere nützliche Sachen. „Ich hoffte auf das Weihnachtsgeschäft.“ Und tatsächlich. Als Brigitta im Oktober auf dem ersten Herbstmarkt steht, finden ihre Bettschals und Pulswärmer reißenden Absatz. „Heute weiß ich, dass meine Hauptgeschäftszeit im Herbst und Winter ist.“ Reich ist Brigitta noch nicht geworden. „Aber ich kann jetzt von meiner Arbeit leben und bin meine eigene Chefin. Darauf bin ich stolz!“

Den Bettschal und andere schön Accessoires von Brigitta Eihausen bekommen Sie auf KLICK-Germany: http://shop.klick-germany.de/...

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Es gibt sie noch: Menschen, die in Deutschland produzieren! Ein Winzer, der Wein auf einer Bergbauhalde anbaut. Ein Elektroniker, der sich auf leuchtende Tische spezialisiert hat. Mode-Designerinnen, die wissen wollen, was ihre Kinder tragen. Töchter, die die Firmen ihrer Eltern retten. Söhne, die in dritter oder sogar vierter Generation den Familienbetrieb führen. Menschen, die mit Freude, Erfahrung und Verantwortung Produkte herstellen. Wir erzählen die Geschichten dieser Menschen. Der Fotograf Andreas Krone und ich, Journalistin, bauen deshalb KLICK-Germany - das große Kaufhaus der kleinen Hersteller auf. Mit unserem rollenden Büro, einem knallblau lackierten Wohnmobil, fahren wir quer durch Deutschland, besuchen Hersteller von der Nordseeküste bis zu den Alpen, von der Lausitz bis in den Ruhrpott. Am 2. April 2007 gründeten wir unsere GmbH, am 15. November 2007 startete das Portal - mit 35 Firmen und gerade 300 Produkten. Heute sind mehr als 300 kleine Manufakturen mit über 3000 Produkten online. Und jeden Dienstag, 10.10 Uhr werden es mehr.

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