Sonntag, 12. Februar 2012


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Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik

Bundesbürger im Dienst der DDR-Spionage

von Georg Herbstritt

(lifepr) Berlin, 17.09.2007, In der wissenschaftlichen Reihe der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) ist kürzlich im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht die Studie "Bundesbürger im Dienst der DDR-Spionage" erschienen. Der Autor, Georg Herbstritt, ist Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter der BStU. Das Buch wird am 19. September 2007, 11.00 Uhr, im Informations- und Dokumentationszentrum der BStU in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, und Martin Rethmeier aus dem Verlag Vandenhoeck & Ruprecht sowie der Autor, Georg Herbstritt, stellen das Buch vor. Die Laudatio hält der Publizist Karl Wilhelm Fricke, selbst Autor zahlreicher Beiträge und Bücher zum Thema Staatssicherheit, Widerstand und Opposition.

Die Bundesbeauftragte, Marianne Birthler, betrachtet die Studie als einen Beitrag, die DDRSpionage zu entmystifizieren: „Die Studie widerlegt die pauschale Behauptung, die DDRSpionage habe prinzipiell der Friedenssicherung gedient. Vielmehr zeigt sie, dass jeder inoffizielle Mitarbeiter im Westen in erster Linie dem politischen System der DDR und somit der Parteidiktatur der SED diente.“

Der Autor wertete für die vorliegende Studie rund 500 Spionagestrafverfahren der neunziger Jahre aus und analysierte darüber hinaus zahlreiche Akten, Tondokumente und elektronisch gespeicherte MfS-Daten im Archiv der BStU. Einleitend erörtert er den Gang der Strafverfahren und beschreibt die Dokumente, die Aufschluss über die Anzahl der West-IM geben. Ausgehend von den hierbei gewonnenen Erkenntnissen untersucht er systematisch, wie die Stasi Agenten im Westen anwarb und welches soziale und berufliche Profil die Westagenten besaßen. Dabei tritt die Trivialität der Spionage immer wieder überraschend zutage. Schwerpunkte bilden sodann nicht nur die großen Linien des Spionagegeschehens, sondern vor allem bislang wenig beachtete Aspekte wie die Anwerbung jugendlicher Westdeutscher als IM oder die zunehmenden internen Probleme des MfS-Spionageapparats. Bisherige Erkenntnisse über herausragende Spionagefälle werden ergänzt und präzisiert, einigen Darstellungen auch konkret widersprochen. Darüber hinaus wird nach den Opfern der MfS-Westarbeit gefragt. Die Tatsache, dass selbst DDR-Bürger von bundesdeutschen MfS-Agenten ausspioniert wurden, verdeutlicht auf besondere Weise die gesamtdeutsche Dimension des Themas. Das Buch verbindet exemplarische Fallschilderungen und typische, auch unscheinbare Spionagefälle mit zeitgeschichtlichen Abläufen im geteilten Deutschland. Es beleuchtet die MfS-Westarbeit von unterschiedlichen Perspektiven und entmystifiziert ein mit vielen Mythen behaftetes Thema.

Bibliographische Angaben:
Georg Herbstritt:
Bundesbürger im Dienst der DDR-Spionage. Eine analytische Studie (Wissenschaftliche Reihe der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR: Analysen und Dokumente, Band 29) Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1. Auflage 2007. – 459 S., gebunden, 29,90 €, ISBN 978-3-525-35021-8

Das Buch ist über den Buchhandel erhältlich, Rezensionsexemplare vor Ort bzw. über die Pressestelle der BStU oder über den Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, D-37070 Göttingen.

Präsentation:
Marianne Birthler, Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen
Martin Rethmeier, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht
Georg Herbstritt, Autor, wissenschaftlicher Mitarbeiter der BStU
Laudatio: Karl Wilhelm Fricke, Journalist und Publizist
Zeit: Mittwoch, 19. September 2007, 11.00 Uhr
Ort: Informations- und Dokumentationszentrum der BStU Mauerstraße 38, 10117 Berlin-Mitte.

Um Anmeldung bis zum 18. September 2007 bei der Pressestelle der BStU wird gebeten. Wir möchten darauf hinweisen, dass am Veranstaltungsort keine Parkplätze zur Verfügung stehen.

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