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Deutscher Journalisten-Verband e.V. Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
- Meldung 13079
ProSiebenSat.1: Knallharte Sparmaßnahmen trotz Gewinn
(lifepr) Berlin, 22.08.2007,
Das Festhalten der ProSiebenSat.1-Spitze am Stellenabbau im großen Maßstab bei Sat.1 trotz anhaltend positiver Konzernergebnisse hält der Deutsche Journalisten-Verband für unakzeptabel und arbeitnehmerfeindlich. Die Mediengruppe hatte am heutigen Mittwoch ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2007 verkündet. Danach ist der Konzernumsatz um 3,6 Prozent auf über eine Milliarde Euro, der Konzernüberschuss sogar um knapp zwölf Prozent auf rund 128 Millionen Euro gestiegen. „Vor dem Hintergrund dieser Zahlen bleibt nur eine Einschätzung: Die neuen Eigentümer wollen die Sendergruppe finanziell ausbluten – ohne Rücksicht auf die Mitarbeiter und die Qualität der Programme“, kommentierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken die Zahlen. Das Unternehmen erwirtschafte seit Jahren Gewinne, irgendwann sei einfach ein Ende der unter normalen Arbeitsbedingungen zu erzielenden Rendite erreicht. „Vor dem Hintergrund der neuesten Zahlen fordern wir die Eigentümer verstärkt auf, die geplanten Entlassungen nicht umzusetzen.“
Das einseitig profitorientierte Denken und fehlende soziale Verständnis zeigt nach Ansicht des DJV auch die Massenentlassungsanzeige, die das Unternehmen laut Informationen des Betriebsrates der ProSiebenSat.1 Media AG an die Agentur für Arbeit in Berlin verschickt hat. Darin werde, so der Betriebsrat, die Massenentlassung ganz offen mit dem Wunsch nach mehr Profit begründet. Das Unternehmen sei zwar profitabler als der direkte Konkurrent RTL, andere Medienunternehmen in Europa seien aber in der Lage, noch mehr Gewinn zu erwirtschaften. „Dass es bei Medienunternehmen nicht nur auf die absoluten Zahlen, sondern auch auf die Inhalte, die den Bürgern geboten werden, ankommt, haben die Finanzinvestoren an der Spitze der Gruppe bisher nicht verstanden“, sagte Konken. „Wenn an einem Standort wie Berlin knapp 20 Prozent der Stellen abgebaut werden, können selbst die motiviertesten Mitarbeiter die notwendige Qualität der Inhalte nicht mehr garantieren.“
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