Sonntag, 01. August 2010


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Deutsche Verbraucher wollen keine Gen-Kartoffel Greenpeace-Protest auf "Gruener Woche" - Ministerin Aigner soll Anbau verbieten

(lifepr) Berlin, 14.01.2010, Greenpeace-Aktivisten haben heute morgen auf der Messe "Gruene Woche" in Berlin gegen den moeglichen Anbau der Gentechnik-Kartoffel "Amflora" protestiert. Neben Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) haben sie Banner entrollt mit der Forderung nach einem Verbot. Zudem haben die Aktivisten vor Aigner einen Korb mit Gen-Kartoffeln ausgeschuettet. Es wird erwartet, dass die EU-Kommission bald ueber die Zulassung zum kommerziellen Anbau in Europa entscheidet. Aigner hat bereits angekuendigt, nichts gegen eine Zulassung zu unternehmen.

Nach einer neuen repraesentativen Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace lehnen 77 Prozent der Befragten den Anbau der Gen-Kartoffel ab. Die Unterstuetzung fuer den Anbau in Deutschland wurde auf Draengen der FDP in den Koalitionsvertrag mit der Union aufgenommen. Die Gen-Kartoffel, deren hoher Staerkegehalt als Rohstoff fuer technische Produkte wie Kleister verwendet werden soll, gilt bereits als ueberholt. Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft haben ohne Genmanipulation eine Kartoffel mit aehnlich hohem Staerkegehalt entwickelt, die bereits angebaut wird.

"Ministerin Aigner muss den Tatsachen ins Auge sehen: Die Gen-Kartoffel birgt erhebliche Risiken, ist gesellschaftlich unerwuenscht, technisch veraltet und damit ueberfluessig", sagt Martin Hofstetter, Gentechnik-Experte von Greenpeace, vor Ort in Berlin. "Kartoffeln mit aehnlichen Eigenschaften sind marktreif. Als Verbraucherministerin sollte Aigner die Interessen der Bevoelkerung vertreten und sich nicht vor den Karren der Gentechnik-Branche und der FDP spannen lassen."

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid hat fuer Greenpeace 1005 Buergerinnen und Buerger am 6./7. Januar telefonisch gefragt, ob Ministerin Aigner den Anbau der Gentechnik-Kartoffel Amflora verbieten sollte. 77 Prozent antworteten mit "ja", 17 Prozent mit "nein", 5 Prozent machten keine Angaben.

"Eine Verbraucherministerin darf nicht zulassen, dass einzelne Gentechnik-Hardliner des kleineren Koalitionspartners FDP den Kurs bestimmen. Wuerde die Gen-Kartoffel im CSU-Land Bayern zum Anbau anstehen, haette Aigner sie wohl laengst verboten", erklaert Hofstetter.

Im April 2009 genehmigte Aigner, dass die "Amflora" auf 20 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern - als Versuchsanbau deklariert - zu Vermehrungszwecken angebaut wurde. Damit wurde der grossflaechige Anbau in diesem Jahr vorbereitet. Der BASF-Konzern hat der "Amflora" Gene fuer eine Antibiotika-Resistenz eingebaut. Es ist moeglich, dass die sich auf Bakterien uebertraegt und dadurch die Wirksamkeit von Antibiotika beim Menschen einschraenkt. Die BASF hat die Zulassung nicht nur fuer Anbau und technische Verwertung beantragt, sondern auch fuer die Tierfuetterung und Lebensmittel. Demnach rechnet auch die BASF damit, dass die Gen-Kartoffel in die Nahrungskette gelangen wird.

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